Fünf Gründe für den Aufschwung des MSV Duisburg

Mit dem 2:1-Sieg gegen Viktoria Köln zum Abschluss des 16. Spieltags konnte sich der MSV Duisburg ein komfortables Polster als Spitzenreiter der 3. Liga erspielen. Nachdem die Zebras schon zu Saisonbeginn auftrumpften, fielen sie zwischenzeitlich in ein kleineres Tief – und kamen nun umso stärker mit fünf Siegen aus den letzten fünf Partien daraus hervor. liga3-online.de nennt fünf Gründe für den Aufschwung.

Grund 1: Duisburger Jungs

Im schnelllebigen Profi-Fußballgeschäft ist es eine angenehme Abwechslung, dass beim MSV Duisburg die ausgegebene Marschroute der jungen Spieler mit regionalem Bezug auch in die Tat umgesetzt wird – immerhin gehören mit Moritz Stoppelkamp, Lukas Daschner und Vincent Gembalies in den letzten Wochen drei gebürtige Duisburger zum Aufgebot von Trainer Torsten Lieberknecht. Aber Identifikation alleine reicht nicht, ein gewisser Erfolg sollte mitwirken. Stoppelkamp (11 Tore, 6 Vorlagen) und Daschner (7 Tore, 4 Vorlagen) füllen die Worte mit Leben.

Grund 2: Junge Abwehr stabilisiert

Bleibt noch Gembalies als Musterbeispiel für den Aufschwung, den die Duisburger nach zwei Niederlagen gegen Meppen und Chemnitz und dem Aus im Landespokal nun wieder erfahren. Denn seit der 19-jährige Youngster für Ex-Nationalspieler Marvin Compper in die Startelf rückte, hat der MSV in den letzten fünf Spielen keinen einzigen Punktverlust mehr hinnehmen müssen. Trotzdem gestand Lieberknecht seiner ohnehin jungen Abwehr noch Fehler ein, bei einem Durchschnittsalter von 21,25 Jahren in der Viererkette aber auch kein Wunder – drei Gegentreffer in den letzten fünf Spielen sind trotzdem eine deutliche Defensivsteigerung gegenüber 18 Treffern in den vorherigen elf Partien.

Grund 3: Torjägervielfalt

Sorgen bereitete den Fans vor dem Montagsspiel gegen den FC Viktoria Köln in erster Linie der Ausfall von Top-Scorer Moritz Stoppelkamp. Der MSV-Torjäger musste zwar Albert Bunjaku im Rennen um die Torschützenkrone vorbeiziehen lassen, aufgrund seiner elf Treffer ist der 32-Jährige dennoch unentbehrlich – dachten jedenfalls alle. Aber wie die Montagspartie zeigte, können die Kicker vom MSV auch mal auf ihren Kapitän verzichten, denn insgesamt steuerten bereits acht weitere Spieler einen Treffer für die Zebras bei. Hinter den Duisburger Jungs fallen da insbesondere Vincent Vermeij, Leroy-Jacques Mickels und Neu-Edeljoker Lukas Scepanik ins Gewicht.

Grund 4: "Wahnsinn"

Da wären wir auch schon beim Stichwort: Leroy-Jacques Mickels. Der gebürtige Siegburger lernte zwar bei Borussia Mönchengladbach das Kicken, driftete danach aber mehrfach in die Vereinslosigkeit ab. Über Einsätze in der Oberliga spielte sich Mickels zurück in den Profifußball und überzeugte beim MSV Duisburg vor allem mit der gewissen Portion 'Wahnsinn' in seinen Aktionen. Damit steht der 24-Jährige symbolisch für die fußballerische Finesse, die den Duisburger 35-Tore-Angriff aktuell ausmacht. Aber obacht: Zuviel des Guten ist manchmal auch schwierig, wie die letzten beiden Auftritte der Duisburger auch bewiesen.

Grund 5: Nötige Ruhe gefunden

Als Duisburg vor drei Jahren bereits die Drittliga-Tabellenführung unter Trainer Ilia Gruev fast durchgängig in der Saison für sich beanspruchte, war das Publikum oftmals unzufrieden – vor eigenen Rängen wurden die Zebras trotz Spitzenreiter-Position nicht selten ausgepfiffen. Die attraktive Spielweise mit dem gefährlichsten Sturm der Liga ließ in dieser Hinsicht Ruhe einkehren, wenngleich auch zur Halbzeitpause gegen die Viktoria vereinzelt Pfiffe von den Rängen kamen. Gleichzeitig hat aber auch die Mannschaft auf dem Platz die nötige Ruhe für ein erfolgreiches Auftreten gefunden: Trotz Rückschlägen in Form von Gegentoren ließen sich die Zebras gegen Rostock und Köln nicht beirren – und erzwangen sich jeweils kurz vor Schluss das Glück des Tüchtigen.

   
  • Remo Wiesner

    Genau, Grund 6)

    – Das Glück des Tüchtigen
    oder
    – Unvermögen der Gegner

    Denn weder gegen Köln, schon gar nicht gegen Rostock hat der MSV verdient gewonnen :D
    Aber Fußball ist und bleibt Ergebnissport und 5/5 sind schon sehr respektabel.

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