Havelse enttäuscht und kommt Abstieg näher: "Das ist scheiße"

Es war als "Endspiel" im Abstiegskampf ausgerufen worden. Doch letztlich enttäuschte der TSV Havelse zu Hause gegen den SC Verl komplett und verlor mit 1:3. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen extrem schlecht. Auch von den Beteiligten versuchte niemand etwas schönzureden.

"Wir haben nicht die Leistung gebracht"

Es war die Chance, mit dem Gegner punktemäßig gleichzuziehen und auf vier Zähler an das rettende Ufer heranzurücken. Ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Doch nach 90 extrem enttäuschenden Minuten bleibt beim Aufsteiger nur noch eine minimale Resthoffnung, nicht abzusteigen. "Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns. Es wird sehr eng, wenn wir so weitermachen", sagte Noah Plume bei "MagentaSport". Der defensive Mittelfeldspieler meinte, das Team sei "sehr schlecht ins Spiel gekommen. Dann musst du wieder hinterher rennen. Das ist scheiße". Von einem aufopferungsvollen Kampf um die nötigen drei Punkte war nichts zu sehen.

Stattdessen brachte Lukas Petkov die Verler nach zwölf Minuten in Führung. Per Strafstoß legte Leandro Putaro nach (34.). Nico Ochojski sorgte nach 66 Minuten für die Entscheidung. "Am Ende war es gerade in der ersten Halbzeit eine schlechte Leistung", kritisierte Trainer Rüdiger Ziehl. "Wir haben nicht die Leistung gebracht, schlecht verteidigt und haben selbst wenige Aktionen nach vorn gehabt", so der 44-Jährige, der natürlich von einer verdienten Niederlage sprach. "Es wird nicht leichter. Das war für alle klar, dass es eine sehr hohe Bedeutung hat." Das 1:3 von Torben Engelking nach 82 Minuten hatte letztlich keinerlei Relevanz mehr. "Die Tabelle sieht schlecht aus, da muss man nicht drumherum reden."

"Befreit aufspielen" statt zu viel Druck

Sieben Punkte liegt Havelse nun schon hinter dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Der Gang zurück in die Regionalliga rückt immer näher und scheint unausweichlich. Doch seine Mannschaft habe in dieser Saison schon gute Reaktionen gezeigt. "Nach sieben Niederlagen zu Beginn dachten alle, wir steigen mit zehn Punkten ab. Jetzt haben wir schon mehr". Stimmt, 22 sind es. "Das lässt mich hoffen, dass wir die Kurve kriegen können." Allerdings stehen auch noch Duelle gegen Eintracht Braunschweig, den VfL Osnabrück und Waldhof Mannheim an. Es wird definitiv nicht leichter, ein Spiel zu gewinnen.

Allerdings hatte das Team auch schon Ausrufezeichen gesetzt, einen Punkt in Magdeburg geholt oder den SV Meppen mit 3:0 besiegt. Dieses Gesicht konnte die Mannschaft zuletzt jedoch nicht mehr zeigen. "Diese Diskrepanz ist nicht zu erklären", so Ziehl. "Man könnte meinen, wir hätten zwei unterschiedliche Mannschaften auf dem Platz." Eine Erklärung für den Leistungsabfall könnte die steigende Drucksituation sein, "weil es dem Ende zugeht". Doch seine Herangehensweise ist eine andere: Da nun niemand mehr auf den TSV setze, "kann man schon befreit aufspielen". Etwas anderes scheint auch nicht mehr übrig zu bleiben.

   
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