Ein Jahr Geisterspiele: Zwischen Wehmut und Hoffnung

Es mag wie bittere Ironie wirken, dass das letzte "normale" Drittliga-Spiel kein ganz normales war, sondern begleitet von einem Stimmungsboykott der aktiven Fanszene. Hansa Rostock gegen Eintracht Braunschweig am 9. März 2020 sowie der 27. Spieltag der Saison 2019/20 jähren sich in diesen Tagen. Was wir zum Anlass nehmen wollen, daran zu erinnern, wie der Fußball in der 3. Liga eigentlich sein sollte.

Geruch von Bier und Bratwurst fehlt

John Verhoek ballte noch einmal die Faust, setzte zu einem Jubelsprung an und deutete in Richtung der Fankurve, als er kurz vor Schluss die allerletzten, eigentlich nie vorhandenen Zweifel am Heimsieg beseitigt hatte. Nein, organisierten Support durften die Spieler des FC Hansa an diesem Montagabend nicht erwarten, obgleich sie ihn nach einer tollen Leistung so sehr verdient hatten – aufgrund des Spieltermins hatten die Rostocker Fans auf der Südtribüne schon Wochen zuvor angekündigt, keine aktive Unterstützung zu liefern. Es fiel manchem sicher schwer, denn Rostock brannte ein kleines Feuerwerk ab, schickte Eintracht Braunschweig gnädigerweise "nur" mit 3:0 zurück nach Niedersachsen. Knapp 12.300 Besucher waren dabei, erlebten, wie ein Flutlichtmast ausfiel und das Spiel eine lange Unterbrechung erfuhr. Wobei: Was waren jene 20 Minuten Pause im Vergleich zu den vielen fußballlosen Wochen, die folgen sollten?

Das Coronavirus hielt Einzug, es beschäftigt uns heute nicht minder als damals. Erst wurden die Zuschauer verbannt, dann die Spieltage komplett abgesagt. 12.200 Fans in Duisburg, 15.700 in Kaiserslautern, 6.200 in Halle – wer an jenem Märzwochenende noch einmal ins Stadion ging, durfte sich glücklich schätzen. "Heute vor einem Jahr", posten nicht wenige Freunde und Kollegen dieser Tage zusammen mit einem Foto von damals, vom letzten "richtigen" Stadionbesuch in den sozialen Netzwerken. Viel Wehmut schwingt mit: Fußballfans fehlt kaum etwas mehr als die Atmosphäre, das Drumherum, ja allein der unnachahmliche Geruch von Bier und Bratwurst. Die Auswärtsfahrten in Bussen, Transportern und Regionalzügen. Das Fachsimpeln in den Gastwirtschaften quer durch Deutschland, ob es nun drei Punkte gab oder die vierte Niederlage in Serie. Ja, manchem soll selbst das Gefühl fehlen, sich vollen Herzens über seinen Klub aufregen zu können.

38 Spieltage sind vergangen

All diese Charakteristika waren auch während der kurzen Phase der mit strengen Auflagen verbundenen Teilöffnung der Arenen im vergangenen Spätsommer kaum bis gar nicht vorhanden, weshalb wir diese Zeitperiode auch gar nicht mit dem Wort "Normalität" in Verbindung bringen wollen. Normalität, das sind für uns die Auswärtsfahrer-Statistiken, die Choreographien, ja selbst die Strafentabelle für Pyrotechnik. Wer die 3. Liga liebt, der tut das nun einmal kaum wegen des tollen Fußballs, sondern wegen der Rahmenbedingungen, der pulsierenden und doch nahbaren Klubs. Der tut das, weil er an Samstagen wie dem just vergangenen in der Bundesliga Duelle zwischen Hoffenheim und Wolfsburg entdeckt, während zwei Etagen tiefer Rostock gegen Kaiserslautern, Duisburg gegen 1860 München und Magdeburg gegen Waldhof Mannheim spielen, und der sich fragt: Was macht die erste Liga überhaupt noch erstrebenswert?

