Fragen und Antworten: Wie es beim FCK jetzt weitergeht

Seit Freitagabend ist amtlich, was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hat: Der 1. FC Kaiserslautern ist erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die 3. Liga abgestiegen. Wie geht es für den viermaligen Deutschen Meister jetzt weiter? Wie sieht es personell und finanziell aus? Und erhält der FCK die Zulassung für die 3. Liga? liga3-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

[box type="info" size="large"]Personalien[/box]

Wie viele Spieler stehen aktuell für die 3. Liga unter Vertrag?

Der 1. FC Kaiserslautern steht nach dem erstmaligen Abstieg in die 3. Liga vor einem großen personellen Umbruch. Nur vier Spieler des aktuellen Kaders haben auch einen Vertrag für die 3. Liga. Einer von ihnen ist der bereits 35-jährige Stürmer Halil Altintop, der erst im Januar zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückkehrte.

Welche Spieler werden den FCK verlassen?

Da rund 90 Prozent der Spieler keinen Vertrag für die 3. Liga besitzen, haben die Vereinsverantwortlichen bereits angekündigt, abklopfen zu wollen, wer sich dennoch einen Verbleib beim 1. FC Kaiserslautern vorstellen könne. Dass dabei einige Akteure wie die Leihspieler Ruben Jenssen, Marius Müller, Lukas Spalvis, Osayamen Osawe und Jan-Ingwer Callsen-Bracker oder auch Profis wie Christoph Moritz und Philipp Mwene nach einer persönlich ordentlichen Saison aber kaum zu halten sein werden, ist relativ sicher. Auch ein Abgang des zuletzt starken Brandon Borello gilt laut "Kicker" als wahrscheinlich.

Wer geht mit dem 1. FC Kaiserslautern in die 3. Liga?

Der 1. FC Kaiserslautern wird sich zukünftig vor allem jünger und regionaler präsentieren, neben dem erfahrenen Halil Altintop könnten die Nachwuchsspieler Dylan Esmel, Carlo Sickinger und Flavius Botiseriu ein Teil des neuen Teams sein. Zudem verlängerte zuletzt auch Torhüter Jan-Ole Sievers seinen Vertrag bei den Roten Teufeln und wird dem Betzenberg somit treu bleiben. Geht es nach den Verantwortlichen um Sportvorstand Martin Bader und Sportdirektor Boris Notzen, sollen zudem noch weitere Spieler von einem Verbleib überzeigt werden. Um wen es sich dabei handeln könnte, ist aber noch nicht bekannt.

Stehen schon Neuzugänge fest?

Noch sind zwar keine neuen Spieler bekanntgegeben worden, allerdings sollen die Gespräche mit einigen möglichen externen Neuzugängen schon weit vorangeschritten sein. So gilt beispielsweise Max Grün vom VfL Wolfsburg als Favorit für die Torhüter-Position und "Sport1" berichtete von einem angeblichen Interesse des FCK an Arminia Bielefelds Abwehrspieler Florian Dick, der bereits zwischen 2008 und 2014 für die Roten Teufel auflief.

Bleibt Michael Frontzeck Trainer?

Michael Frontzeck kam erst Anfang Februar als Ersatz für den erkrankten Jeff Strasser zum 1. FC Kaiserslautern und kann bisher mit einer ganz vernünftigen Bilanz aufwarten. Immerhin holte der Verein in den ersten 13 Spielen unter dem 54-jährigen Coach 17 Zähler und schaffte durch kämpferisch gute Leistungen auch den Schulterschluss mit dem eigenen Fans. Da der Vertrag von Frontzeck auch für die 3. Liga gilt, soll die Zusammenarbeit in der kommenden Spielzeit fortgesetzt werden.

 

[box type="info" size="large"]Lizenz und Etat[/box]

 

Wird der FCK die Zulassung für die 3. Liga erhalten?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat dem 1. FC Kaiserslautern die Drittliga-Lizenz zwar erteilt, sie aber gleichzeitig an einige Auflagen und Bedingungen geknüpft, die der Verein bis zum 29. Mai erfüllen muss. Ganz konkret geht es dabei etwa um Sponsorenverträge, die noch verlängert oder bis zum Ablauf der Frist nachgewiesen werden müssen. FCK-Vorstandschef Michael Klatt ist dabei guter Dinge, dass der 1. FC Kaiserslautern alle Auflagen und Bedingungen fristgerecht erfüllen wird und in der kommenden Spielzeit somit in der 3. Liga antreten darf. "Ich bin optimistisch, dass die restlichen Unterlagen pünktlich eingereicht werden können und wir dann auch die Lizenz erhalten werden", so Bader gegenüber dem "Kicker". Dennoch stehe der Verein in der 3. Liga vor einer "riesigen Herausforderung". Das Schicksal des TSV 1860 München, die nach dem Abstieg keine Lizenz erhielten und in die Regionalliga abstürzten, droht dem FCK aber sehr wahrscheinlich nicht.

