"Ein Syndrom der 3. Liga": Erneuter Schiri-Ärger bei Fortuna Köln

Sie nimmt immer größere Formen an, die Negativserie von Fortuna Köln. Beim 1:2 in Mannheim kassierten die Südstädter die fünfte Niederlage in Folge und bleiben dadurch ganz tief im Tabellenkeller stecken. Neben erneuten Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft in der Offensive haderte Trainer Matthias Mink auch einmal mehr mit der Schiedsrichterin.

"Nicht wirklich ein Elfmeter"

Eigentlich schien die Partie auf ein Remis hinauszulaufen, das zumindest die Niederlagenserie der Fortuna gestoppt hätte. Doch dann pfiff Schiedsrichterin Davina Lutz in der Nachspielzeit einen Elfmeter, nachdem Masca gegen David Heider Al-Azzawe zu Fall gekommen war, den Mannheim zum Siegtreffer nutzte – sehr zum Ärger von Trainer Matthias Mink: "Jeder, der die Bilder gesehen hat, sieht da nicht wirklich ein Foulspiel oder einen Elfmeter. Das hatten wir in den letzten Wochen immer wieder."

Beim Heimspiel gegen Stuttgart II im Oktober etwa wurde ein Foulspiel vor dem 0:1 nicht gepfiffen. "Das ist ein Syndrom der 3. Liga. Vielleicht wird es Zeit, dass wir schnellstmöglich den Videobeweis bekommen. Ich hoffe, dass das nächstes Jahr schon stattfindet", so Mink. "Weil du dann die Möglichkeit hast, solchen Situationen im Zuge von Spielen mit so einer unglaublichen Wichtigkeit aus dem Weg zu gehen."

Zumal der Fortuna-Coach nicht nur mit dem Elfmeter, sondern auch mit dem 0:1 in der 29. Minute haderte. "Da passieren mehrere Situationen, die sehr umstritten sind", sagte er bei "MagentaSport". Zunächst hätte es aus Sicht des 59-Jährigen eine Ecke für sein Team geben müssen, dann hätte ein vermeintliches Foulspiel von Al-Azzawe an Boyd im Mittelfeld, aus dem der Angriff zum Gegentreffer resultierte, nicht gepfiffen werden dürfen: "Beide haben die Hände am Trikot, aber Al-Azzawe spielt den Ball. Das ist für mich in keinster Weise ein Foulspiel", schimpfte Mink und monierte, dass Schiedsrichter zu häufig Einfluss auf die Spiele nehmen würden. "Es prasselt derzeit viel auf uns ein, wir müssen diese Widerstände überwinden."

Kritik an Chancenverwertung

Die Niederlage allein an der Schiedsrichterin festmachen wollte der Fortuna-Coach allerdings nicht, da seine Mannschaft abermals zu fahrlässig in der Offensive agierte. "Wir müssen die Situationen nach vorne besser und konsequenter ausspielen", forderte Mink, machte seinem Team aber dennoch keinen Vorwurf. "Die Mannschaft hat vieles richtig gemacht, wenn nicht sogar alles. Wir haben mehr als auf Augenhöhe agiert und sind auf einem guten Weg." Doch nach der fünften Niederlage und dem sechsten sieglosen Spiel in Folge steht die Fortuna weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz.

"Es ist einfach bitter, wie es derzeit läuft. Wir sind ein bisschen in einer Negativspirale", haderte auch Jannik Mause, der die Schiedsrichterin bei der Elfmeterszene derweil in Schutz nahm: "Man kann ihn geben, wenn man sehr kleinlich pfeift, was sie nicht getan hat. Sie ist eine junge Schiedsrichterin, und es war ein schwieriges Spiel. Wenn sie sich die Szene nochmal anschauen, wird sie vielleicht sagen, dass sie den nicht immer gibt." Bevor es in zwei Wochen zum Duell mit dem SV Meppen kommt, steht am 17. November zunächst das Landespokal-Achtelfinale gegen den Bonner SC an. Im Duell mit dem Viertligisten will die Fortuna die Niederlagenserie stoppen und damit Selbstvertrauen für den Abstiegskampf sammeln.

   

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