DFB führt Nachwuchsfördertopf und Financial Fairplay ein

Gute Nachrichten für die Drittligisten: Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat bei seiner Sitzung am Freitag die Einführung des neuen Nachwuchsfördertopfes sowie des Financial Fairplay für die 3. Liga beschlossen. Beide Maßnahmen treten bereits für die laufende Saison in Kraft und haben ein finanzielles Volumen von insgesamt 3,5 Millionen Euro.

Zwei Belohnungssysteme

Immer wieder kritisierten die Vereine der 3. Liga in der Vergangenheit die Einnahmesituation, nun hat der DFB zwei unterstützende Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und Optimierung der Talentförderung beschlossen. "Der Nachwuchsfördertopf und das Financial Fairplay sind weitere wichtige Schritte auf dem Weg, die 3. Liga fortzuentwickeln und ihre Strukturen zu festigen", betont DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. In beiden Fällen handelt es sich um Belohnungssysteme, die in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen entwickelt worden seien. "Im Mittelpunkt steht die Unterstützung von nachhaltigem Arbeiten und Wirtschaften", so Frymuth.

Talentförderung soll sich auszahlen

Der neue Nachwuchsfördertopf enthält 2,95 Millionen Euro brutto, und damit zwei Millionen Euro mehr als zuvor. Bisher wurden über eine allgemeine Nachwuchsförderung pauschal 50.000 Euro pro Jahr an jeden Verein der 3. Liga zum Aufbau oder zur Weiterentwicklung eines Leistungszentrums ausgeschüttet. Das neue Modell berücksichtigt nun auch die Einsatzzeiten von Spielern im U21-Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit. Erstes Kriterium bei der Förderung sei das Leistungszentrum, wie der DFB mitteilte: "Nach Abzug dieser Zuschüsse wird der verbliebene Restbetrag im Nachwuchsfördertopf komplett für Einsatzzeiten der U21-Spieler in der 3. Liga ausbezahlt."

Die Ausschüttung soll nach Ablauf einer Saison bis zum 30. September erfolgen und fließt in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine. "Die Klubs der 3. Liga und insbesondere die Leistungszentren leisten einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung im deutschen Fußball. Diese Arbeit soll durch den Nachwuchsfördertopf gestärkt werden", begründet Frymuth.

Seriöses wirtschaften wird belohnt

Das Financial Fairplay in der 3. Liga orientiert sich zum einen daran, "ob ein Verein ein positives wirtschaftliches Saisonergebnis erzielt hat, zum anderen, wie hoch seine Planungsqualität war", so der DFB am Freitag. Insgesamt werden über das Financial Fairplay 550.000 Euro ausgeschüttet, wobei sich die Summe zu jeweils 50 Prozent auf die beiden genannten Kriterien verteilt. Konkret werden also 275.000 Euro an die Klubs mit positivem Saisonergebnis ausgezahlt und 275.000 Euro an die Vereine, die ihr angepeiltes Saisonergebnis eingehalten oder sogar übertroffen haben. Ein Klub, der in beiden Kategorien die Anforderungen erfüllt, partizipiert nach Verbandsangaben entsprechend aus beiden Töpfen.

Wie der DFB mitteilt, sollen die 550.00 Euro in jedem Fall ausgeschüttet werden – unabhängig von der Anzahl der partizipierenden Vereine. Handelt es sich nur um zwei Klubs, würden die 550.000 Euro unter diesen aufgeteilt werden. Sind es 15 Vereine, wären die einzelnen Anteile deutlich kleiner. "Nach den Erfahrungen und Werten der vergangenen Jahre würde aktuell rund ein Drittel der Klubs in der 3. Liga profitieren, der Bonus aus dem Financial Fairplay würde also durchschnittlich rund 80.000 Euro pro Verein betragen", heißt es in einer Mitteilung. Weitere Informationen und Hintergründe halten die folgenden pdf-Dokumente bereit:

 

[box type="info"]Hintergründe Nachwuchsfördertopf[/box]

182088-FAQ_Nachwuchsfördertopf

 

[box type="info"]Hintergründe Financial Fairplay[/box]

182090-FAQ_Financial_Fairplay

   
  • Sterneneisen

    Das löst aber vor allem ein Problem nicht (welches den DFB sowieso nicht interessiert): Vereine, die durch Mäzene oder de facto Besitzern finanziert und somit kontrolliert werden, brauchen das Geld meist nicht und werden weiter so wirtschaften wie zuvor.

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