Fünf Erkenntnisse vom Auftakt ins Drittliga-Jahr 2020

Strauchelnde Favoriten, lebendige Kellerkinde, Spielwendungen und Platzverweise: Der 21. Spieltag bot reichlich Action und machte Lust auf mehr. Diese fünf Erkenntnisse zieht liga3-online.de aus dem Start in die Restrunde.

1) Die Form ist nichts wert

Wer gut drauf ist, würde am liebsten gar nicht in die Winterpause gehen – so äußern es zumindest regelmäßig Fußballer. Offenbar steckt ein Funken Wahrheit dahinter. Denn der SV Meppen, der im Spätherbst immer wieder für Positivschlagzeilen sorgte, kassierte mit dem 0:1 daheim gegen Aufsteiger Waldhof Mannheim einen ordentlichen Stimmungsdämpfer. Auch der KFC Uerdingen, zuletzt fünf Mal ungeschlagen, zog klar den Kürzeren beim 0:3 gegen Bayern II. Zwickau dagegen, das zuletzt nur einmal in sieben Spielen gewann, holte trotz Rückstand den 2:1-Auswärtscoup in Magdeburg. Hier hat die Pause offenbar gut getan.

2) Unruhige Winter wirken nach

Vor allem auf Magdeburg und Braunschweig waren aus verschiedenen Gründen die Augen gerichtet: Beim FCM debütierte Claus-Dieter Wollitz als Trainer, die Eintracht hatte starke Wintertransfers für die Offensive (Marvin Pourie, Merveille Biankadi) verkündet. Doch die Unruhe, die in Magdeburg durch den Trainertausch und in Braunschweig durch die Kaderumstrukturierung entstanden ist, hat den Druck erhöht – und beide Teams konnten nicht abliefern. Gerade der BTSV muss nach der derben 1:4-Niederlage bei 1860 München aufpassen. Er hat seinen Kader, das kritisieren auch viele Fans, offenbar nicht ausgewogen zusammengestellt. Noch bleiben einige Tage, um ein Defensiv-Ass zu präsentieren.

3) Im Keller brennt noch Licht

Im Vorfeld war der Endspielcharakter des Duells zwischen Carl Zeiss Jena und Preußen Münster lange klar. Durch den ersten Auswärtssieg der Saison schöpften die Westfalen neue Hoffnung – Jena ist mit zehn Punkten Rückstand weit abgeschlagen. Bis auf Jena punkteten auch alle anderen Abstiegsanwärter. Viktoria Köln und der Chemnitzer FC etwa machten mit einem phasenweise rasanten 2:2-Remis auf sich aufmerksam. Gerade Köln, das einen schlimmen tabellarischen Absturz durchgemacht hatte, überzeugte mit gutem Kombinationsfußball. Sonnenhof Großaspach holte dank eines bärenstarken Torhüters ein zugegeben schmeichelhaftes 0:0 in Kaiserslautern. Doch nicht alles lief zugunsten der Kellerkinder – siehe nächster Punkt.

4) Der Abstiegskampf wird turbulent

Sieben Abstiegsanwärter hatten wir in unseren Prognosen vor diesem Wochenende ausgemacht. Aber wie das so ist: Der eine oder andere Klub hat offenbar etwas dagegen. Zwickaus Ausrufezeichen in Magdeburg – der FSV profitierte zunächst von schludriger FCM-Chancenverwertung und drehte der Offensive des Gegners dann humorlos den Saft ab – bringt den Sachsen sechs Zähler Vorsprung auf den "bösen" 17. Platz. Auch die Bayern-Bubis, vom spielerischen Vermögen her ohnehin kein klassischer Abstiegskandidat, haben sich befreit. Und so sind es gegenwärtig, wie immer kann sich die Lage binnen weniger Wochen um 180 Grad wenden, vorerst nur noch fünf Mannschaften, die um einen "rettenden" Rang kämpfen. Was wiederum jenes Szenario wahrscheinlicher macht, das wieder 45 Zähler für den Nichtabstieg nötig sein werden.

5) Strengere Linie hat Folgen

Auch in der 3. Liga haben die Schiedsrichter ihrer angekündigten verschärften Regelauslegung Taten folgen lassen und etwa das Reklamieren und Meckern einiger Spieler konsequent mit der Verwarnung bestraft. Besonders überflüssig war wohl die Gelb-Rote Karte gegen Arianit Ferati von Mannheim, der sich in Meppen zwei Verwarnungen binnen einer Minute abholte – wobei die zweite gelbe Karte in den Augen von liga3-online.de-Experte Babak Rafati jedoch eine Fehlentscheidung war. Bei Würzburg gegen Haching gab es gleich zwei Platzverweise, in Jena zückte Schiri Mitja Stegemann insgesamt zehn Mal eine Karte. Auch in Uerdingen respektive Düsseldorf sowie in Chemnitz wurden sechs Spieler mit Verwarnungen bedacht.

   
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