Hansa Rostock: Schuldenberg wächst trotz Rekordumsatz

Aus sportlicher Sicht kann der F.C. Hansa Rostock nach dem 1:0 gegen die Würzburger Kickers wieder etwas optimistischer nach vorne blicken, auch aus finanzieller Sicht ist die Kogge gut aufgestellt. Wie der Klub im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am Sonntag bekanntgab, betrug der Umsatz in der vergangenen Saison 19,1 Millionen Euro – Rekord! Allerdings ist der Schuldenberg weiter gewachsen.

Steigerung in allen Bereichen

Schon die Spielzeit 2017/18 hatte Hansa mit einem Rekordumsatz in Höhe von 14,5 Millionen Euro abgeschlossen, nun konnte der FCH das Ergebnis nochmal um 32 Prozent steigern, wie "Bild" und "NDR" berichten. "Wir blicken auf ein sehr, sehr ordentliches Geschäftsjahr zurück", erklärte Finanzvorstand Christian Hüneburg demnach. Allein aus dem Sponsoring nahm die Kogge 5,1 Millionen Euro ein – Ziel waren vier Millionen Euro. Auch die Einnahmen aus dem Ticketing (3,3 statt 3,0 Millionen Euro), Merchandising (2,2 statt 2,0) und den Mitgliederbeiträgen (1,1 statt 1,0) lagen über den Erwartungen.

"Dazu fielen drei große Konzerte mit Marteria, Westernhagen und Rammstein in das Geschäftsjahr, die zweite Runde des DFB-Pokals und der Transfererlös von Ioannis Gelios", so Hüneburg. Rund 300.000 Euro kassierte Hansa für den Transfer von Gelios zu Zweitligist Holstein Kiel – der erste Transfergewinn nach mehreren Jahren. Die 750.000 Euro für den Verkauf von Merveille Biankadi an den 1. FC Heidenheim sind derweil im laufenden Geschäftsjahr verbucht worden.

Schuldenberg wächst weiter an

Trotz der Rekordeinnahmen machte Hansa jedoch einen Verlust von 481.000 Euro, sodass die Gesamtverbindlichkeiten leicht auf rund 24 Millionen Euro angewachsen sind. Allerdings ist der Verlust um rund 2,7 Millionen Euro niedriger ausgefallen als ursprünglich geplant. Zum Vergleich: In der Saison 2017/18 lag das Minus noch bis 1,871 Millionen Euro – ebenfalls aufgrund von Abschreibungen und Zinsen.

Neue Schulden hat Hansa derweil nicht aufgenommen, die Verbindlichkeiten bei Investor Rolf Elgeti lagen zum 30. Juni 2019 bei 19,3 Millionen Euro. Abbauen kann Hansa den Schuldenberg wohl nur in der 2. Bundesliga – zumal in den kommenden Jahren die Flutlichtmasten grundlegend beziehungsweise neugebaut werden müssen. Bis spätestens 2021 soll der Aufstieg gelingen, wie Vorstandschef Robert Marien dem "NDR" sagte. Derzeit belegt Hansa den achten Rang, der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt fünf Punkte.

e.V. verbucht Gewinn

Der F.C. Hansa Rostock e.V. verbuchte derweil einen Gewinn in Höhe von 602.000 Euro. Das positive Ergebnis sei vor allem durch gestiegene Mitgliedsbeiträge, Nutzungsentgelte für Markenrechte und einen Zuschuss des LFI für die Sanierung des Kunstrasens zustande gekommen, teilte der Verein. Zum 30. Juni 2019 bilanzierte der Verein mit 1,88 Millionen Euro das höchste Eigenkapital seit der Teilnahme an die 3. Liga.

Für die Saison 2019/2020 plant der Verein indes mit einem Verlust in Höhe von 129.000 Euro. "Stand heute gehen wir nach unseren defensiven Planungen von einem Minus-Ergebnis aus. Wir sehen aber noch einige Chancen, wie zum Beispiel bei Ablösen und beim Sponsoring um das Ergebnis weiter zu verbessern“, so Hüneburg. Das Jahresergebnis der Spielbetriebsgesellschaft lag mit 87.000 Euro indes erstmals im positiven Bereich (Vorjahr: -1,2 Mio. €).

 

 

   
  • ironimus

    Die Gründe für den Schuldenberg sind sicher vielfältig. Hansa ist aber nur ein Beispiel dafür, dass, von Ausnahmen abgesehen, ein Verein in der 3.Liga auf Dauer nicht überleben kann.

  • ERFURT’er

    Ich glaube, mit Bayern II, Magdenurg und Halle gibt es in der Liga nur 3 Vereine, die keine Schulden haben bzw. Gewinn machen. Traurig, da wird es bald wieder insolvente Vereine geben.

    • Sterneneisen

      Der HFC hat im niedrigen 6-stelligen Bereich Schulden, die aber in den letzten 2 Jahren um ca. 70% abgebaut wurden.

  • HansaJung

    Was ich nicht verstehe, wieso hat Hansa 24 Mio. Schulden und Magdeburg 6 Mio. an Guthaben in der Kasse!?

    • Friedrich Herschel

      1 Jahr Zweite Liga.

      • BTSVinsider

        Fast alle Vereine mit 1 oder 2 Jahre 2. Liga sind mit einem riesen Schuldenberg in Liga 3 zurück gekommen…

      • Friedrich Herschel

        Wenn sie von oben nach unten gehen, ja. Weil viele Vereine die Kosten nicht schnell genug den gesunkenen Einnahmen anpassen konnten. Das sind ja nicht nur Spielergehälter (die sind dann meist eh mit 30%-Abschlagklauseln), aber jede Menge sonstige Mitarbeiter, andere Infrastrukturdinge und längerfristige Verträge, die man dann noch mit rumschleppt.

        Aber wenn man von unten nach oben geht, dann hat man diesen "Rattenschwanz" nicht. Dazu hatte Madgeburg afaik recht wenig in den Zweitligakader investiert … Ergebnis war dann zwar Abstieg, aber halt auch ein ordentliches Plus in der Kasse.

    • Sterneneisen

      In Magdeburg hat man eben jahrelang Schulden abgebaut, während man in Rostock weiterhin Schulden aufbaut… Es wird langsam echt mal Zeit an ein FFP auf nationaler Ebene. Da schauen Investoren- & Schuldenclubs ganz schön alt aus.

      • ha ha ha, Financial Fairplay auf nationaler Ebene – da lachen ja selbst die Hühner vom DFB

        Eine derart unschuldige Fußball-Blase wie vor 100 Jahren gibt es doch nur noch im Tibet !!!
        Und selbst dort kreisen schon die Geier von der FIFA und lauern zur Vermarktung lukrativer Fernsehübertragung der örtlichen "Reiter-Ballspiele" auf den ersten funktionierenden Kabelanschlus dorthin
        =DDD

    • Daniel

      Dafür gibt es eine ganz einfache Antwort:
      Während in Magdeburg das Stadion von der Stadt bezahlt wurde und der FCM "nur" Mieter ist, hatte Hansa das Stadion damals komplett selbst finanziert.

Back to top button