Hansa Rostock mit Kampf und Krampf zum Landespokalsieg

Der F.C. Hansa Rostock steht nach dem 2:1-Erfolg über den FC Mecklenburg Schwerin nicht nur als Landespokalsieger in Mecklenburg-Vorpommern fest, sondern darf sich dadurch auch über die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Spielzeit freuen. Ein Selbstläufer waren die 90 Minuten in Neustrelitz aber beileibe nicht.

Dotchev: "War nicht das Gelbe vom Ei"

Lange mussten die rund 3100 Zuschauer im Parkstadion zu Neustrelitz auf eine Initialzündung warten. Fast eine halbe Stunde lang bot sich den Betrachtern ein eher ermüdender und auf Sparflamme geführter Pokalfight zwischen Hansa Rostock und Oberligist FC Mecklenburg Schwerin, ehe der Favorit doch das Publikum aus der Lethargie reißen konnte. Owusu flankte auf Breier, der sehenswert per Flugkopfball zur 1:0-Führung für den FCH einnetzte (30.)

Doch wer nun auf einen munteren Schlagabtausch hoffte, wurde lange Zeit bitter enttäuscht. "Das war wirklich nicht das Gelbe vom Ei, ich habe mir das nicht so vorgestellt", musste auch Hansa-Chefcoach Pavel Dotchev im Nachgang der Partie gegenüber den "Norddeutschen Neusten Nachrichten" einräumen, der dies jedoch auch auf den "leidenschaftlich" kämpfenden Oberligisten aus der Landeshauptstadt zurückführte. Gleichzeitig musste der Fußballlehrer im Vorfeld der Partie mit Bryan Henning, Tim Väyrynen, Vladimir Rankovic und Co. auch auf einige wichtige Akteure verzichten.

Müder Start in Hälfte zwei – Scherff kontert Kaminski

Und auch der zweite Durchgang des Pokalfinals glich lange Zeit einem Sommerkick. Schwerin unterband immer wieder durch rigorose und geschickte Zweikampfführung die Angriffsbemühungen der Kogge, die ihrerseits oft an der eigenen Kreativität scheiterte und kaum Ideen im Spiel nach vorne präsentierte. Doch in der 74. Minute drohte das Spiel noch einmal zu kippen: Schwerins Kapitän Christopher Kaminski zog aus der Distanz einfach mal ab und überraschte Hansa-Schlussmann Janis Blaswich mit einem abgefälschten Schuss zum 1:1.

Der Ausgleich und die aufkommende Euphorie unter den FCM-Anhängern sollten sich jedoch nur als Strohfeuer entpuppen, nur fünf Minuten später brachte ausgerechnet der gebürtige Schweriner Lukas Scherff das Team von Pavel Dotchev wieder auf Kurs und sorgte für den letztlich entscheidenden Siegtreffer zum 2:1. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und sind erst mit dem Ausgleich wieder wach geworden. Zum Glück konnten wir das Spiel am Ende noch in der regulären Spielzeit für uns entscheiden," wusste auch Dotchev am Ende des Tages den wichtigen Pokalerfolg – der gleichzeitig den Einzug in die erste DFB-Pokalrunde und somit nicht unerhebliche Zusatzeinnahmen bedeutet – einzuordnen. Mit wem sich Hansa Rostock künftig im DFB-Pokal messen darf, wird am 8. Juni 2018 im Anschluss an das Länderspiel zwischen Deutschland und Saudi-Arabien ausgelost.

 

   
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