"Haarsträubend!": Hachinger Frust über 0:4-Debakel

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Auch am Samstagnachmittag setzte sich die rabenschwarze Rückrundenserie der SpVgg Unterhaching weiter fort: Trotz eines vor allem in Durchgang eins kämpferisch ansprechenden Auftritts musste sich die Truppe von Claus Schromm dem 1. FC Kaiserslautern deutlich mit 0:4 geschlagen geben – für den Cheftrainer der Hachinger am Ende "viel zu viel".

Haching hadert mit der Chancenverwertung

"Das ist schon brutal", resümierte Sascha Bigalke im Gespräch mit der "Telekom" sichtlich mitgenommen nach der bitteren 0:4-Niederlage seiner SpVgg Unterhaching am Samstagnachmittag beim 1. FC Kaiserslautern. "Wir machen aktuell die Tore einfach nicht. Mit einer Führung im Nacken hast du natürlich etwas mehr Selbstvertrauen und vielleicht auch etwas mehr Spielglück. Aber wenn du immer darauf wartest, dass du in Führung gehst und dann wieder einen Nackenschlag kassierst, dann ist es einfach schwer, zurückzukommen", kritisierte der quirlige Spielmacher weiter.

Dabei hatten er und seine Mitspieler sich im ersten Durchgang der Partie durchaus teuer verkauft, in Person von Luca Marseiler sogar die hochkarätigste Möglichkeit in Halbzeit eins verbucht (17.), der junge Angreifer aber scheiterte nach einem Aussetzer von FCK-Schlussmann Grill frei vor dem Tor am Außennetz. "Wenn wir sogar das leere Tor nicht treffen, tut das schon weh. Das ist haarsträubend! Gehen wir da in Führung, kann das Spiel auch mal zu unseren Gunsten kippen", haderte auch Haching-Coach Claus Schromm mit der ausgelassenen Möglichkeit, ließ jedoch auch nicht unbetont: "Wenn man seine Chancen vergibt, darf das kein Knackpunkt sein, sondern muss einen motivieren, weiterzumachen."

Fans gehen auf die Barrikaden

Doch genau jene Motivation zum Weitermachen kam den Oberbayern spätestens nach dem Führungstreffer der Gastgeber in Minute 59 abhanden, als Lauterns Florian Pick mit einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld den Kopf von Kühlwetter fand. "Der Gegner bringt den Freistoß sehr gut rein und verwandelt den auch gut", erkannte Schromm neidlos an, "danach legt Kaiserslautern auch noch sehr schnell das 2:0 nach." Bemerkenswert aber auch: Bis kurz vor Schluss, als Greger kurz vor dem Abpfiff noch einmal an die Latte köpfte (90.+3), brachte Unterhaching keine wirklich nennenswerten Aktionen mehr auf das FCK-Gehäuse zustande. Für Schromm jedoch fiel das Ergebnis, welches Lauterns Hainault (88.) und Hemlein (90.+1) noch auf 4:0 hochschraubten, trotzdem am Ende zu hoch aus: "Wir haben nach dem 0:2 noch einmal umgestellt, um über die eine oder andere Möglichkeit vielleicht noch einmal ranzukommen. Dass uns Kaiserslautern dann noch einmal zwei eingeschenkt hat, ist in meinen Augen bitter und auch einfach zu viel."

Nach Abpfiff gingen die mitgereisten Fans auf die Barrikaden und lieferten sich teilweise ein wütendes Wortgefecht mit den Spielern – zumal die Mannschaft zuvor bereits in der Kabine verschwunden war. "Ich kann verstehen, dass die Fans heute sauer sind, denn dass wir nach so einem Spiel mit 0:4 nach Hause fahren, ist unerklärlich. Hut ab aber, wie sie uns über die 90 Minuten und auch nach dem Abpfiff hier noch supporten und an uns glauben: absoluter Respekt von meiner Seite", so Schromm. "Uns fehlt im Moment einfach das Tor, das nötige Erfolgserlebnis. Es fehlt, dass wir uns endlich mal belohnen für den Aufwand, den wir betreiben."

Chance zur Wiedergutmachung und sich für ebenjenen Aufwand mal wieder zu belohnen hat die Spielvereinigung schon am kommenden Samstag im Duell mit den Sportfreunden Lotte, ehe man am 38. Spieltag beim bereits aufgestiegenen Meister aus Osnabrück gastiert. Es wird in jedem Fall noch ein ganz enges Höschen im Abstiegskampf für Claus Schromm und seine Hachinger, die schnellstmöglich die Kurve kriegen müssen.

   

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