Genau 38 Spieltage, genau eine Saison sind seit jenem 9. März 2020 vergangen, und es ist verdammt viel passiert: Der MSV Duisburg war damals noch Spitzenreiter, die SpVgg Unterhaching Dritter, die späteren Aufsteiger Braunschweig und Würzburg standen im grauen Mittelfeld, der KFC Uerdingen spielte noch in Düsseldorf. Bittere Momente erlebten alle Fans derer Klubs, die unter sterilen Bedingungen aufgestiegen sind oder in die Relegationsspiele mussten, noch mehr aber jene, die sich aus der 3. Liga Liga verabschiedeten: In Chemnitz, Münster, Großaspach und Jena schaute die Anhängerschaft tatenlos zu, wie teils lange Drittliga-Kapitel ihr Ende fanden. Kurios wird es für die, die derzeit an ihrer direkten Rückkehr zu altem Status arbeiten: Schafft der designierte Aufsteiger Dynamo Dresden, sich wieder für die 2. Bundesliga zu qualifizieren, hätte sich bei der möglichen Fanrückkehr im Spätsommer im Vergleich zum März 2020 nicht viel verändert. Man könnte die Corona-Pandemie in dieser Hinsicht als bösen Alptraum abhaken.

Hoffnung auf "normale" Saison 2021/22

Tatsächlich werden das viele Klubs nicht so einfach können. Die finanzielle Lage ist angespannt, und wo die Bundesligisten über hohe Fehlbeträge und Zukunftssorgen klagen, da können die Verantwortlichen aus der 3. Liga nur müde lächeln: Sie müssen seit einem Jahr ohne die existenziell wichtigen Zuschauereinnahmen leben, bei Sponsoren betteln und die wenigen Beträge aus der TV-Ausschüttung dreimal umdrehen, um nicht mit großen Belastungen in die Zeit nach der Pandemie gehen. Zudem, und das hat uns dieses Jahr Pandemie mehr als deutlich gemacht, kann sich die Lage stetig verändern. Die Hoffnung auf einen "normalen" Sommer und Herbst mit der schrittweisen Rückkehr zum normalen Leben kann die nächste entdeckte Mutation wieder zerstören, es gibt große Verlockungen und nicht minder große Hindernisse. Prognosen wären unseriös.

Bereiten wir uns also vor auf das zweite Saisonfinale im Modus Geisterspiel, auch wenn ausgerechnet in Rostock, das bislang stets mit niedrigen Infektionszahlen durch die Pandemie kam, erste Zuschauerpläne entworfen werden. Unbeschwert nah beieinanderstehen, anzufeuern, Geselligkeit auszuleben – all das muss noch warten. Hoffen wir, dass die Kurven so laut, so vielseitig, so bunt bleiben und dieses Jahr plus X keine bleibenden Schäden, keine Entfremdung in der Fankultur hinterlassen wird, die die 3. Liga nicht verdient hätte. Denn ob die stimmungsvollen Derbys im Osten oder Südwesten oder ein Duell zwischen Meppen und Zwickau – unsere Spielklasse schätzt ihre Fans und braucht sie zugleich. So zahlreich und so bald, wie es möglich ist.

   
  • J. Klarname

    Ex-Verfassungsrichter attestiert Merkel „irrige Vorstellung“ über die Werteordnung des Staates

    „Die Menschen dieses Landes sind keine Untertanen“, und: „Grundrechte kann man nicht beliebig entziehen und neu vergeben“. Solche Sätze, wie sie Hans-Jürgen Papier, früherer Präsident des Bundesverfassungsgerichts, jetzt in einem Interview mit der Welt sagt, wünschte man sich von einem Bundespräsidenten.

    • ironimus

      Merkel? Werteordnung? Bundespräsident? Wenn dies ein politisches Forum wäre, würde ich dazu schreiben. Aber hier geht es um Sport/Fussball. Also lasse ich es lieber, bevor mein Kommentar gesperrt wird.

      • Altona

        Viele Amateurvereine stehen vor dem finanziellen Ruin.
        Mannschafts-Sportverbot seit wie vielen Monaten?
        Gesperrte Sportplätze…
        Wie lange noch?

