HFC-Kapitän Nietfeld im Interview: "Lassen uns nicht entmutigen"

Im Interview mit liga3-online.de spricht HFC-Kapitän Jonas Nietfeld über das Saisonfinale im Abstiegskampf, das anstehende Spiel beim direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld, die Stimmung im Team und seine Zukunft im Verein.

"Der Glaube ist weiterhin vorhanden"

liga3-online.de: Zwei ausstehende Spiele, zwei Punkte Rückstand auf die Nicht-Abstiegsränge: Wie bewerten Sie die Ausgangslage für den Halleschen FC vor dem Saisonfinale, Herr Nietfeld?

Jonas Nietfeld: Wir wissen, dass wir den Klassenverbleib nicht mehr in der eigenen Hand haben. Aber mit Arminia Bielefeld spielen wir zumindest noch gegen einen direkten Konkurrenten. Mit zwei Siegen haben wir auf jeden Fall die Chance, die Klasse zu halten. Der Glaube ist weiterhin vorhanden.

Nach zwei Siegen gab es zuletzt beim 0:1 gegen die SpVgg Unterhaching einen Rückschlag. Ihr Fazit zum Spiel?

Ich habe es der Mannschaft schon direkt nach dem Abpfiff gesagt: Bis zum Gegentor haben wir ein super Spiel gemacht und den Gegner ständig unter Druck gesetzt. Zwei bis drei Möglichkeiten hätten wir nutzen müssen. Der Gegentreffer hat uns dann etwas den Zahn gezogen, und wir waren nicht mehr so zwingend wie vorher. Insgesamt können wir aber viel Positives aus der Partie mitnehmen und wir lassen uns nicht entmutigen. In Bielefeld wollen wir leistungstechnisch genau da weitermachen.

Wie schwer war es für Sie, aufgrund einer Gelb-Sperre nur zuschauen zu können?

Extrem schwer. Ich war sehr nervös auf der Tribüne. Die erste halbe Stunde habe ich nur gestanden und bin unkontrolliert herumgelaufen, weil ich nicht still sitzen konnte. Es ist echt beschissen, wenn du selbst nicht helfen kannst und es auf dem Platz gerade um alles geht. Ich war angespannter und aufgeregter als wenn ich selbst spiele.

Am Samstag geht es nun zum direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld, der vier Zähler vor Ihnen rangiert. Fühlt es sich etwas wie das vorgezogene Endspiel an?

Ja – uns hilft nur ein Dreier. Wir können uns auf nichts anderes als unsere eigene Leistung verlassen. Waldhof Mannheim spielt außerdem erst nach uns, sodass wir nicht wissen, ob wir bei einem Unentschieden oder einer Niederlage noch Chancen auf den Klassenerhalt haben.

 

"Will unbedingt in Halle bleiben"

Wie stark schätzen Sie Bielefeld ein?

Die Arminia ist vor allem mit Ball eine Top-Mannschaft und hat viele individuell starke Spieler, die mit dem Ball gut umgehen. Zuletzt hatte Bielefeld aber ein ähnliches Problem wie wir: die fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Wir dürfen die Arminia nicht zu viel spielen lassen, müssen sie ständig bearbeiten. Außerdem dürfen wir Fabian Klos als Zielspieler nie außer Acht lassen.

Bei einer Niederlage könnte der Abstieg des HFC bereits besiegelt sein. Wie ist diese Woche die Stimmung im Team?

Man merkt dem Team schon den Rückschlag gegen Haching an. Einige Jungs waren nach der Partie gefrustet in der Kabine. Das ist normal – wir alle wissen, dass mehr drin war. Aber das Spiel darf uns jetzt nicht weiter beeinflussen. Wir haben insgesamt einen sehr guten Spirit im Team. Zwischenzeitlich wurden wir von einigen schon abgeschrieben. Aber wir haben uns wieder heran gekämpft und geben alles dafür, dass wir am Ende über dem Strich stehen. Jeder bei uns weiß, dass immer noch alles drin ist für uns.

Was tragen Sie als Kapitän dazu bei, dass Ihr Team positiv in das Spiel in Bielefeld geht?

Ich lebe jeden Tag vor, dass wir weiter daran glauben müssen. Auch einige Einzelgespräche mit Teamkollegen habe ich schon geführt. Die meisten Spieler haben das positive Mindset ohnehin schon verinnerlicht. Den wenigen Jungs, die noch zweifeln, werde ich die Zweifel nehmen. Es geht aktuell darum, jeden im Team mitzunehmen und mitzureißen.

Nach Ihrer Gelb-Sperre gegen Haching stoßen Sie in Bielefeld zur Mannschaft zurück. Wie heiß sind Sie nach der Zwangspause?

Noch heißer kann man in diesem Spiel ohnehin nicht sein. Genau solche Begegnungen liebe ich als Sportler. Es geht um alles und es ist für beide Teams eine wahnsinnige Drucksituation. Sicher wäre es schöner, wenn es um den Aufstieg – und nicht um den Abstieg – gehen würde. Aber wir sind nun einmal jetzt in dieser Situation und nehmen sie an.

Sie haben einen Vertrag bis 2026, der aber nicht für die 4. Liga gilt. Wie fühlt es sich an, auch für die eigene Zukunft im Verein zu spielen?

Natürlich erhöht das noch einmal den Druck auf den Klassenverbleib. Wir alle wollen in der 3. Liga bleiben – für den Verein und auch für uns selbst. Ich selbst kann nur sagen, dass ich unbedingt in Halle bleiben will und alles dafür reinwerfe.

 

   

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