"Es war mega, mega geil": Heider wird trotz Verletzung zum Helden

Einen besseren Auftakt in die heiße Schlussphase der Saison hätte sich der VfL Osnabrück nicht wünschen können. Trotz zweier Rückstände setzten sich die Lila-Weißen am Montagabend zu Hause gegen den SC Verl spät mit 3:2 durch. Damit halten die Niedersachsen den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen und sammeln weiteren Auftrieb.

In der Defensive anfällig

Es steckte so viel Symbolcharakter in dieser Szene: Nach einer Hereingabe von Sebastian Klaas flog Marc Heider Richtung Ball und wuchtete diesen ins Verler Tor. Es war die 85. Spielminute und es war der Siegtreffer für die Lila-Weißen. Schmerzen in der linken Wade verspürend, humpelte Heider vor die vor Extase überschäumende Tribüne und ließ seinen Emotionen freien Lauf. Es war die letzte Szene des aufopferungsvoll kämpfenden Kapitäns, der direkt danach ausgewechselt werden musste. "Es war mega, mega geil vor unseren Fans das Siegestor zu machen", sagte der Stürmer nach der Partie bei "MagentaSport" und hoffte, dass die Wadenverletzung nicht "allzu schlimm" ist.

Denn Heider hat mit seinem Verein noch viel vor, möchte nichts verpassen. Der Schwung und das Selbstvertrauen nach diesem späten und so wichtigen Sieg ist groß. Dabei hätte das Drehbuch für diese Partie spannender kaum sein können. Ron Berlinski brachte Verl in Führung (20.). Doch die Hausherren schlugen schnell zurück, Omar Traoré besorgte den Ausgleich (31.). Nach einem Eckball war die Osnabrücker Defensive nicht ganz wach, Aaron Berzel brachte den Außenseiter nach 67 Minuten erneut in Führung. "Das haben wir nicht gut gemacht", sagte Trainer Daniel Scherning mit Blick auf die Defensivleistung bei den Gegentreffer. Doch danach habe sich sein Team wieder gut herangearbeitet und "nicht unverdient gewonnen". Es sei ein "brutales und intensives Spiel" gewesen. "Respekt an alle, die auf dem Platz waren."

"Wir haben nicht aufgesteckt"

Auch das nötige Glück war auf der Seite des VfL. Nach einem vermeintlichen Kontakt mit Vinko Sapina ging Heider zu Boden – es gab den Elfmeter. "Es ist eine Kann-, keine Muss-Entscheidung. In diesem Fall war es glücklich für uns, das muss man sich aber auch erarbeiten", so Heider. Auch Scherning konnte den Unmut der Gäste verstehen. "Wenn ich den gegen mich kriege, ärgere ich mich auch. So bin ich auch froh, dass wir den bekommen haben – da mache ich keinen Hehl draus." Klaas waren die ganzen Diskussionen letztlich egal, traf zum 2:2 und läutete die heiße Schlussphase des Spiels ein (73.), die durch Heiders Treffer gekrönt und belohnt wurde.

"Das war ganz wichtig für uns. Wir haben nicht aufgesteckt, das sind wir, das sind wir Osnabrücker. Wenn es schmerzt, müssen wir über die Schmerzgrenze hinaus", zeigte Heider seinen Stolz über die Willensleistung des Teams. "Wir haben viel Charakter und Leidenschaft gezeigt – und das nach den zwei schwierigen Wochen." Denn zuvor war der VfL von vielen Corona-Infektionen geplagt, die Partie gegen den Halleschen FC am vergangenen Wochenende musste verschoben werden.

Englische Woche voraus, Simakala gesperrt

Dank des späten Erfolgs klettert das Klub von der Bremer Brücke auf Rang fünf und liegt sieben Punkte hinter Eintracht Braunschweig auf dem Relegationsplatz – hat allerdings auch zwei Partien weniger absolviert. "Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen in jedem Spiel drei Punkte holen. Wir geben Vollgas und setzen alles daran, den anderen auf den Fersen zu bleiben. Sie sollen kein ruhiges Spiel haben", gab sich Heider kämpferisch und optimistisch.

Das Team erwartet nun eine Englische Woche. Nach dem Spiel beim TSV 1860 München, bei dem Ba-Muaka Simakala gesperrt fehlen wird, steht nur drei Tage später das Duell beim HFC an. Danach kommt der SV Waldhof Mannheim. Der VfL wird hoffen, dass Heider rechtzeitig wieder fit ist – und die entscheidenden Treffer erzielt.

 

   
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