Erwacht Haching gegen den BVB II aus dem Winterschlaf?

Am morgigen Samstag treffen zum Rückrundenauftakt zwei der Drittliga-Teams mit dem geringsten Durchschnittsalter aufeinander. Im Alpenbauer Sportpark empfängt die SpVgg Unterhaching (21,3 Jahre) die Zweitvertretung von Borussia Dortmund (21,5). Nur der Kader des VfB Stuttgart II (21,1) besteht aus Spielern, die durchschnittlich noch jünger sind. Am Samstag werden also einige Spieler auf dem Platz stehen, die noch für die A-Junioren spielberechtigt sind. Doch die kleinen Borussen und die Spielvereinigung verbindet mehr, als das offensichtliche Jugendkonzept. Beide Vereine sind Tabellennachbarn – punktgleich mit 28 Zählern. Wegen des besseren Torverhältnisses ist Dortmund Tabellen-Neunter, Haching liegt auf dem zehnten Rang. Beide Teams überzeugten durch eine starke Hinserie. Auch wenn die Tabellenränge neun und zehn auf tristes Mittelfeldgeplänkel schließen lassen, begeisterten der BVB und die Münchner Vorstädter das Publikum durch kompromisslosen Offensivfußball. Die Formkurven beider Mannschaften könnten unterschiedlicher nicht sein.

Während der Gastgeber  zum Ende der Hinserie schwächelte (nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen), gaben die Schwarzgelben zum Jahresabschluss noch mal richtig Gas. Das Resultat: passable acht Zähler aus fünf Partien. Das Hinspiel im August letzten Jahres konnte ebenfalls der BVB gewinnen – in Anbetracht der Offensivstärke beider Teams, folgerichtig mit 4:2. Die Torschützen auf der Roten Erde waren Derstoff (2x), Hornschuh und Kefkir für den BVB, sowie Bichler und Welzmüller für die Münchner Vorstädter. Personell sieht es bei den Dortmundern recht gut aus. Einzig der eine oder andere Langzeitverletzte braucht noch ein bisschen Zeit. Aber auch dort sieht Wagner Licht am Ende des Tunnels. Timmy Thiele etwa wird nach seinem Kreuzbandriss in zwei bis drei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Julian Derstroff könnte in drei bis vier Wochen bereits wieder spielfähig sein. Hoffnung auf eine baldige Rückkehr gibt es auch bei Jeremy Serwy. Tim Väyrynen, unser Neuzugang aus Finnland, hat sein letztes Pflichtspiel im November bestritten – entsprechend behutsam will ihn David Wagner heranführen.

Alles für den Klassenerhalt!

Noch vor fünf Spieltagen herrschte eitel Sonnenschein am Sportpark zu Unterhaching. Die junge Truppe lag überraschend im oberen Drittel der Tabelle und lag durch erstaunlich souveräne Auftritte in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Dann passierte, was immer passiert: Wenn es draußen kalt und düster wird, geht den Rot-Blauen die Puste aus. In der vergangenen Saison war es so, in der Saison davor auch – und davor? Sowieso.  Im Winter schwächeln gehört zum guten Ton in der Münchner Vorstadt. Unterhachings Winterschläfer haben scheinbar ein Problem mit kalten Temperaturen. Um sich an eben jene zu gewöhnen, verzichteten die Verantwortlichen auf das geplante Trainingslager in der Türkei (böse Zungen behaupten, der wirkliche Grund sei ein finanzieller). Trainingslager „dahoam“ also im beschaulichen Unterhaching. Mit Erfolg? Bedingt. Gegen Zweitligist Greuther Fürth setzte es  eine 2:5 Niederlage, gegen Regionalligist FC Ingolstadt II gewannen die Rot-Blauen mit 4:1. Auch abseits des Platzes war einiges los in der Winterpause: Ex-Coach Claus Schromm tauschte zum Jahresbeginn die Trainerbank gegen einen Schreibtisch und wechselte auf den Posten des Sportdirektors.

Haching löste seine viel gerühmte Doppelspitze auf (liga3-online.de berichtete) – jetzt alleiniger Cheftrainer: Manuel Baum. „Mit der Neuaufteilung des sportlichen Bereichs sind wir für künftige Herausforderungen noch besser aufgestellt und professioneller strukturiert", begründet Präsident Manfred Schwabl die Umstrukturierung. Außerdem verlassen zwei Spieler den Verein. Mike Niebauer schließt sich dem Bayernligisten VfR Garching an, Benjamin Kauffmann wechselt in die Regionalliga zum Goslaer SC. Eine weitere Personalie wurde ebenfalls bestätigt: Sturm-Juwel und Jung-Nationalspieler Janik Haberer wechselt nach Ende der Rückrunde in die Bundesliga zur TSG Hoffenheim (liga3-online.de berichtete). Der Transfer bringt der klammen SpVgg dem Vernehmen nach einen sechsstelligen Betrag ein und ist eine schöne Bestätigung für die Nachwuchsarbeit der Rot-Blauen. Für die Rückrunde ist die Marschroute klar: „Es geht darum, die Klasse zu halten“, sagt Kapitän Maximilian Welzmüller gegenüber liga3-online.de. „Die letzten fünf Partien haben gezeigt, dass wir im oberen Tabellendrittel nichts zu suchen haben.“ Dem morgigen Gegner überlässt Welzmüller gerne die Favoritenrolle. „Wir wissen alle, dass Dortmund II eine richtig gute Mannschaft ist –  fußballerisch zählen sie zu den besten Teams der Liga.“ Trotzdem soll es zum Start der Rückserie endlich wieder mit einem Dreier klappen bei den Hausherren. Kapitän Welzmüller weiß: „Wir haben in den letzten Spielen zu viele Gegentore bekommen und vorne nicht getroffen. Hoffnung macht das Trainingslager „dahoam“: „Wir haben über den Winter an der Chancenverwertung gearbeitet.“ Wir sind gespannt.

FOTO: www.cassiny.de

 

 

   
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