"Hatten schönere Spiele": SVWW bleibt in Schlagdistanz

Die Trainingsbedingungen waren schwierig, das Spiel war nicht schön – und trotzdem holte sich der SV Wehen Wiesbaden in Mannheim den dritten Sieg in Folge. Entscheidend war der Treffer von Winter-Neuzugang Gustaf Nilsson, der sein Tordebüt schon in der Vorwoche feierte. Neben dem wichtigen Dreier im Aufstiegsrennen konnten sich die Hessen zudem über die Rückkehr von Gianluca Korte freuen.

SVWW oben dabei

Das Verletzungspech bleibt dem SV Wehen Wiesbaden in dieser Saison treu, denn zuletzt vermeldete der hessische Klub das vorzeitige Saisonaus von Angreifer Dominik Prokop. Der Österreicher wurde mitten in der Spielzeit verpflichtet, um wiederum den Ausfall von Gianluca Korte zu kompensieren. Am Samstag war der Flügelspieler, dessen Zwillingsbruder einst gemeinsam mit ihm beim SV Waldhof Mannheim spielte, wieder auf dem Feld – und kassierte beim Interview mit "MagentaSport" eine brüderliche Spitze von Raffael Korte: "Ich weiß nicht, ob er so viel mit dem Tor zu tun hatte oder nur beim Jubeln dabei war."

Tatsächlich war Korte nur wenige Sekunden auf dem Platz, als SVWW-Stürmer Gustaf Nilsson den umjubelten Siegtreffer in der Schlussminute erzielte. Die anschließende Analyse fiel Gianluca Korte leicht: "Dass uns auch mal der Lucky Punch gelingt, ist umso wichtiger. Wir wollten die Siegesserie aufrecht erhalten, das haben wir jetzt geschafft." Denn Wiesbaden ist nun seit drei Spielen in Folge ohne Punktverlust, steigt damit wieder voll in das Rennen um die Aufstiegsplätze ein. Zwar haben die drei bestplatzierten Teams jeweils ein Spiel weniger absolviert, aber mit 38 Punkten platziert sich der SVWW als einer der ersten Verfolger.

"Maximal ein Standard rutscht noch rein"

Sehr auch zur Freude von Cheftrainer Rüdiger Rehm. "Wir hatten in den letzten Wochen schönere Spiele", gestand der Coach nach Abpfiff ein und verwies darauf, dass die Spiele auch schonmal "mehr Spaß gemacht" hatten. Auf der anderen Seite fuhren die Hessen den dritten Dreier in Serie ein, obwohl der Wintereinbruch auch den SVWW kalt erwischte: "Wir haben trainiert wie ein Kreisligist. Ein Kreisligist trainiert, glaube ich, sogar öfters. Alles andere war eher Bewegungstherapie und keine Trainingseinheit." Entsprechend schwierig gestaltete sich das Wiesbadener Spiel im ersten Abschnitt, für den Rehm in der Pressekonferenz ein Lob an Mannheim aussprach: "Waldhof war die gefährlichere Mannschaft, da waren wir mit einem 0:0 zur Pause sehr einverstanden."

Nach dem Seitenwechsel war der SVWW dann präsenter, konnte Mannheim "hinten reindrücken" und sich Chancen erarbeiten, die "wir nicht reingemacht" haben. Auf der anderen Seite retteten sich die Wiesbadener mehrfach aus Gefahrensituationen, darunter auch zwei Klärungen auf der Linie. "Du denkst als Trainer, dass es vermutlich ein torloses Remis wird, maximal ein Standard rutscht vielleicht noch rein", erklärte Rehm die Sichtweise eines Fußballlehres an der Seitenlinie – und behielt Recht, denn so kam es schließlich. Im direkten Vergleich zur 0:1-Niederlage im Hinrundenspiel hielt der Coach daher fairerweise fest: "Dieses Mal waren wir der glücklichere Sieger." Weiter ausbauen kann Wiesbaden seine Serie am Montag in einer Woche, wenn der KFC Uerdingen zu Gast ist.

   
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