        Die Begründung wird doch mit der fast abgeschlossenen Impfung der Altenheime immer unglaubwürdiger…

      • DM von 1907

        Altenheime kann man nicht impfen, nur ihre Bewohner(innen). ;-) Und derzeit erleben wir den Beginn der dritten Welle. Diese dürfte die letzte sein, danach wird die Pandemie abflauen.

        Das bedeutet für jetzt: Geimpft werden müssen jetzt nicht nur Senioren, sondern alle Menschen, die das wollen. Und:

        "Wie lange noch?" – Noch einige Wochen, mehr nicht. Fatal wäre es, gleichsam wenige Meter vor dem Ziel den Lockdown frühzeitig abzubrechen und damit an die dritte Welle die Brandfackel zu legen.

      • Lauterbach von 1907

        die nächsten zwei Wochen sind entscheidend ;-))

    • DM von 1907

      Wer entzieht denn hier bitte "beliebig" Grundrechte? Von einem ehemaligen Verfassungsrichter darf man erwarten, dass er besser informiert ist und die Pandemie nicht verharmlost.

  • Tim Sturm

    Die nächsten 2 Wochen sind entscheidend.
    Das Virus hat einen Raketenantrieb bekommen.
    Wir sind mitten in der 3. Welle. Sehen exponentielles Wachstum. Explosionsartige Virusvermehrung.
    Dem Gesundheitssystem droht die Überlastung.
    Es wird zwangsläufig zur Triagesituation kommen.
    Bergamo und Ischgl gleichzeitig in Deutschland.
    Ihr müsst mehr Angst und Panik haben. Mehr Maske. Mehr Tests. Mehr Isolation.
    Einzelhandel zu. Alles zu machen. Kinder und Schulen sind die Treiber der Pandemie…

    Seit > 1 Jahr Panikmache 24/7. Lügen, Desinformation, Hetze, Spaltung…
    Es ist genug. Es reicht.
    Lockdown beenden.
    Die Profiteure der Lockdowns werden sich zu verantworten haben.
    Der Protest muss auf die Strasse.
    Stadien und alles öffnen ohne Beschränkung.

    • Georg Nüßlein

      Die übernächsten Wochen sind entscheidend.
      Bitte noch etwas Geduld (bis zur Bundestagswahl).
      Bis dahin bitte kooperieren sie weiter. Hinterfragen sie nichts. Alle Maßnahmen sind notwendig und alternativlos. Masken schützen – auch im Freien.
      Die Test sind sehr zuverlässig.
      Corona ist 100x gefährlicher als die Grippe.
      Wer etwas anderes behautet ist ein Nazi.
      Der nächste Herbst / Winter wird entscheidend sein…

      • DM von 1907

        Georg Nüßlein hat uns hier gerade noch gefehlt. Mehr Geschmacklosigkeit geht nicht, oder?

      • Brünnstein

        Was den Politiker Nüßlein betrifft, gilt derzeit noch die Unschultsvermutung. Es wird ermittelt. Abwarten.

      • Andreas Böhm

        "Hinterfragen sie nichts"? Sind wir denn Schafe? Wer lesen kann, vergleicht auch, da ergeben sich ne Menge Fragen. Bin ich ein Nazi?: Behauptet der Wahlomat auch. Wer Andersdenkende oder Abweichler in die rechte Ecke stellt ist nur zu primitiv um mit Argumenten zu diskutieren. Erich läßt grüßen!

