5:3! Spitzenreiter Viktoria schlägt Saarbrücken in wilder Partie
Am Freitagabend konnte Tabellenführer Viktoria Köln seine Erfolgsserie fortsetzen und blieb durch einen 5:3-Erfolg gegen den 1. FC Saarbrücken zum neunten Mal hintereinander ungeschlagen. Bereits zur Pause schien die Partie beim Stand von 3:0 entschieden, doch Köln machte es im zweiten Durchgang noch einmal spannend – fand aber prompt die richtige Antwort.
Duman eröffnet Torfestival
Spitzenreiter gegen Derbysieger: Viktoria Köln empfing als Tabellenführer den 1. FC Saarbrücken, der als Vierter anreiste. Die Saarländer hatten mit dem Sieg gegen den SV Waldhof Mannheim ihren durchwachsenen Oktober etwas aufpoliert. Im Vergleich zur Vorwoche nahm Trainer Argirios Giannikis zwei Änderungen in seiner Startelf vor: Caliskaner und Multhaup, der in dieser Saison erstmals von Beginn an spielte, ersetzten Owusu und Gürpüz. Auch bei der Viktoria gab es nach dem 1:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim II zwei Wechsel. Für den verletzten Jakob und Jahn rückten Boboy und Wolf in die Anfangsformation.
Die Gastgeber waren von Anpfiff an bemüht, die Initiative zu ergreifen. Saarbrücken verteidigte zunächst kompakt, versuchte aber auch, eigene Akzente zu setzen. Ab der 12. Minute übernahm die Viktoria zunehmend die Kontrolle: Fallmann brachte einen Freistoß in den Strafraum, wo Kloss zum Kopfball kam. Unter Bedrängnis setzte er den Ball jedoch knapp neben das Tor (12.). Drei Minuten später bekam Duman etwas zu viel Platz und zog aus rund 18 Metern halblinker Position ab. Der Ball krachte an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor (15.).
Saarbrücken verteidigte nun nicht mehr so tief, sondern attackierte etwas höher – was den Kölnern in die Karten spielte. Beim 2:0 kombinierten sich die Gastgeber nach einem Abstoß schnell nach vorne und überspielten die gegnerischen Reihen. Castelle passte zu Otto, der den Ball auf Höhe der Strafraumkante prallen ließ. Castelle zog direkt ab. Sein Schuss wurde von Cvjetinovic noch abgefälscht und fand etwas glücklich den Weg ins Netz (19.).
Köln war nun drückend überlegen und nutzte die Fehler des Gegners gnadenlos aus. Kurz vor der Pause legte die Viktoria sogar noch das 3:0 nach. Erneut kombinierten sich die Gastgeber aus der eigenen Hälfte nach vorne. Castelle spielte den Ball auf die linke Außenbahn zu Boboy, der wartete, bis Wolf hinterlief. Dieser nahm den Pass mit, dribbelte in den Strafraum und traf aus äußerst spitzem Winkel (43.). Mit elf zu eins Torschüssen und 68 zu 32 Prozent Ballbesitz war die Kölner Führung mehr als verdient.
Köln lädt ein – berappelt sich aber sofort wieder
Wenig überraschend reagierte Giannikis zur zweiten Halbzeit und brachte Gürpüz sowie Aracic für Caliskaner und Voet. Am Spielverlauf änderte sich dadurch jedoch zunächst nichts. Köln blieb dominant: Otto prüfte Bignetti aus halbrechter Position im Strafraum, doch der Saarbrücker Schlussmann parierte den Schuss auf das lange Eck (54.). Mehr oder weniger aus dem Nichts kam Saarbrücken zum Anschlusstreffer – auf Einladung der Gastgeber. Swider leistete sich nahe des eigenen Strafraums einen Fehlpass. Sontheimer fing den Ball ab und passte in den Sechzehner. Dort legte Gürpüz quer, sodass Pick nur noch einschieben musste (62.).
Doch damit nicht genug: Nur wenige Augenblicke später leistete sich Köln die nächste Einladung. Dieses Mal verlor Castelle im Spielaufbau den Ball. Bei seinem Versuch, das Spielgerät an Kühlwetter vorbeizulegen, prallte es von der Brust des Saarbrückers in den Strafraum. Dort behielt Gürpüz die Übersicht und schob den Ball aus seiner Sicht ins rechte untere Eck (64.). Die Spieler der Viktoria bildeten daraufhin auf dem Platz einen Kreis und rüttelten sich gegenseitig wach.
Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte: Nur vier Minuten nach dem Ausgleich der Saarländer schlug Köln zurück. Castelle spielte den Ball auf die linke Außenbahn. Fallmann sah Boboy am zweiten Pfosten, der direkt abzog. Bignetti war bereits geschlagen, Cvjetinovic versuchte noch zu klären, konnte den Ball aber nicht entscheidend abwehren. Otto stand goldrichtig und traf ins leere Tor (68.). Köln war nun wieder präsent und blieb auf dem Gaspedal. In einer Zwei-gegen-eins-Situation legte Otto auf Jahn ab, dessen Schuss Bignetti zur Seite abwehrte. Fallmann setzte nach und spielte quer zu Otto, dessen Abschluss in höchster Not geblockt wurde (71.). Bei der anschließenden Klärungsaktion ging Brünker überhart in den Zweikampf und traf Kloss mit dem Arm im Gesicht. Da der Saarbrücker bereits verwarnt war, sah er Gelb-Rot und musste vom Platz (71.).
Köln war nahe dran, den alten Abstand wiederherzustellen. Bei einer Umschaltsituation legte Aracic den Ball unglücklich in den Lauf von Boboy, der aus halblinker Position im Strafraum an Bignetti scheiterte (82.). Das fünfte Tor sollte dennoch noch fallen: Eine kurz ausgeführte Ecke landete bei Swider auf Höhe der Strafraumkante. Aus zentraler Position schlenzte der Mittelfeldspieler den Ball ins aus seiner Sicht linke Eck (86.). Den Schlusspunkt setzte Cvjetinovic, der eine Flanke von Rizzuto per Kopf verwertete (90.+5.).
Mit dem neunten ungeschlagenen Spiel in Folge und dem sechsten Sieg aus den vergangenen zehn Partien festigt Köln die Tabellenführung. Am Samstag kann der MSV Duisburg zumindest nach Punkten gleichziehen. Um die Rheinländer zu überholen, müsste Duisburg allerdings mit fünf Toren Unterschied gewinnen. Saarbrücken bleibt mindestens über Nacht auf Platz vier, kann im Laufe des Spieltags aber noch einige Ränge einbüßen.
Für die Kölner geht es am Donnerstag im Landespokal beim Siegburger SV 04 weiter. In der Liga gastieren die Rheinländer am 20. November beim TSV Havelse (19 Uhr). Saarbrücken hat dagegen etwas länger Zeit bis zum nächsten Pflichtspiel: Das Landespokalduell beim FSV Jägersburg steigt erst am 18. November. Vier Tage später steht das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden an (16.30 Uhr).