KFC kann Lizenz-Auflagen nicht erfüllen – SVM vor Liga-Verbleib

Paukenschlag! Der KFC Uerdingen kann die Lizenz-Auflagen für die kommende Drittliga-Saison nicht erfüllen und steht damit vor dem Zwangsabstieg aus der 3. Liga – das gab der Verein am Mittwoch bekannt. Somit wird der SV Meppen als erster Absteiger in der Liga bleiben, sofern die Emsländer die Zulassung ihrerseits erhalten sollten – bestätigt ist das noch nicht. Dem KFC droht dagegen das endgültige Aus, da Investor Roman Gevorkyan seinen kurzfristigen Ausstieg erklärt hat.

Investor steigt aus

Wie der KFC mitteilte, habe der DFB die sofortige Hinterlegung eines hohen siebenstelligen Betrags gefordert, was für den KFC nicht fristgerecht bis zum heutigen Mittwoch (17 Uhr) zu erfüllen gewesen sei. Konkret ging es um eine Summe von sieben Millionen Euro. Der DFB bestätigte am Abend, dass der KFC am Mittwoch keine weiteren Unterlagen eingereicht hatte. "Die aus unserer Sicht außerordentlich scharfen Lizenzauflagen dürften dem vorinsolvenzlichen Wirtschaften des KFC geschuldet sein", vermutet Insolvenzverwalter Dr. Claus-Peter Kruth.

In den vergangenen Tagen hatte sich Kruth mit Investor Roman Gevorkyan deshalb eigentlich für die kommende Saison auf einen Neustart des KFC in der Regionalliga verständigt. Hierfür steht der Investor aber jetzt doch nicht zur Verfügung, wie die Krefelder bekanntgaben. "Wir können uns trotz der gemachten Zusagen über den plötzlichen Abgang des Investors nur sehr wundern, nachdem dieser zuvor vereinbarungsgemäß Zahlungen geleistet hat", so Kruth. Erst Anfang Februar war Gevorkyan beim KFC eingestiegen und hatte die Anteile von Mikhail Ponomarev übernommen. Nach nur vier Monaten verabschiedet sich der Armenier nun wieder.

Keine positive Fortführungsprognose

Ohne Investor und damit ohne finanzielle Planungssicherheit für die kommende Saison gibt es für den KFC Uerdingen keine positive Fortführungsprognose mehr. Der von den Gläubigern akzeptierte Insolvenzplan sei deshalb nicht mehr durchführbar. Entsprechend wird die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH voraussichtlich im Regelinsolvenzverfahren abgewickelt und besteht danach nicht mehr, ein kurzfristiger Verfahrensabschluss sei nicht mehr zu erwarten. Noch am Sonntag war bekannt geworden, dass das Verfahren in dieser Woche abgeschlossen werden sollte. Anschließend wäre der KFC schuldenfrei gewesen – nun das Aus. Immerhin: Der Verein (e.V.) würde bleiben.

"Wir verstehen die große Enttäuschung sehr gut. Dieser Schritt ist aber leider ohne Alternative. Dass wir überhaupt bis hierhin gekommen sind, ist ein Verdienst der vielen Unterstützer, insbesondere der Mitarbeiter und Fans, die dem KFC in den vergangenen schwierigen Wochen und Monaten zur Seite gestanden haben. Dafür möchten wir herzlich danken“, so Kruth weiter. Wie es für den KFC weitergeht und ob er in der Regionalliga an den Start gehen kann, ist vollkommen ungewiss. Die weitere sportliche Planung liegt nun in den Händen des KFC Uerdingen 05 e.V. Eine Lizenz für die Regionalliga hat der KFC aber beantragt.

Meppen vor Liga-Verbleib

Durch den bevorstehenden Zwangsabstieg des KFC steht der SV Meppen nun vor dem Klassenerhalt am grünen Tisch – Grundlage dafür ist Paragraph 55a Ziffer 3 aus der DFB-Spielordnung. Darin heißt es: "Wird einem der 3. Liga zuzuordnenden Verein eine für die kommende Spielzeit bereits erteilte Zulassung vor dem ersten Spieltag entzogen oder eine beantragte Zulassung nicht erteilt, obwohl er nicht abgestiegen ist, oder gibt er sie zurück, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die 4. Spielklassenebene und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 3. Liga der vorausgegangenen Spielzeit. Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Vereine der vorangegangenen Spielzeit vermindert sich entsprechend". Und da der SV Meppen die Saison aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem KFC Uerdingen auf Rang 17 abgeschlossen hatte, würde er entsprechend nachrücken.

Offiziell bestätigt ist der Liga-Verbleib des SVM aber noch nicht, da die Emsländer ihrerseits zunächst die Zulassung erhalten müssen. Entsprechend reagierte Meppens Vorstandssprecher Andreas Kramer gegenüber der "dpa" noch zurückhaltend: "Wir müssen erst auf die Antwort des DFB-Lizenzierungsausschusses warten. Wir haben eine Drittliga-Lizenz beantragt, wir gehen auch davon aus, dass wir sie kriegen. Aber wir gehen erst dann von einem Verbleib in der 3. Liga aus, wenn wir das vom DFB schriftlich bekommen." Geschäftsführer Roland Maul zeigt sich diesbezüglich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" aber optimistisch: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und unsere Auflagen erfüllt. Und es gibt auch die Empfehlung, das man dem folgt. Aus unserer Sicht haben wir alles gemacht." Bis Mitte Juni will der DFB Klarheit schaffen.

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