      • Doppelherz

        Du hast es nicht verstanden oder? Du weiß nicht wer Georg Nüßlein ist? Aber Hauptsache immer gut informiert tun…

      • Soeren VS

        Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen…

    • Langnase

      einfach nur wow… Allein wenn ich "Profiteure des Lockdowns" lese, die sich zu verantworten hätten… Ich will nicht sagen, dass es nicht auch Profiteure gibt, aber in den Bereichen, auf die es ankommt (und die was zu sagen/entscheiden haben) gibt es diese nicht. Und dann wundern sich die Leute, dass man sie als Verschwörungstheoretiker abtut. Niemand hat etwas davon, wenn es der Wirtschaft schlecht geht. Und viele wichtige Wirtschaftszweige, die normal eine starke Lobby haben, sind doch auch betroffen. Kein Politiker tut es sich gern und freiwillig an, was diese Entscheidungen mit sich bringen.
      Ich will sicherlich nicht sagen, dass alles super gelaufen ist und keine Fehler gemacht wurden. Aber solche Zeilen sind einfach ekelhafter Populismus, der mit Fakten nichts zu tun hat. Und "Desinformation, Hetze, Spaltung" sind anderen Parteien zuzuschreiben als der aktuellen Regierung.
      Und auch wenn so einiges schief gelaufen ist, kann sich die Masse trotzdem glücklich schätzen, dass es eben nicht zu diesen Schreckensszenarien gekommen ist, da sich die Masse der Leute an die wichtigsten Maßnahmen gehalten hat, auch wenn es oft schwer fällt. Dass die Mehrheit bisher dafür gesorgt hat, dass die unbelehrbare Minderheit nicht noch mehr Schaden anrichten konnte. Denn eines dürfte sicher sein: wenn es nicht so viel Desinformation, Hetze und Lügen gegeben hätte von vornehmlich einer gewissen politischen Richtung und einfach mal alle gesunden Menschenverstand an den Tag gelegt hätten, könnten wir uns alle aktuell viel freier und ungezwungener bewegen und ausleben. Es wäre sicher noch nicht alles wie früher, aber es ginge allen deutlich besser…

      • Nikolas Löbel

        Genau,
        gesunder Menschenverstand – wie in Schweden zum Beispiel!

      • Langnase

        achja, das gute Schweden. Wo man zunächst viele Todesopfer in Kauf genommen hat, damit die meisten wenige bis keine Maßnahmen "erleiden" mussten und die Zahlen jetzt letztlich doch in die Höhe schießen…

      • Ivor

        Der Blick gen Norden, nach Skandinavien, lässt Zweifel aufkommen. Denn
        auch dem Königreich Schweden mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist es
        gelungen, die Infektionszahlen drastisch zu drücken – und zwar ohne
        Lockdown. Nachdem Schweden in der ersten Welle noch deutlich mehr
        Covid-19-Tote zu beklagen hatte, sind die Todeszahlen pro Kopf in diesem
        Winter, in dem lediglich vorsichtig Maßnahmen beschlossen wurden, fast
        identisch mit jenen hierzulande…

        Auch der Blick nach Amerika ist interessant. Kalifornien etwa, fest in
        demokratischer Hand, steht für ein hartes Herunterfahren. Die Rate an
        Toten und Infizierten ist jedoch nur leicht niedriger als im
        republikanisch-freizügigen Florida. Kalifornien zählt 135 Covid-19-Tote
        auf 100.000 Einwohner, Florida 146. Kalifornien verzeichnet 9079
        Infektionen pro 100.000, Florida 8987. Wie kann das sein?

      • Doppelherz

        Bevölkerungsduchte Schwedens= 25/km2
        Kalifornien = 96/km2
        Deutschland = 225/km2
        so werden ihnen bestimmte Zusammenhänge vielleicht klarer…
        Schweden hat (Stand November 2020) gemessen an der Bevölkerung 2,5 mal so viele Tote im Zusammenhang mit der Krankheit…es ist ein absoluter Mythos, dass in Schweden kaum Maßnahmen beschossen wurden!!!

      • Soeren VS

        Schweden ist mit seiner Bevölkerungsdichte und vielen Migranten ein typisches mitteleuropäisches Land.
        Und im gesamteuropäischen Vergleich steht Schweden, was die Toten angeht, im unteren Mittelfeld ohne Lockdown und ohne Masken.

