Hallescher FC: Hat Ralf Minge schon unterschrieben?

Die Gerüchte, dass Ralf Minge neuer Sportchef beim Halleschen FC werden könnte, verdichten sich. Laut der "Mitteldeutschen Zeitung" soll der 60-Jährige angeblich bereits am Wochenende unterschrieben haben.

Heskamp nicht in Mannheim

Eine offizielle Bestätigung des Vereins steht noch aus, es könnte nun aber schnell gehen. Minge dürfte beim HFC den Posten von Ralf Heskamp übernehmen, der am Montag schon nicht mehr zum Auswärtsspiel nach Mannheim gereist war. Zuletzt hatte der 55-Jährige die Rückendeckung von Präsident Jens Rauschenbach vermisst und sich Klarheit über seine Zukunft gewünscht – sein Vertrag läuft noch bis Dezember 2022. Ob er beurlaubt oder sein Arbeitspapier aufgelöst wird, ist noch offen.

Minge, der sich Ende April erstmals mit den HFC-Verantwortlichen ausgetauscht hatte, war zuletzt zwischen Februar 2014 und Juni 2020 Sport-Geschäftsführer bei Dynamo Dresden. Mit den Sachsen stieg der 60-Jährige in die 2. Bundesliga auf, verließ den Verein nach dem Abstieg jedoch, da er nicht mehr das volle Vertrauen gespürt hatte. Dabei war er Dynamo stets treu verbunden: Erst als Spieler (1980 bis 1991), dann als Assistent der Geschäftsführung (1991 bis 1992), Trainer der zweiten Mannschaft (1992 bis 1993) sowie als Interimstrainer der Profis und Co-Trainer (1993 bis 1995). Von 2006 bis 2007 war er zudem Aufsichtsratsmitglied, danach fungierte er zwei Jahre lang schon einmal als Sport-Geschäftsführer. Erfahrung als Übungsleiter sammelte Minge darüber hinaus auch bei Erzgebirge Aue, Fortuna Köln, Leverkusen II, der Nationalmannschaft von Georgien sowie bei der deutschen U20.

Schnorrenberg-Zukunft weiter offen

Sobald klar ist, wer beim HFC in der kommenden Saison die sportliche Leitung übernimmt, muss auch die Trainerfrage beantwortet werden. Florian Schnorrenberg, der nur noch bis zum Saisonende unter Vertrag steht, hat sich vor dem Spiel in Mannheim bedeckt gehalten, was seine eigene Zukunft angeht. Man sei aktuell im Austausch und führe viele Gespräche, sagte er am "Telekom"-Mikrofon. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und sicherlich auch zeitnah eine Entscheidung finden."

Der 44-Jährige, der seit Juni 2020 an der Seitenlinie steht, habe sich zwar vom "ersten Tag an" sehr wohl gefühlt, betonte aber auch: "Wir müssen eine realistische Zielsetzung haben – wie will der Verein diese Entwicklung vorantreiben? Dazu brauchen wir dann auch einen Kader." Nachdem das Aufgebot in dieser Saison "ein Stück weit von den Topteams" entfernt gewesen sei, will der HFC die Blicke nach zwei Jahren im Abstiegskampf in der kommenden Serie allem Anschein nach etwas weiter nach oben richten: "Man muss immer den nächsten Entwicklungsschritt nehmen", sagte Schnorrenberg. Dafür müsse das Gerüst gehalten und der Kader punktuell verstärkt werden. Zuletzt hatte Schnorrenberg seine Zukunft offen gelassen: "Wenn der Klassenerhalt geschafft ist, müssen beide Seiten sich Gedanken machen, in welche Richtung es gehen soll. Auch ich muss mich entscheiden: Was möchte ich am liebsten?" Die nächsten Tagen werden es zeigen.

   
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