Elversberg nach 4:1-Sieg in Ekstase: "Verdient ganz oben"

Durch den überaus souveränen 4:1-Erfolg gegen 1860 München hat die SV Elversberg die Tabellenführung von den Löwen übernommen und ist der beste Aufsteiger der Drittliga-Geschichte. Trainer Horst Steffen empfand eine taktische Umstellung als spielentscheidend und lehnte Vergleiche mit Viktoria Berlin derweil ab.

Matchplan aufgegangen

"Wir wussten heute vor dem Spiel, wenn wir gewinnen, sind wir Erster", gestand Mittelfeldspieler Jannik Rochelt nach der Partie am Mikrofon von "MagentaSport". Ob diese Gewissheit noch mehr Kräfte bei den Elversbergern freisetzte, bleibt zwar offen, doch war es überaus imposant, was der Aufsteiger vor allem in der ersten Hälfte gegen die bis dato ungeschlagenen Münchner zeigte. So habe Trainer Horst Steffen der Mannschaft einen "guten Matchplan", lobte Torschütze Rochelt, mit auf den Weg gegeben. Alle Spieler hätten gewusst, "wie wir 1860 wehtun können" – und taten dies bereits innerhalb der ersten 35 Minuten gleich dreimal, sodass einem Sieg nicht mehr viel im Wege stehen sollte. Auch Steffen war auf der Pressekonferenz nach dem Spiel "begeistert" vom Auftreten seines Teams im ersten Durchgang und konnte nur ein "riesen Kompliment" ausstellen.

Das Wehtun war dabei nicht nur symbolisch gemeint. So stand das 2:0 durch Lukas Pinckert (27.), als er gleich zwei Kopfballduelle für sich entschied, stellvertretend für den Einsatz der Saarländer. Auch das Matchglück war auf der Seite des Aufsteigers, der viele strittige Szenen für sich gepfiffen bekam, was die Münchner gehörig auf die Palme brachte. "Wir haben eine Außenseiterrolle angenommen", bekundete Steffen. In dieser Rolle sei es elementar, dass alle "alles raushauen, was geht". Mit 19 Punkten aus acht Spielen sind die Saarländer der beste Aufsteiger der Drittliga-Geschichte und stellen mit 21 Toren zudem den besten Angriff. Entsprechend stehe die SVE "verdient ganz oben", wie Rochelt befand.

"Großes Vertrauen in die Mannschaft"

Bei einem Blick in die vergangene Saison drängt sich der Vergleich zu Viktoria Berlin auf. Auch der letztjährige Aufsteiger spielte atemberaubenden Offensivfußball und spielte zu Anfang der Saison ganz oben mit – ehe er am Ende doch noch abstieg. Ein ähnliches Schicksal soll die SVE nicht ereilen. "Die Sorge, in die Zukunft zu schauen, dass uns das gleiche Schicksal ereilen kann, will ich nicht", lehnte Steffen den Vergleich ab. So habe er "großes Vertrauen in die Mannschaft" und glaubte nicht, dass sie lediglich um den Klassenerhalt spiele. "Wo wir landen werden, wird sich dann rausstellen", ließ der Übungsleiter die Zielstellung offen. "Ich glaube schon, dass sich die Rolle etwas ändern wird", antizipierte Rochelt. Derzeit spiele das Team einen "überragenden Fußball".

Zwei Argumente sprechen tatsächlich gegen die Berlin-These. Während die Viktoria im vergangenen Jahr abhängiger von Stürmer Cigerci war, der im Winter wechselte, verteilt sich die Last bei der SVE auf mehrere Schultern. Auch gegen 1860 fanden sich vier unterschiedliche Torschützen im Spielbericht. Auch Steffen war "froh, dass wir nicht von einzelnen Spielern abhängig sind". Neben herausstechenden Spielern wie Luca Schnellbacher, der schon bei sechs Treffern steht, oder Rochelt, der zwei Tore und vier Vorlagen beisteuerte, habe die SVE auch eine stabile Bank, sodass dem Coach "nicht bange wird, wenn mal jemand schwächelt oder sich verletzt".

1860 mit Dreierkette überrascht

Zudem zeigten sich die Elversberger bislang taktisch flexibler und setzen gegen den bisherigen Tabellenführer überraschend auf eine defensive Dreierkette. "Die Jungs haben gespielt, als hätten sie das immer schon gespielt", lobte der Trainer, der zu diesem Mittel griff, um 1860 eine Aufgabe zu stellen, "die sie nicht so häufig hatten". Dies ging gänzlich auf. Entsprechend sei diese Flexibilität "der erste Schritt", um oben zu bleiben. Schon am kommenden Samstag gegen den Halleschen FC kann Horst Steffen ein weiteres Mal beweisen, die richtigen Mittel zu wählen, damit alle weiteren Vergleiche nichtig werden.

 
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