DFB verweigert Offenbach die Lizenz – SV98 hofft auf Ligaverbleib

Die Offenbacher Kickers erhalten keine Lizenz für die kommende Drittligasaison. Stundenlang wurde am Montag in Frankfurt über die Lizenzvergabe beraten, ehe gegen 15:50 Uhr feststand: Der OFC wird in der kommenden Saison nicht in der dritten Liga vertreten sein. Nach Angaben von Dr. Rainer Koch, DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen, läge entgegen anderslautender Meldungen allerdings kein Formfehler vor. Jedoch fehle dem OFC die notwendige Liquiditäts-Reserve. Am Vormittag hatte die Anhörung der OFC-Delegation in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt begonnen. Dazu gehörten auch OFC-Justitiar Christian Heinemann sowie ein Anwalt der Wirtschaftsprüfer "Roelfspartner". "Insbesondere wurde eine geforderte Liquiditätsreserve in Höhe von zwei Millionen Euro weder als Guthaben auf einem Bankkonto des DFB eingezahlt noch eine unwiderrufliche Zahlungsgarantie unter Ausschluss jeglicher Einwendungen und Einreden durch eine Bank zu Gunsten des DFB vorgelegt. Der stattdessen vorgelegte Darlehensvertrag zwischen Kickers Offenbach und einer Bank gewährt dem DFB nicht in vergleichbarer Weise die eingeforderten Sicherungsrechte", so Dr. Rainer Koch, Vorsitzender des Beschwerdeausschusses, auf der Homepage des DFB.

"Ein bitterer Tag für den OFC"

Kickers-Präsident Dr. Frank Ruhl zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung: "Ein bitterer Tag für den OFC. Die Anstrengungen haben nicht zum Erfolg geführt." Hoffung machte den Fans hingegen OFC-Geschäftsführer David Fischer "Wir haben die Liquiditätslücke geschlossen und gehen jetzt zum Schiedsgericht des DFB.  „Eklatante, historische Managementfehler haben zu einer sehr ernsten Schieflage des Vereins geführt. Wir sind angetreten, um den Traditionsverein Kickers Offenbach zu sanieren und in die Erfolgsspur zurück zu bringen. Ganz wesentlich wird dabei sein, die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten“, so Fischer: „Wir haben mit sehr viel Engagement und Transparenz den Weg der Sanierung eingeschlagen, um für den Verein neue belastbare, wirtschaftliche Strukturen aufzubauen. Dies bedeutet in vielen Bereichen auch harte Einschnitte vornehmen zu müssen. Doch ich bin mir ganz sicher: gemeinsam mit unseren treuen Fans werden wir diese Situation meistern.“ Dort werden wir weiter kämpfen." Sollte das Schiedsgericht die Entscheidung des DFB bestätigen, würde Offenbach in die 4. Liga absteigen und der SV Darmstadt 98 würde trotz des sportlichen Abstieges doch noch in der 3. Liga bleiben. Das Fachmagazin "Kicker" hatte bereits in seiner Onlineausgabe am Samstag verkündet, der OFC erhalte keine Spielberechtigung für die kommende Drittligasaison. Erst am 28. Mai hatte Präsident Dr. Frank Ruhl im letzten Moment die Lizensierungsunterlagen beim DFB eingereicht. Bis zuletzt war die Zukunft des mit mehr als neun Millionen Euro verschuldeten hessischen Traditionsvereins unklar.

FOTO: Cello Klettermaxe / fototifosi.de

   

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