      • Brünnstein

        Die Bevölkerungsdichte zu vergleichen, ist eine beliebte Methode, den Schwedischen Erfolg kleinzureden. Alleine in Stockholm hat mehr 1,7 Mio Einwohner. Das sind fast 20% der gesamten schwedischen Bevölkerung. Mehr als ein Drittel der schwedischen Bevölkerung leben in den 9 größten Städten Schwedens. Das Mälartal (Stockholm und Umgebung) ist das größte zusammenhängende urbane Zentrum aller nördlicher Länder.
        Wie ich oben schon geschrieben habe: 22 von 31 europäischen Länder haben eine größere Übersterblichkeit (2020) als Schweden.

      • Brünnstein

        Stimmt nicht. Seit Anfang Februar 2021 hat Schweden weniger Corona-Tote als Deutschland (pro 1 Million Einwohner). Und das ohne Lockdown.

      • Langnase

        a) auf welche Werte genau beziehst du dich? b) welche Quelle ziehst du hierbei zu rate?

        Bezugnehmend auf Statista sind mit Stand 8.3. folgende Zahlen bekannt (dabei Gesamtwert Schweden, Gesamtwert Deutschland, Gesamtwert Schweden hochgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschland):

        Einwohner: 10,2 Mio vs. 83 Mio
        Todesfälle: 13k (-> 105,5k) vs. 72k
        Bestätigte Infektionen: 685k (-> 5,6 Mio) vs. 2,5 Mio.

        Dazu kommt, dass die Zahlen sich in Deutschland zuletzt zurückentwickelt haben bzw. zwischenzeitlich stagnieren, während die Kurve in Schweden sich in die andere RIchtung entwickelte, weshalb absolut Maßnahmen beschlossen wurden (ein komplettes Gesetz wurde Anfang des Jahres verabschiedet), wenn auch derzeit kein harter Lockdown, sondern entsprechende Restriktionen in den Geschäften bzgl. Anzahl der Kunden etc. (wobei Schließungen mit dem Gesetz auch möglich sind, aber derzeit nicht umgesetzt werden).
        Dazu werden beispielsweise Masken nicht verpflichtend vorgeschrieben, sie werden aber durchaus getragen und Geschäftsinhaber können selbst bestimmen, ob sie in ihrem Laden darauf bestehen. Diese freiwillige Umsetzung in Verbindung mit den weiteren Maßnahmen führt natürlich auch zu einem entsprechenden Ergebnis. Wie die weitere Entwicklung hierbei sein wird, muss sich erst noch zeigen. Aber wenn man auf Schweden zeigt, muss man auch das berücksichtigen und darf nicht immer so tun als ob dort gelebt wird, als gäbe es kein Corona. Und die Zahlen sollte man ebenso korrekt darstellen.

      • Brünnstein

        Ich habe nie behauptet, dass in Schweden gelebt wird, als gäbe es kein Corona. Aber von den Freiheiten, die in Schweden gewährt werden, können wir hierzulande nur träumen. Es gibt keinen Maskenzwang, Hotels, Campingplätze, Geschäfte und Restaurants sind offen, Kitas und Schulen bis zur zehnten Klasse wurden bis auf wenige Ausnahmen nicht geschlossen.

        Auf welche Werte bzw. Quelle ich mich bei den Zahlen beziehe? Statista.
        Berechnet mit den Einwohnerzahlen Stand 31.12.2019 beider Länder (zu den Einwohnerzahlen 2020 gibt es nur Prognosen):
        83,17 Mio Deutschland
        10,33 Mio Schweden

        Covid 19 Sterbefälle Januar 2021 (pro 1 Million Einwohner):
        Deutschland 287,7
        Schweden 300,7

        Covid 19 Sterbefälle Februar 2021 (pro 1 Million Einwohner):
        Deutschland 156,2
        Schweden 119,5

        Deutschland hat seine Zahlen teuerst erkauft und ist im Lockdown gefangen, das ist das Problem. Lockert man, werden zwangsläufig die Zahlen steigen und dann geht das Geschrei nach dem nächsten Lockdown wieder los. Eine Endlosschleife.
        Alle Hoffnungen ruhen auf den Impfungen, dabei ist nicht mal klar, ob Geimpfte nicht mehr ansteckend sind. Und dann gibt es ja auch noch das Problem mit den Mutationen. Corona-Viren mutieren. Und zwar ständig. Das liegt in ihrer Natur.
        Man wird IMMER der Musik hinterherrennen.

