"Bodenlose erste Halbzeit": Frust beim FCS nach Pleite im Topspiel
Bis auf drei Zähler hätte der 1. FC Saarbrücken mit einem Auswärtssieg im Sportpark Höhenberg an Viktoria Köln heranrücken können, doch von drei Punkten waren die Saarländer am Freitagabend über die meiste Zeit der Partie weit entfernt. Entsprechend gefrustet zeigten sich die Beteiligten nach der 3:5-Niederlage – vor allem mit Blick auf die Leistung der ersten Halbzeit.
"Schlampig und mutlos am Ball"
Nach etwas mehr als einer Stunde keimte sie nochmal auf, die Hoffnung, vielleicht doch noch etwas mitnehmen zu können. Nachdem die Saarländer bereits zur Pause mit 0:3 hintenlagen, brachten Pick (62.) und Gürpürz (64.) den FCS binnen zwei Minuten zurück in die Partie. Doch nur fünf Zeigerumdrehungen später legte auch die Viktoria nochmal nach, ehe die Partie durch eine gelb-rote Karte gegen Brünker (72.) und den Treffer zum 2:5 (86.) endgültig gelaufen war.
Sehr zum Ärger von Trainer Argirios Giannikis, der sich gewünscht hätte, dass seine Mannschaft nach dem Anschlusstreffer die Ruhe bewahrt hätte. "Aber ich hätte mir auch gewünscht, dass wir nach dem 0:1 die Ruhe bewahrt hätten, kompakt geblieben und mutiger agiert hätten", sagte er bei "MagentaSport". Doch nur vier Minuten nach dem ersten Gegentreffer fing sich der FCS noch ein zweites und weitere 16 Zeigerumdrehungen später sogar noch ein drittes Tor. Giannikis sprach von "folgerichtigen Treffern", da seine Mannschaft nicht gut ins Pressing gekommen sei und die Abstände zwischen den Linien viel zu groß gelassen habe. "Wir waren schlampig und mutlos am Ball, haben nicht gut verteidigt."
Maurice Multhaup bezeichnete die erste Halbzeit gar als "bodenlos" und betonte, dass der FCS "verdient" verloren habe. "Wir hatten 20 gute und 70 schlechte Minuten. Von daher brauchen wir uns nicht beschweren, fünf Gegentore kassiert zu haben. Das war verdient." Eine Erklärung für den schwachen Auftritt, gerade auch nach dem Derbysieg gegen Mannheim in der Vorwoche, hatte er nicht: "Wir waren alle sehr unzufrieden in der Halbzeit und haben uns gesagt, dass wir etwas anders machen müssen." Das sei dann auch gelungen, allerdings nur 20 Minuten lang. "Jetzt müssen wir schauen, dass wir das so von Anfang an hinbekommen."
"Gesehen, dass wir noch nicht so weit sind"
In der Aufarbeitung der Partie werde nun vor allem die Defensive eine Rolle spielen, schätzte Multhaup ein. "Wenn du drei Tore machst, kannst du gewinnen. Sechs Tore zu schießen wird schwierig. Wenn wir uns etwas vornehmen, müssen wir es auch umsetzen. Das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gemacht." Das war auch schon gegen Mannheim der Fall, anschließend konnte der FCS die Partie noch drehen. "Das geht aber nicht immer gut. Und daran müssen wir ansetzen." Nach der Länderspielpause, in der das Landespokal-Spiel gegen Jägersburg ansteht, warten mit Wiesbaden und Aachen zwei weitere Teams, die wie Viktoria Köln zur Spitzengruppe gehören.
Von richtungsweisenden Wochen wollte Giannikis aber nichts wissen: "Alle Spiele sind richtungsweisend, wenn man oben dran bleiben will." Es gelte nun, zu schauen, "wie weit wir sind, um oben dran zu bleiben", so der Deutsch-Grieche. "Wir sind schnell gewachsen und haben schnell oben angeklopft. Doch heute haben wir gesehen, was notwendig ist, um ganz nach oben zu kommen. Und wir haben auch gesehen, dass wir wahrscheinlich noch nicht so weit sind, um 90 Minuten auf dem Niveau zu bestehen." Giannikis geht aber davon aus, dass die Karten in der Länderspielpause neu gemischt werden. Dann will auch der FCS wieder angreifen.