Mit welchem Etat plant der 1. FC Kaiserslautern für die kommende Saison?

In der 3. Liga plant Finanzvorstand Michael Klatt mit einem Kaderbudget von fünf Millionen Euro. Nachdem dem 1. FC Kaiserslautern vor der Spielzeit 2017/2018 noch rund 13 Millionen Euro zur Verfügung hatte, sinkt der Etat somit um mehr als die Hälfte. Dennoch wird der FCK in der 3. Liga zunächst einmal zu den finanzstärkeren Vereinen gehören. Zudem könnte eine mögliche Ausgliederung der Profiabteilung auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Juni die Türen für externes Kapital öffnen, das der Verein zumindest teilweise in den Kader investieren könnte.

 

[box type="info" size="large"]Ziele und Stadionfrage[/box]

Ist der direkte Wiederaufstieg das Ziel?

Der Wiederaufstieg ist für den 1. FC Kaiserslautern bei einem Etat von fünf Millionen Euro und unter der Berücksichtigung der großen finanziellen Lücke zwischen der 2. Bundesliga und Liga 3 auf jeden Fall Pflicht. Andernfalls droht dem Verein, alsbald vollständig von der Fußballlandkarte zu verschwinden, da sich die Schuldenlast in der 3. Liga wohl kaum wird abbauen lassen. Wozu das führen kann, mussten in dieser Saison schon Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC leidvoll erfahren. Beide Vereine meldeten Insolvenz an und werden in der kommenden Spielzeit nur noch in der Regionalliga antreten.

Trägt der FCK seine Heimspiele weiterhin im Fritz-Walter-Stadion aus?

Die Stadionfrage wurde von Stadt und Verein bereits seit längerer Zeit kontrovers diskutiert und hätte auch bei der Erteilung der Drittliga-Lizenz eine ganz entscheidende Rolle spielen können. Bereits in dieser Spielzeit zahlte der 1. FC Kaiserslautern nämlich nur 2,4 Millionen Euro an Miete an die städtische Stadiongesellschaft, obwohl eigentlich eine Mindestpacht von 3,2 Millionen Euro pro Saison vereinbart worden war. Mit dem Abstieg will und kann der Verein nur noch 425.000 Euro zahlen und hat nach langen Verhandlungen zusammen mit der Stadt schließlich eine Lösung gefunden. Demnach finanziert die Stadt den Mietausfall zukünftig aus dem Haushalt, ohne dabei aber, wie zunächst diskutiert, die Grund- und Gewerbesteuer anheben zu müssen. Der 1. FCK verpflichtet sich hingegen, bei einem Wiederaufstieg in die Bundesliga eine Stadionmiete zu zahlen, die an die Fernsehgeldtabelle angepasst wird und dadurch entsprechend höher wäre als üblich.

Was kommt auf die FCK-Fans zu?

Mit etwas Glück erwartet die Fans des 1. FC Kaiserslautern in ihrer ersten Drittliga-Spielzeit der Vereinsgeschichte eine Saison der kurzen Wege. Sollten Waldhof Mannheim und der 1. FC Saarbrücken (bereits für die Playoffs qualifiziert) den Aufstieg schaffen, würde es zu zwei echten Derbys in der 3. Liga kommen. Zudem könnten auch Wehen Wiesbaden und der Karlsruher SC der Liga erhalten bleiben und Darmstadt 98 den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga verpassen, wodurch es noch drei weitere Mannschaften aus dem Süd-Westen der Bundesrepublik gäbe. Nicht zu vergessen natürlich die SG Sonnenhof Großaspach, sie würde für die Anhänger der Roten Teufel womöglich auch für einen kleinen Kulturschock sorgen. Denn in der 3. Liga ist vieles kleiner als in der 2. Bundesliga und zu Auswärtsfahrten der Großaspacher muss manchmal nicht einmal der Gästeblock geöffnet werden, obwohl die wenigen reiselustigen Anhänger des Vereins dennoch für ihre gute Stimmung bekannt sind. Davon überzeugen können sich die FCK-Fans in der kommenden Saison auch im Fernsehen, denn die Telekom überträgt alle Spiele der 3. Liga live.

   
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