Ernüchterung! Beim FCM schwindet die Zuversicht allmählich

Im Vorfeld des Magdeburger Heimspiels gegen den FSV Frankfurt hatten wir vom vielleicht unangenehmsten Spiel der Saison gesprochen – die 90 Minuten auf dem Rasen trafen voll und ganz auf diese Prognose zu. Gegen den designierten Absteiger zeigte sich der FCM phasenweise sogar unterlegen und bewies, wieso Magdeburg in dieser Spielzeit noch nicht weit genug für einen Aufstieg ist.

Frankfurt mutiger und gewillter

Ja, über die Enttäuschung konnte nicht hinweg gesehen werden. Zwar ist das Publikum des 1. FC Magdeburg stets fair, allein das ist ihm hoch anzurechnen, und daher bedachte die Fankurve um Block U ihre Spieler nach einer kurzen unsicheren Stille nach Abpfiff doch mit vorsichtigem Applaus. Es ist dieses Fingerspitzengefühl, das an der Elbe über die Emotionen siegt: Während etwa bei Spitzenreiter Duisburg lauthals gepfiffen und so sogar ein kurzzeitiger Streit mit den eigenen Spielern provoziert wurde, bleibt das FCM-Umfeld ruhig. Und das, obwohl nahezu jeder mit einem Sieg gegen diesen FSV Frankfurt gerechnet hatte, der erst seit dem quasi feststehenden Abstieg per Punktabzug plötzlich wieder Konkurrenzfähigkeit beweist: In Duisburg war die Elf von Gino Lettieri dem Punktgewinn zuletzt bereits nah, in Magdeburg wurde das Remis festgezurrt – und noch schlimmer für Jens Härtel und Co. geriet die Tatsache, dass dieses Spiel durchaus auch in einer Niederlage hätte enden können.

Beck besorgt die Führung, ein Fehler zerstört sie umgehend

Gut, in der Startphase hatte der Fußballclub noch die ein oder andere Möglichkeit besessen, etwa früh durch Julius Düker. Wer aber glaubte, dieser Offensivdrang würde fortgesetzt werden, der wurde bitter enttäuscht. Plötzlich ackerte der FSV auf das Tor von Leopold Zingerle zu und näherte sich schon vor dem Seitenwechsel gleich mehrfach an, auch Zingerle wurde geprüft. Das Remis zur Pause war letztendlich fast etwas schmeichelhaft für die Magdeburger, die den Druck anschließend wieder erhöhten und sich dafür belohnten: Christian Beck brachte einen schnellen Spielzug bis zum Ende, netzte präzise flach unten links ein (59.). Die erlösende Führung? Nein, denn sie hielt nur eine Bratwurstpause an: Dann patzte Charles Elie Laprevotte, Fabian Graudenz bedankte sich und versenkte zum 1:1-Ausgleich (63.). Auch danach besaß fast ausschließlich der Gast Chancen, Magdeburg zitterte wie das Aluminium, als Corbin-Ong nur den Pfosten traf.

War das zu wenig für den Aufstieg?

Doch selbst das 1:1, das der FCM über die Runden brachte, bringt ihn nicht voran. Vier Punkte und das Torverhältnis trennen Magdeburg vom direkten Aufstiegsplatz, an den nun keiner mehr einen Gedanken verschwendet. Stattdessen rückt Jahn Regensburg immer näher. Heißt: Der FCM muss seinen Relegationsplatz, der zu lösbaren Duellen mit den Würzburger Kickers, Erzgebirge Aue oder Arminia Bielefeld führen kann, irgendwie verteidigen. "Ich kann nicht beurteilen, ob das zu wenig war für den Aufstieg. Wir müssen die Ergebnisse von den anderen Plätzen akzeptieren und wollen weiter das Maximale herausholen“, übte sich Trainer Härtel gegenüber dem MDR in Zweckoptimismus. Ohne eine klare Leistungssteigerung beim VfR Aalen kann der Traum von der 2. Bundesliga schon am 37. Spieltag schnell zerplatzen – angesichts von nur noch zwei Siegen aus neun Spielen deutet die aktuelle Form jedoch nicht auf einen Auswärtssieg, es wäre erst der zweite im Jahr 2017, hin.

   
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