DFL plant vorerst Verzicht auf Stehplätze und Gästefans

Noch ist unklar, ob beim Saisonstart Mitte September wieder Fans in die Stadien dürfen. Sollten Zuschauer zugelassen werden, dann mit Einschränkungen. Über vier konkrete Einschränkungen will die DFL die 36 Erst- und Zweitligisten am kommenden Dienstag abstimmen lassen.

Keine Gästefans bis Jahresende?

Bis zu 12,5 Prozent könnten Stehplatz-Tribünen ausgelastet werden – so stand es in einem vor zwei Wochen veröffentlichten Leitfaden für die Rückkehr von Fans. Nun steht allerdings ein vorübergehender Verzicht von Stehplätzen im Raum. Um angesichts der "andauernden pandemischen Lage die Einhaltung und die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Stadien zu erleichtern", schlägt die DFL den Erst- und Zweitligisten vor, Stehplätze zunächst bis zum 31. Oktober geschlossen zu lassen. Dann laufen in vielen Bundesländern die aktuellen Corona-Verordnungen zu Großveranstaltungen aus. Das "grundsätzliche Bekenntnis zum Erhalt von Stehplätzen" bleibe derweil aber unverändert, so die DFL. Eine mögliche Lösung für den Übergang: Klubs könnten Steh- zu Sitzplätzen umwandeln.

Auch über ein Verbot von Gästefans bis zum Ende des Jahres soll am kommenden Dienstag abgestimmt werden. Damit soll das Reiseaufkommen der Fans – vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln – reduziert und dadurch das Infektionsrisiko verringert werden. Für die DFL stehe zwar außer Frage, "dass Auswärtsfahrten von Fans einen wichtigen Bestandteil der deutschen Fußballkultur ausmachen". Jedoch würden die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin hohe Wachsamkeit und erhebliche Anpassungen gewohnter Verhaltensweisen in vielen gesellschaftlichen Bereichen erfordern, so der Liga-Verband.

DFB dürfte DFL folgen

Weitere Anträge der DFL sehen ein vorübergehendes Ausschankverbot von alkoholischen Getränken in allen Stadien sowie eine Datenerfassung vor, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. So sollen sich die Klubs auf Basis einer Erweiterung der Spielordnung bis zum Jahresende verpflichten, notfalls Identität und Kontaktdaten der Stadionbesucher ermitteln zu können. Im Falle von Corona-Infektionen bei anwesenden Personen sei es auf diese Weise möglich, "Infektionsketten früh und effektiv" zu unterbrechen. "Die genaue Ausgestaltung zur Nachverfolgung würde auch bei einem entsprechenden Beschluss der Mitgliederversammlung weiterhin in den Verantwortungsbereich der einzelnen Klubs fallen", teilt die DFL mit.

Für alle Anträge genügt eine einfache Mehrheit. Auf die 3. Liga werden die Beschlüsse zunächst zwar keine direkten Auswirkungen haben, allerdings ist es durchaus möglich, dass sich der DFB an der DFL orientieren wird. Wann diesbezüglich eine Entscheidung fallen könnte, ist noch nicht bekannt.

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  • ironimus

    Es wird nicht anders gehen. Wir werden uns damit abfinden müssen, dass es in der kommenden Saison von September 20 bis Mai 21 überhaupt keine vollen Stadien geben kann. Selbst wenn man die Pandemie in den Griff bekomnt und evtl. ein Impfstoff zur Verfügung steht, kann frühestens ab Saison 2021/22 wieder mit "normalen" Zuschauerzahlen geplant werden. Und wenn das DFL-Konzept für BL und 2.BL zur Anwendung kommt, wird dem DFB gar nichts anderes übrig bleiben, als dieses analog auch für die 3. Liga anzuwenden. Unabdingbar wird natürlich sein, dass es in ganz Deutschland einheitlich umgesetzt und nicht wieder (wie in der vergangenen Saison) durch einige Profilneurotiker wie in Thüringen ausgebremst wird.

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