Drittliga-Absteiger Chemnitz bereits frühzeitig Herbstmeister

Der Chemnitzer FC hat eine wahre Seuchensaison hinter sich. Die Sachsen mussten Insolvenz anmelden und anschließend den Gang in die Regionalliga antreten. Während die finanziellen Sorgen kaum kleiner geworden sind, schwimmt der CFC sportlich auf einer Erfolgswelle: Startrekord in der Regionalliga Nordost, Herbstmeisterschaft bereits im Oktober. 

Nordost-Meister steigt direkt auf

Am Wochenende bewies die Mannschaft des Chemnitzer FC wieder einmal ihren Ausnahmestatus: 4:0 hieß es am Ende gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf, nicht einmal eine Minute brauchten die Südsachsen für den ersten Treffer durch Dejan Bozic. Die Statistiken sind beeindruckend: 14 Siege aus 14 Saisonspielen und bereits jetzt ein Vorsprung von 13 Zählern auf den Zweitplatzierten Berliner AK. Auch Trainer David Bergner ist vollends zufrieden: "Man merkt, dass die Mannschaft willig ist und daran glaubt, Tore zu erzielen. Es freut mich, Trainer dieses Teams zu sein."

Es könnte also alles so schön sein beim Absteiger. Zumal der Liga-Meister der Staffel Nordost in diesem Jahr für den Aufstieg keinen Umweg über die Relegation nehmen muss, sondern direkt hochgeht. Diesbezüglich dürfte sich der überragende Saisonstart auch im weiteren Verlauf der Serie als dickes Pfund erweisen. Doch die Sache hat einen Haken – und zwar die abermals großen finanziellen Schwierigkeiten der Chemnitzer.

Sorgen wegen finanzieller Probleme

Bei einem Vergleich der aktuellen sportlichen Performance mit der finanziellen Situation fällt auf: Die Kluft könnte größer kaum sein. Erst kürzlich richtete sich Insolvenzverwalter Klaus Siemon mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung, beklagte eine finanzielle Lücke von knapp 500.000 Euro. Ein beachtlicher Betrag, bei dessen Aufbringung der CFC jedoch nicht auf die abermalige Unterstützung der Stadt bauen kann, wie Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig klar stellte.

Die Verantwortlichen des Chemnitzer FC arbeiten daher weiterhin an einer Lösung, müssen nun voll auf den Erfolg bei der Sponsorensuche setzen. Auch die finanzielle Unterstützung vonseiten der CFC-Fans ist denkbar. Sollten alle Bemühungen scheitern, käme ein Horrorszenario auf den Verein zu: In diesem Fall ginge es in Richtung Landes- oder Oberliga anstatt zurück in die 3. Liga. Doch das soll unbedingt verhindert werden.

   
  • Diaspora06

    In der Tat stinkt dies zum Himmel – der Rest der Liga muss sich ziemlich vera….. vorkommen. Eine Mannschaft mit 'Kalibern' wie Grote, Frahn usw. – es scheint sich gut in der Insolvenz zu leben. Und dies nach den finanziellen Eskapaden des CFC der letzten Jahre! Und dann soll wieder der Steuerzahler aushelfen, weil der ja schon das neue Stadion gebaut hat – wie 'arm' ist das denn? Hoffentlich bleibt die Stadt hart und der DFB schaut nicht abermals weg. War da nicht was mit financial fairplay?

  • anteater

    Hm, 13 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, aber eine finanzielle Lücke von € 500.000? Könnte der sportliche Erfolg da mit Geld erkauft sein, das man gar nicht hat, jetzt aber von der Stadt Chemnitz einfordert? Die Sache stinkt doch gewaltig.

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