Fünf Gründe, warum 1860 seinen Ansprüchen derzeit hinterherläuft

Erst zehn Punkte nach sieben Spielen und lediglich Tabellenplatz elf: Als Aufstiegsfavorit in die Saison gestartet, läuft der TSV 1860 München seinen Ansprüchen bislang hinterher. liga3-online.de nennt die Gründe dafür.

Grund 1: Erfolgsdruck

Er habe "nicht ewig Zeit" für eine Rückkehr in die 2. Bundesliga, sagte 1860-Torjäger Sascha Mölders noch zu Jahresbeginn, als die Münchner Löwen mitten drin im Rennen um die Aufstiegsplätze waren. Dass die Entscheidung der Vorsaison erst am 38. Spieltag fallen würde, das ahnten zu diesem Zeitpunkt nur die Wenigsten. Und was macht eine Mannschaft, die am Ende ganz knapp gescheitert ist? Natürlich: wieder angreifen!

Doch das erwarten nicht nur die Fans auf Giesings Höhen von ihren Löwen, sondern auch nahezu jeder, der es mit der 3. Liga hält – inklusive der Trainer. Gleich 15 Mal wurde 1860 von den Kollegen zum Top-Favoriten für diese Saison auserkoren, weswegen es nicht unbedingt überrascht, dass sich die Drucksituation im Grünwalder Stadion vom Jäger zum Gejagten gewandelt hat. Die Zeit des Understatements, welches auch 1860-Coach Michael Köllner noch bis zum Schluss der letzten Saison meisterlich betrieben hat, ist vorbei. Wie im Übrigen auch der Übungsleiter selber bekräftigte, schließlich hofft Köllner, dass "wir 18 Klubs hinter uns lassen können".

Grund 2: Konstanz fehlt

Die Hälfte davon – also neun Teams – hat 1860 tatsächlich schon zu Saisonbeginn hinter sich gelassen. Mit zehn Punkten aus sieben Partien ist der Schnitt der Löwen allerdings noch ausbaufähig. Es ist daher keine Krise, von der auf Giesings Höhen gesprochen werden muss, sondern eben die Tatsache, dass der Motor stottert – und damit landen die Löwen zwangsläufig beim Stichwort 'Konstanz'. Die fehlt nämlich noch auf der bisherigen Strecke.

Ein Beispiel: Nach Siegen gegen Würzburg (1:0) und Viktoria Köln (3:0), die zumindest streckenweise überzeugend wirkten, folgte keine Bestätigung. Das sogenannte Vergolden der dreifachen Punktgewinne blieb aus, stattdessen gab es bereits vier Unentschieden. Immerhin: Nur eine Saison-Niederlage lässt sich bislang sehen, was noch wichtig werden könnte.

Grund 3: Offensive lahmt

Dazu muss 1860 aber zunächst die Offensive wieder ins Laufen bekommen. Denn sieben Tore aus sieben Spielen – die hätte ein Sascha Mölders in der vergangenen Saison vermutlich alleine geschossen. Der bereits erwähnte 3:0-Erfolg gegen Köln war derweil erst das einzige Spiel, in dem die Löwen überhaupt mehr als ein Tor in einem Spiel geschossen haben.

Und noch offensichtlicher werden die Zahlen, wenn man sie mit der Vorsaison direkt vergleicht: Am 7. Spieltag vor einem Jahr standen bereits 14 Tore – also doppelt so viele wie jetzt – auf dem Löwen-Konto. Am Ende der Saison stellte 1860 mit 69 Toren in 38 Partien (1,8 Treffer pro Spiel) die beste Offensive der Liga. Obwohl die Sturmspitze personell kaum verändert wurde, kommt 1860 derzeit nicht an den Wert heran.

Grund 4: Mölders auf Formsuche

Das führt zwangsläufig wieder auf Sascha Mölders zurück, der immerhin den Titel als Torschützenkönig zu verteidigen hat. Klar, Mölders alleine ist natürlich nicht für die Offensive eines ganzen Klubs verantwortlich – aber er kann es nunmal sein, das hat er in der vergangenen Saison bewiesen. Eine Statistik, die den Fans in dieser Hinsicht Hoffnung machen kann, ist die Tatsache, dass die Trefferquote eigentlich nicht allzu weit weg liegt. 22 Tore von 69 Treffern war der Wert des Vorjahres – und damit erzielte Mölders knapp 32 Prozent aller Löwen-Treffer. Mit seinen beiden bisherigen Treffern aus bislang sieben Spielen liegt er immerhin schon wieder bei 28 Prozent.

Aber es sind eben "nur" zwei Treffer. Klar dürfte sein, dass die Gegenspieler sich mittlerweile besser auf "die Wampe von Giesing" eingestellt haben. Der SVM nahm den 36-Jährigen beispielsweise fast komplett aus dem Spiel, sodass der Top-Stürmer nur zu zwei Chancen kam. Hier sind die Löwen als Team gefragt, um die Last der Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Grund 5: Verletzungen

Und zu guter Letzt ist 1860 in der Sommer-Vorbereitung und zum Saisonstart nicht gerade vom Glück verfolgt worden. Mit Marius Willsch (Schambeinentzündung) fehlt bereits seit Saisonstart ein Leistungsträger auf der rechten Abwehrseite, der durch Yannick Deichmann ersetzt wurde. Der Ex-Lübecker macht seine Sache zwar nicht schlecht, hat seine wahren Stärken aber vermutlich auf anderen Positionen.

Auch Daniel Wein (Achillessehnenreizung) fiel zuletzt aus und mit Semi Belkahia (Sprunggelenksverletzung) verletzte sich ein Stammspieler bereits nach den ersten 45 Minuten der neuen Saison. Nun kann man sagen, dass die Löwen immerhin ihr Team zusammengehalten haben (drei Zugänge/vier Abgänge) – aber deutlich wird auch, dass in der Vorsaison fast jedes Rädchen wirklich ineinander gegriffen hat. Ein Punkt, an den die Löwen aktuell erst wieder ankommen müssen.

   
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