Fortuna Düsseldorf: Wie Ende den Torhüterwechsel erklärt
Auf der Torwartposition suchte Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg einen Nachfolger von Kapitän Florian Kastenmeier. Cheftrainer Alexander Ende vertraute zunächst auf Mainz-Leihgabe Lasse Rieß, doch nach dem Fehlstart kam Louis Lord zwischen die Pfosten – und überzeugte. Ein Torwartwechsel, der dem Verein offenbar hilft.
Ende mit verspäteter Erkenntnis
Louis Lord hat Lasse Rieß nach zwei Niederlagen in der 3. Liga früh aus dem Kasten verdrängt. Viele Fans heißen den Torwartwechsel gut, was nicht zuletzt durch die überzeugenden Leistungen des 22-Jährigen im DFB-Pokal und am vergangenen Spieltag unterstrichen wurde. Zu der Erkenntnis kam auch Cheftrainer Alexander Ende. "Wir haben uns Anfang der Woche noch einmal analytisch zusammengesetzt und alle Meinungen des Trainerteams sowie des Torwarttrainers gesammelt. Unsere Wahrnehmungen waren ähnlich, deshalb haben wird gesagt: Wir werden diesen Move machen", erklärt der 46-Jährige in der "Rheinischen Post", der im Weiteren von den "Qualitäten mit dem Ball am Fuß" und der "Ruhe und Energie" von Lord schwärmt.
Über Rieß verliert der Cheftrainer nur wenige Worte. "Für Lasse ist es ein Moment, den er verdauen und als Challenge annehmen muss, die Ärmel hochzukrempeln und zu zeigen, dass er sich zurück ins Team arbeitet", so Ende, der den neuen Schlussmann stärkte: "Wenn einer über Wochen hinweg der Bessere ist, dann muss man das auch honorieren. Wir sind froh, dass Louis ein gutes Spiel gemacht hat." Die Frage, die sich aber wohl nicht nur jeder Fortuna-Fan in diesem Moment stellen muss, ist, warum dann überhaupt zunächst Rieß startete. Schließlich bekräftigte Ende, dass Lord bereits von Anfang an Vollgas gibt: "Er hat einen totalen Trainingsehrgeiz. Man merkt, dass der Junge brennt und die Chance beim Schopf packen will. Diese Vibes bringen einen Trainer dazu, zu sagen: Der ist da. Und dann bekommt er die Chance. Alle Signale, die Louis gesendet hat, waren sehr positiv."
Lords Wunsch nach Konkurrenzkampf
Ende dürfte jedenfalls erleichtert sein, denn der Torwartwechsel ist oftmals schon die letzte Patrone eines Cheftrainers. Der F95-Coach schoss sie bereits am 3. Spieltag ab. "Mir fällt dahingehend kein besonderer Stein vom Herzen, weil ich für den Spieltag so empfunden wie ich entschieden habe. Als Trainer ist es immer so: Wenn du einwechselst und es klappt, dann hast du ein gutes Händchen. Wenn es aber in die Hose geht, dann hast du Mist gemacht", führt Ende weiter aus. "Ich habe diesen Wechsel gemacht, weil Louis das Momentum hat. Man konnte fühlen, dass es bei ihm liegt."
Lord zeigt sich jedenfalls zufrieden mit seinem Liga-Debüt bei der Fortuna. "Es sind nur sehr, sehr wenige Bälle durchgekommen. Die Jungs vor mir haben einen wirklich guten Job gemacht", erzählt der 22-Jährige direkt nach seinem ersten Spiel ohne Gegentreffer. Und für den Schlussmann war der Auftritt alles andere als einfach: "Wir hatten vor dem Spiel sehr viel Druck von außen, haben dem aber prima standgehalten und eine gute Leistung abgeliefert." Das Verhältnis zu Rieß sei weiterhin gut, der Leihkeeper aus Mainz sei "niemand, der sich wegduckt". Zwischen den Torhütern soll der Konkurrenzkampf nach Lords Wunsch hoch bleiben, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen – und zwar "in den entscheidenden Momenten auch mal einen unhaltbaren Ball herauszukratzen".