Grunderneuerter FCM schlägt mit Geschlossenheit zurück

Was am Samstag nicht klappte, holte der 1. FC Magdeburg am Dienstag nach. Mit einem 1:0-Auswärtssieg in Würzburg schlugen die Blau-Weißen im Abstiegskampf zurück. Auf dem Weg dorthin entschied sich Trainer Claus-Dieter Wollitz für etliche personelle Veränderungen und betonte damit die neue Magdeburger Stärke: die mannschaftliche Geschlossenheit. 

Wollitz bringt acht Neue

Auf der Pressekonferenz nach Spielende holte Claus-Dieter Wollitz aus und wagte einen Rückblick auf das letztwöchige Quarantäne-Trainingslager. Dort habe er seinen Spielern verdeutlicht, dass es "für mich ganz wichtig ist, die ganze Mannschaft mitzunehmen. Und wenn ich das sage, dann sollte ich auch danach handeln." Das tat der der 54-Jährige in Würzburg und brachte im Vergleich zur Pleite gegen Kaiserslautern gleich acht frische Kräfte. Gerade in Mittelfeld und Angriff blieb nichts, wie es war. Wollitz' Mut zahlte sich aus. Im "Kampf der Kulturen" – Würzburg-Trainer Schiele hatte eine unveränderte Elf an den Start gebracht – behielten die Elbestädter die Oberhand.

Danach sah es in der Anfangsphase noch nicht aus. Der FWK hatte mehr vom Spiel, Magdeburgs grunderneuerte Mannschaft hingegen Mühe, ihre Linie zu finden. Das änderte sich im Verlauf der ersten Halbzeit: Kurz vor der Pause köpfte Tobias Müller nach einer Ecke gegen die Laufrichtung von Kickers-Schlussmann Vincent Müller und belohnte seine Farben (38.). Etwas Glück war jedoch dabei, wie der Torschütze anschließend am "Telekom"-Mikrofon gestand: "Ich treffe ihn eigentlich eher mit der Nase – umso glücklicher bin ich, dass der dann an allen Gegenspielern vorbeigeht und hinten im Tor zappelt." Zumal der FCM den Angriffswellen der formstarken Würzburger auch im zweiten Durchgang standhielt und aus dem Torschützen der Matchwinner wurde. 

"Glaube, dass nicht viele so den Mut haben"

Nachdem auch der letzte Würzburger Abschluss am Tor vorbeigestrichen war, durften die Magdeburger aufatmen. Das 1:0 bedeutete den ersten Auswärtssieg des Kalenderjahres, im Abstiegskampf verschaffte sich der FCM ein wenig Luft. Nicht ohne Stolz resümierte Trainer Wollitz bei "Magenta Sport" seine Ideen: "Ich glaube, dass nicht so viele im Abstiegskampf so den Mut haben, acht Mann zu wechseln – zumal wir am Samstag sehr, sehr gut gespielt haben." Letztlich sei die Maßnahme nur im Sinne des Teamgeistes zu verstehen. "Aber die Mannschaft lebt das. Und deswegen sind wir heute auch mal belohnt worden." 

Dass es in der Mannschaft stimmt, zeigte ebenso der Umgang mit dem einzigen Wermutstropfen der Partie: FCM-Abwehrmann Bomheuer zog sich bereits im ersten Durchgang eine schwere Knieverletzung zu, die Kollegen spornte das nur noch stärker an. Auch der Siegtorschütze war nach Spielende mit den Gedanken bei Bomheuer: "Für ihn haben wir uns heute in der zweiten Halbzeit auch reingeschmissen in jeden Zweikampf und am Ende für ihn auch den Sieg geholt." 

   
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