Enochs mahnt trotz Erfolgsserie: "Haben noch nichts erreicht"

Der FSV Zwickau befreit sich immer weiter aus dem Tabellenkeller. Der 2:1-Erfolg am Mittwochabend beim 1. FC Saarbrücken war der zweite Sieg in Folge, seit drei Partien sind die Sachsen ungeschlagen. Im Saarland präsentierte sich die Mannschaft eiskalt beim Ausnutzen von Fehlern – hatte aber auch das nötige Glück in der Schlussphase. Im sicheren Hafen sieht Trainer Joe Enochs sein Team aber noch nicht. Sorgen gibt es derweil um Johannes Brinkies und Steffen Nkansah.

Enochs findet Erfolgsrezept

Es war Ende des vergangenen Jahres als die Luft für Joe Enochs als Trainer des FSV Zwickau immer dünner wurde. Nach einer 0:2-Niederlage gegen Hansa Rostock standen die Westsachsen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Es lief nicht gut für den US-Amerikaner und seine Mannschaft. Das Spiel gegen den VfB Lübeck, das erste Duell im Jahr 2021, hätte schon das letzte sein können. Doch Zwickau gewann und setzte danach zu einer wesentlich erfolgreicheren Phase an. Seitdem gab es nur drei Niederlagen in elf Partien und 18 Punkte.

Mit dem 2:1 am Mittwochabend im Nachholspiel beim 1. FC Saarbrücken feierten die Westsachsen nun den zweiten Sieg in Folge. Wie schon ein paar Tage zuvor gegen Verl (3:0) setzten sich die Schwäne gegen ein Team aus der oberen Tabellenregion durch, stehen als Neunter nun elf Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Was auch immer Enochs mit seinem Team in der schwierigen Phase um den Jahreswechsel herum gemacht hat – es funktioniert.

Fehler provoziert – und genutzt

"Sehr zufrieden" und "überglücklich", sei der 49-Jährige wegen des Auftritts seiner Truppe im Saarland, die sich als sehr abgeklärt präsentiert hatte. Zwar hatte der FSV "in den ersten 15 Minuten" durchaus seine Probleme mit dem Gegner, wie Enochs bei "MagentaSport" erklärte. "Doch in der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und sind dann auch verdient zu Chancen gekommen", analysierte Zwickaus Angreifer Ronny König. Weil Enochs' Plan aufgegangen war, mit dem Seitenwechsel umzustellen, und den Gegner früher zu attackieren. "Wir wollten auf diesen einen Fehler warten, der ist gekommen und wir haben ihn ausgenutzt."

Denn nach einem Ballgewinn im FCS-Strafraum wurde Manfred Starke zu Fall gebracht, Morris Schröter traf per Strafstoß zur Führung (51.). Auch in der Folge war der FSV weiter gefährlich – und nutzte eine Unaufmerksamkeit der Gastgeber bei einem Standard aus. Ein schnell ausgeführter Eckball landete über Schröter bei König, der auf 2:0 erhöhte (79.). "Wenn der Gegner so schläft, dann müssen wir es ausnutzen", sprach er die Nachlässigkeit des Gegenübers klar an.

Sorgen um Brinkies und Nkansah

Doch das Spiel war damit noch nicht entschieden, da Saarbrücken durch Boné Uaferro zum Anschlusstreffer kam (85.). "Dann müssen wir lange zittern", gestand Enochs. "Mit ein bisschen Glück, aber auch Geschick, müssen wir zwei, drei knifflige Situationen überstehen." So zum Beispiel ein nicht geahndetes Handspiel von Starke und einen Abschluss von Minos Gouras, der knapp am Tor vorbeiging. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits Matti Kamenz im FSV-Kasten, da Stammkeeper Johannes Brinkies verletzt ausgewechselt werden musste. "Es hat bei ihm am Muskel reingezogen, wir werden sehen, was die nächsten zwei, drei Tage bringen", erklärte Sportdirektor Toni Wachsmuth, der von einem "absolut gelungenen" Auftritt der Mannschaft sprach, beim Vereins-TV. Zudem wurde auch Steffen Nkansah nach einem Bodycheck von Uaferro ins Krankenhaus gebracht, um seine Nase röntgen zu lassen.

Mit Blick auf die Tabelle scheinen die Zwickauer nun aus dem Gröbsten heraus zu sein, könnten die kommenden Aufgaben etwas lockerer angehen. Der Puffer zu den Abstiegsplätzen scheint komfortabel genug zu sein. Das sieht Enochs aber natürlich anders: "Wir haben noch einen langen weg vor uns. Wer glaubt, das wir schon alles geschafft habe, der täuscht sich. Wir haben alle schon viel im Fußball erlebt." Weiter geht’s für den FSV am Samstag mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern.

 
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