        Es gibt meiner Meinung nur eine Chance: Endlich zu akzeptieren, dass man Corona-Viren nicht besiegen kann. Corona Viren waren schon immer da und werden immer da sein. Deswegen das Leben per staatlichen Verordnungen derart einzuschränken, ist absolut falsch.
        Ich bin nicht gegen das Impfen, aber ich bin gegen einen Impfzwang. Ich bin nicht gegen das Maskentragen, soll jeder halten wie er will, aber ich bin gegen den Maskenzwang. Wenn jemand meint, er möchte sein Geschäft nicht öffnen, soll er es geschlossen halten. Aber ich bin gegen ZWANGSschließungen. Wenn jemand meint, ein Besuch im Fußballstadion sei zu gefährlich, soll er eben zu Hause bleiben, aber ich bin gegen das generelle Verbot von Zuschauern. Diese Liste ließe sich jetzt beliebig verlängern.

      • DM von 1907

        Die Schweden haben längst selber eingesehen und zugegeben, dass ihr Sonderweg falsch war und gescheitert ist.

      • Soeren VS

        Fake News.
        Tegnell hält an bisherigem Kurs fest. Und die grosse Mehrheit der schwedischen Bevölkerung steht dahinter.
        Der Rest der Welt nähert sich immer mehr dem schwedischen Modell an.
        Die schweren Konsequenzen von Lockdowns sind überall offensichtlich geworden.
        Die große Schadensbilanz kommt erst noch.

      • Brünnstein

        Deine Aussage ist schlichtweg falsch. In Schweden gab und gibt es z.B. KEINE Maskenpflicht, keine Geschäfts- und Restaurantschließungen und fast keine Grundschulschließungen. Und trotzdem ist Schweden besser durch die Krise gekommen, als viele europäischen Länder, die auf den harten Lockdown gesetzt haben. 22 von 31 europäischen Länder haben eine größere Übersterblichkeit (2020) als Schweden.

      • Brünnstein

        @DM von 1907: Du bist der typische Systemling und Dampfplauderer. Haust unwahre Behauptungen raus und auf faktenbasierte Antworten hast Du nichts als Dislikes zu liefern.

      • Langnase

        ein Nachtrag: was mich einfach traurig macht, ist, dass es einfach nur noch schwarz-weiß denken in dieser Angelegenheit zu geben scheint und eine ernsthafte Auseinandersetzung und Differenzierung nicht mehr möglich ist.
        Natürlich gab es Verfehlungen der Regierung und natürlich sind nicht alle Maßnahmen sinnvoll. Aber die Antwort ist nicht "alles wieder auf, es gibt überhaupt kein Corona".
        Man kann unzufrieden sein mit den politischen Entscheidungen, aber man kann nicht abstreiten, dass ein gewisser Teil der Maßnahmen eben dazu beigetragen hat, dass wir (aus rein medizinischer Sicht zunächst) relativ glimpflich durch die meiste Zeit gekommen sind. "Leider" zu Beginn zu glimpflich, da dies dazu geführt hat, dass eine falsche Sicherheit sich in vielen Köpfen breitmachen konnte und dass gewisse Konstellationen dazu geführt haben, dass vermeintliche Kausalitäten angenommen wurden.
        Es muss natürlich darüber debattiert werden, welche Maßnahmen sinnvoll sind und es muss besser aufgeklärt werden, was genau diese Maßnahmen bewirken sollen. Und es müssen langfristige und nachvollziehbare Strategien entwickelt werden, wann was wieder möglich ist. Und dies kann auch zu regional unterschiedlichen Maßnahmen führen – wenn diese auf ein bundesweit einheitliches transparentes System aufbauen.
        Nur mit solchen offenen und differenzierten Diskursen können Vertrauen und Bereitschaft geschaffen werden. Und ich kann nachvollziehen, dass die Politik aufgrund klarer Mängel hierbei viele Personen erstmal "verloren" hat, deren Mitwirken aber wichtig wäre, damit eben nicht in Zeiten eines Lockdowns die Zahlen trotzdem wieder steigen.
        Die Positionen und Fronten sind aber schon (fast) zu verhärtet um die Wende zu schaffen. Darum drücke ich uns allen die Daumen, dass wir es dennoch bald aus der aktuellen Situation herausschaffen. Denn auch ich sehne mich nach einem Stadionbesuch (und bin auch froh, dass ich zumindest im August beim DFB-Pokal dabei sein konnte) und vielen anderen Dingen. Bis dahin müssen wir alle aber auch unseren Teil dazu beitragen.

