Financial Fairplay: Hansa Rostock mit Drittliga-Bestwert

Nachträgliches Weihnachtsgeschenk für den F.C. Hansa Rostock: Für ihr gutes Wirtschaften in der Saison 2018/19 ist die Kogge vom DFB im Rahmen des "Financial Fair Play" mit einer Prämie in Höhe von 100.000 Euro belohnt worden.

Hansa mit Umsatzrekord

Seit 2008 belohnt der DFB Vereine, die wirtschaftlich und risikobewusst agieren, mit insgesamt 550.000 Euro pro Saison. In den beiden Kategorien "Positives Jahresergebnis" und "Planqualität" liegt der F.C. Hansa in der Saison 2018/19 ganz vorne und erhält dementsprechend den höchsten Betrag aller 20 Drittligisten. "Der 1. Platz im Financial Fairplay belohnt unsere Anstrengungen, vernünftig zu wirtschaften", freut sich Finanzvorstand Christian Hüneburg und ergänzt: "Bei dem 1. Platz in der Kategorie Planungsqualität kommt uns neben den positiven Sondereffekten unsere solide Planungspolitik entgegen. Den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung und des Wachstums mit Augenmaß gilt es nun in der Zukunft fortzusetzen."

In der vergangenen Saison verbuchte Hansa einen Umsatzrekord in Höhe von 19 Millionen Euro. Grund dafür waren unter anderem Einnahmen aus Transfers, drei Konzerte im Ostseestadion sowie Steigerungen in den Bereichen Sponsoring, Ticketing und Merchandising.

Kritik am System

Bei aller Freude über den Bestwert schlägt Hüneburg aber auch kritische Töne an: "Dass nur neun Vereine von 20 Drittligisten ein positives Financial-Fairplay-Ergebnis erreichen, zeigt uns allen in der 3. Liga, dass es noch einen großen Nachholbedarf, insbesondere bei der Verwertung der TV-Rechte, gibt." Auch Vorstandsvorsitzender Robert Marien vertritt eine "generell eher kritische Sicht auf das Financial-Fairplay-System der 3. Liga." Denn ob die finanziellen Anreize wirklich ausreichen, um Vereine künftig davon abzuhalten, riskant zu wirtschaften, um den Aufstieg in die deutlich lukrativere 2. Liga zu erzwingen, sei fraglich.

"Um den zunehmenden Insolvenzen und dem permanenten wirtschaftlichen Überlebenskampf der Vereine in der 3. Liga entgegenzusteuern, bedarf es sowohl von Seiten des Verbandes, aber auch von Seiten der Vereine sicherlich weit mehr", so Marien. Wie die anderen Klubs im Financial Fairplay der vergangenen Saison abgeschnitten haben, ist bisher nicht bekannt. Eine Veröffentlichung der Zahlen durch den DFB ist nicht vorgesehen.

   
  • Sterneneisen

    Rostock "gewinnt" das 1. FFP, obwohl Schulden gemacht wurden. Ganz großes Kino. Passt gut zu den beruflichen Schulterklopfern beim DFB.

    • Nikita

      Nein, laut Berichten ist der Schuldenberg zwar aufgrund von Abschreibungen und Zinsen wieder etwas gewachsen, neue Schulden hat Hansa aber nicht aufgenommen. Für Drittligaverhältnisse ist das schon super gewirtschaftet.

      • KWS_Gänger

        Danke für die Info. Ich hatte auch nur noch im Kopf, dass zwar Rekordumsatz vermeldet, aber trotzdem miese gemacht wurde. War deshalb auch komplett verwirrt

      • Sterneneisen

        Trotzdem das falsche Signal, wenn es Vereine gibt, die sogar Schulden abgebaut haben.

      • Nikita

        Welche Vereine wären das?

      • Sterneneisen

        HFC – 2/3 der Schulden abgebaut, darüber hinaus Gewinn gemacht und den Saisonetat nicht komplett genutzt.
        FCM – Hohen Gewinn eingefahren (schon klar, dass das aus der 2. Liga mitgenommen wurde), ansonsten Schulden abgebaut oder keine nennenswerten vorhanden.
        SV Meppen – Keine nennenswerten Schulden vorhanden.

        Das sind alleine die Vereine, die es auf den ersten Blick mehr verdient hätten.

      • Nikita

        Halle und Meppen gehören auf jeden Fall zu den positiven Beispielen in der Liga. Aber soweit ich weiß, wurden in Halle nicht die Schulden, sondern das "negative Eigenkapital" um 2/3 reduziert. Darunter versteht man den Betrag, der sich nach dem Abzug aller Schulden vom Aktivvermögen ergibt. Reduzierung dieses Betrags klingt toll, aber wieviel das wirklich ist, kann ich nicht nachvollziehen. Bei der Financial-Fairplay-Analyse wird jedenfalls bestimmt nicht nur Pi mal Daumen nach dem ersten Blick, sondern genau greechnet.

        Dass Hansa, im Gegensatz zu Halle und Meppen, ein Nachwuchsleistungszentrum und ein bundesligataugliches Fußballstadion finanzieren muss, wird bestimmt auch berücksichtigt.

        Da Magdeburg 2018/19 in der 2. BL gespielt hat, wäre es ziemlich absurd, sie für die besten 3.-Liga-Finanzen 2018/19 auszuzeichnen.

  • 13121312

    Sehr schön, dann ist ja wenigstens die letzte Pyro-Strafe bereits abgegolten:))))

  • Frank Hackbarth

    Was nutzt es denn,wenn Hansa in der Strafentabelle ebenfalls Platz 1 belegt.Da geht der Gewinn wieder für solch ein ,,SCHEISS" drauf.

  • Robert

    Tolle Arbeit. Weiter so!

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