Ein Jahr nach Ziegner: Hallescher FC tritt auf der Stelle

Vor einem Jahr hatte sich der Hallesche FC von Trainer Torsten Ziegner getrennt, nachdem der Klub vom ersten Tabellenplatz bis in die Abstiegsregion abgerutscht war. liga3-online.de zeigt auf, wie sich der Klub seitdem entwickelt hat.

Absturz nach Verlängerung

Der 7. November 2019 war ein Tag der Freude beim Halleschen FC und seinen Fans. Erfolgs-Trainer Torsten Ziegner hatte seinen Vertrag bei den Rot-Weißen verlängert. Der Klub hatte es damals geschafft, den umworbenen Coach weiter an sich zu binden. Das neue Arbeitspapier hat – denn noch ist der Vertrag nicht aufgelöst – eine Laufzeit bis 2021. Im Aufstiegsfall würde per Option noch ein Jahr mehr fällig.

An jenem sonnigen Herbsttag stand der HFC mit 25 Punkten nach 14 Partien auf dem drittem Tabellenplatz, träumte beflügelt von Rang vier in der Vorsaison vom Aufstieg in die 2. Bundesliga. Was jedoch folgte, war ein beispielloser und nie für möglich gehaltener Absturz: In den darauffolgenden elf Partien holte die Mannschaft nur noch sieben Punkte. Aus dem einstigen Tabellenführer wurde ein ganz heißer Abstiegskandidat. Ziegner war mit seinem Latein am Ende, nach einem 3:5 gegen die SpVgg Unterhaching, es war die fünfte Pleite in Serie, wurde er am 24. Februar 2020 von seinen Aufgaben entbunden.

Gleicher Stand wie vor einem Jahr

Es ist also fast genau ein Jahr her, dass sich die Saalestädter nach etwas mehr als anderthalb Jahren von ihrem Heilsbringer getrennt haben. Doch, so ehrlich muss man sein, so richtig weiterentwickelt hat sich das Team seitdem nicht. Nach dem Intermezzo von Ismail Atalan als Fünf-Spiele-Trainer (ein Punkt) wurde Florian Schnorrenberg Anfang Juni geholt. Der gebürtige Siegener erfüllte seine Aufgabe und rettete den HFC im Endspurt der von Corona geplagten Saison vor dem Gang in die vierte Liga.

Doch in der laufenden Spielzeit steht der Klub nicht besser da als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr – 32 Punkte nach 24 Spielen. Aktuell ist die Tordifferenz sogar um zehn schlechter. Dieses Jahr läuft also nur gefühlt besser, da es keine so lang anhaltende Negativserie gibt. Doch rein statistisch ist keine Weiterentwicklung zu sehen, der HFC tritt auf der Stelle.

Schnorrenberg soll bleiben

Was auch an den großen Leistungsschwankungen der Spieler liegt. Mal steht die Defensive extrem sicher, nur um im darauffolgenden Spiel drei oder auch mal mehr Gegentore zu kassieren. Im Mittelfeld fehlt die Kreativität. Kapitän Jonas Nietfeld konnte bisher kaum Impulse geben. Marcel Titsch Rivero, im Sommer als Antreiber geholt, hängt weit hinter den Erwartungen. Dafür hat Abräumer Antonios Papadopoulos einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Für das Heimspiel gegen Lübeck am kommenden Samstag droht der 21-Jährige jedoch auszufallen, nachdem er sich laut "Bild"-Angaben einen Nerv im Rücken eingeklemmt hat und das Training am Montag abbrechen musste. Die Offensive ist derweil zu sehr auf Top-Stürmer Terrence Boyd (12 Tore) zugeschnitten, sodass das Spiel der Hallenser oftmals zu berechenbar ist.

Was auch der schwache Auftritt beim 1:2 in Meppen am Freitag zeigte, weshalb Sportdirektor Ralf Heskamp nun auch offiziell den Abstiegskampf ausgerufen hat. Zwar beträgt der Abstand auf den ersten Platz unter dem Strich acht statt sechs Punkte. Allerdings ist das Ligatableau durch viele Spielausfälle verzerrt. Doch die bisherige Ausbeute reicht den Verantwortlichen um Heskamp und Präsident Jens Rauschenbach. Der Verein möchte mit Schnorrenberg verlängern, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft. Gespräche zwischen den Parteien laufen bereits. Mit einem Punkteschnitt von 1,41 weist der 43-Jährige keine überragende, aber durchaus solide Bilanz auf.

 
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