Die besten Spiele der Saison: Platz 3

Eine Halbzeit lang sah es ganz danach aus, als würde ein Aufstiegskandidat straucheln – und das auch noch bei einem Gegner, für den es nach dem vorzeitigen Klassenerhalt um nicht mehr viel ging. Doch dann blitzte die ganze spielerische Klasse auf und der Nachmittag wurde für die Gastgeber zu einer bitteren Demontage. Das ist unser Platz 3 der Spiele der Saison 2020/21.

Zwei einstige Favoriten auf verschiedenen Wegen

Duisburg gegen Ingolstadt – davon hatten sich manche Experten vor der Saison gewiss etwas mehr erhofft. Beide hatten in der Saison 2019/20 bis zuletzt um den Aufstieg mitgespielt und die zweite Liga auf ihre ganz eigene, aber in beiden Fällen tragische Art und Weise weggeworfen. Nun blieb der FCI mit cleverer Spielweise und minimalistischen Ergebnissen auch im Folgejahr dabei, 65 Punkte nach 36 Spielen ließen vor dem Duell mit dem MSV wenig Deutungsspielraum – das war schon bis dato eine sehr erfolgreiche Saison. Duisburg kam auf 43, mehr sollten auch nicht mehr hinzukommen. Irgendwie zum Klassenerhalt gemogelt dank einiger guter Wochen, viel mehr Positives stand bei der Inventur nicht auf dem Ergebnisbogen. Stattdessen viele Fragezeichen, darunter das große, ob aus der Mannschaft in dieser Zusammenstellung überhaupt eine den eigenen Ansprüchen genügende Platzierung möglich gewesen wäre. Dieser Samstagnachmittag ließ vermuten: eher nicht.

Mit 1:0 führte der MSV Duisburg, da waren gerade einmal zehn Minuten gespielt. Rechtsverteidiger Maximilian Sauer brachte die Meidericher in Front, es war sein erstes Tor im Profifußball seit mehr als fünf Jahren. Bis kurz vor der Pause fanden harmlose Gäste aus Bayern kein Mittel, die bis dato solide Defensive der Gastgeber – einmal mehr angefeuert von vielen Fans auf dem Stadionvorplatz, die fröhlich auf die Hupe drückten – in Verlegenheit zu bringen. Dann griff der scheidende Aufstiegstrainer Tomas Oral zu einem besonderen Mittel, tauschte schon in der Pause dreifach, brachte Dominik Franke, allen voran aber Filip Bilbija und Dennis Eckert Ayensa. Die Wirkung, die Oral damit erzielte, dürfte ihn selbst erstaunt haben.

Ingolstadt wie im Rausch gegen teilnahmslose Gegner

Denn es dauerte nicht einmal eine Minute, da zahlte sich Bilbijas Einwechslung bereits aus – er holte, gezogen von Dominik Schmidt, einen Strafstoß heraus, den Routinier Stefan Kutschke wuchtig und platziert zum 1:1 verwandelte. Jetzt ließ Ingolstadt Ball und Gegner laufen, Bilbija verschaffte sich mit einer einfacher Drehung im gegnerischen Sechzehner den Raum, um nach 54 Minuten zur 2:1-Führung zu treffen.

Auch in die unmittelbar folgende Spielsequenz kam der MSV nicht hinein, Ingolstadt kombinierte sich gleich zum 3:1 von Marcel Gaus – und hatte immer noch nicht genug. Eckert Ayensa führte Gegenspieler Joshua Bitter vor dem vierten Streich gnadenlos vor, beim fünften Tor von Bilbija mochte sich Ingolstadt schließlich vorgekommen sein wie bei einer Theorieeinheit gegen Slalomstangen. Duisburgs desaströser Einbruch in den zweiten 45 Minuten mit fünf Gegentoren binnen 29 Minuten setzte deren unbefriedigendem Saisonfinale die Krone auf, Ingolstadt sammelte hingegen Selbstvertrauen für den letztlich erfolgreichen Abschluss gegen 1860 München sowie den VfL Osnabrück in der Relegation.

Weiterlesen: Plätze 20 bis 4

 

   
  • Borys Bleed

    Also da kann ich mindestens 10 Spiele nennen die deutlich besser waren.

    • raulgarcia

      Das sehe ich genauso. Bei einer Mannschaft, bei der die Luft raus ist kann sich die millionenschwere Ingogruppe leicht aufbauen. Fauxpas liga3.

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