      • iro

        Langnase, du hättest Politiker werden sollen. Bla-bla-bla, bla-bla-bla und nochmal bla-bla-bla. Es ist doch egal, ob man für oder gegen die Corona-Maßnahmen ist. Die Politik hat kläglich versagt. Impfstoffe zu spät und zu wenig bestellt, Chaos bei der Verteilung, undurchsichtige Impfreihenfolge, überbordende Bürokratie und und und. Besuch von Sportveranstaltungen verboten, Teilnahme an Demos erlaubt. Besonders der zuschauerträchtige Fussball und attraktive Hallensportarten (Eishockey, Handball, Basketball) werden auf Null gegängelt. Das wird bis Juni/Juli so bleiben. Aber ab August werden wir dann wundersame Lockerungen und Öffnungen erleben. Denn im September wollen all diese Versager wieder gewählt werden. Danach herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Wir wollen es doch nicht anders.

      • Thug Liar

        Du beklagst Spaltung und Hetze der "Massnahmen-Kritiker".
        Gibst aber selbst pauschal einer "unbelehrbaren Minderheit" die Schuld an der aktuellen Situation.
        Merkst Du noch was?

      • Langnase

        tja, lesen ist nicht für jeden was.
        Ich beklage Spaltung und Hetze von gewissen politischen Richtungen, allen voran die Spitzen einer gewissen Partei, die vornehmlich versuchen mit Polemik zu punkten.
        Und ich schreibe ja selbst, dass ein Teil der Maßnahmen durchaus zu kritisieren ist – was mich selbst quasi zu einem Maßnahmen-Kritiker macht. Aber mit dem Unterschied, dass ich nicht pauschal einfach alles schlecht rede, sondern es mir um konstruktive (!), fundierte und gezielte Kritik geht und mir nicht ein Brett vor den Kopf nagle und schreie "Es gibt kein Corona, alle Maßnahmen müssen weg, die Politik macht das nur um uns zu unterdrücken"

        Und ich gebe nicht "Die" Schuld einer unbelehrbaren Minderheit, seine eine (nicht unerhebliche) Mitschuld – wobei die unbelehrbare Minderheit nicht jeder ist, der was gegen Maßnahmen hat, sondern jeder, der bewusst handelt um die zu unterlaufen/konterkarieren.
        Dass so einige Handlungen/Verfehlungen der Politik an der aktuellen Lage ebenso mitschuldig sind, unterschreiben ich ja ebenso. Wobei die Auswirkungen dieser dennoch ganz anders wären, wenn nicht ein Teil der Bevölkerung der Meinung wäre, seine eigene Auslegung von Grundrechten zu haben, ebenso wie der (leider auch nicht ganz unerhebliche) Teil, der meint, dass die Maßnahmen richtig sind und zu befolgen sind – nur nicht von einem selbst, weil man im Gegensatz zu allen anderen ja die Situation besser einschätzen könne…

        Und ja, ich merke noch so einiges. Unter anderem, dass ich einfach im Netz nicht diskutieren sollte, weil dort alles nur schwarz oder Weiß ist und alles immer in extreme zu kategorisieren ist. Ein gesundes Mittelmaß ist einfach kaum möglich.

      • Soeren VS

        wer sagt es gibt kein Corona?

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