Beniermanns goldenes Händchen: Meppen bezwingt Regensburg

Der SV Meppen bleibt auf Erfolgskurs: Am Sonntagnachmittag setzten sich die Emsländer mit 2:1 gegen Jahn Regensburg durch und bauten ihre Serie auf sechs ungeschlagene Spiele aus. Dabei bewies Trainer Beniermann in einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit ein goldenes Händchen.

Traumstart für Meppen

Es ist ein Sinnbild für die Ausgeglichenheit der 3. Liga: Sowohl für den SV Meppen als auch für den SSV Jahn Regensburg geht der Blick nach unten, obwohl die Formkurve beider Mannschaften eine teils deutlich andere Sprache spricht. Die Oberpfälzer haben nur eines ihrer vergangenen fünf Spiele verloren, die Emsländer sind sogar seit fünf Partien ungeschlagen. Eine Serie, die ansonsten nur der FC Ingolstadt, der SV Wehen Wiesbaden und Spitzenreiter Viktoria Köln vorweisen können. Dennoch treffen der Zwölfte und der 16. aufeinander. Im Vergleich zum 0:0 in Düsseldorf nahm Meppens Trainer Beniermann einen Wechsel vor: Touglo rückte für Domröse in die Startelf. Auch Jahn-Coach Hildmann veränderte seine Anfangsformation nach dem 2:1 gegen Hansa Rostock einmal. Bauer ersetzte den gelbgesperrten Schönfelder.

Es dauerte keine fünf Minuten, ehe die Gastgeber in Führung gingen – wenn auch etwas glücklich. Schmitt flankte von links in die Mitte. Karbstein wollte die Hereingabe klären, doch der Ball prallte von seinem Oberschenkel direkt vor die Füße von Deters. Der Meppener schaltete am schnellsten und überwand Hermann (4.). Der Traumstart hätte für die Emsländer sogar noch besser ausfallen können. Nach einem langen Schlag von Pünt wollte Wurm per Kopf zum eigenen Torhüter zurücklegen, doch sein Rückpass geriet viel zu kurz. Ehlers lauerte, ging dazwischen, verfehlte das Tor aus spitzem Winkel aber knapp (11.).

Nach einer Viertelstunde fand Regensburg besser ins Spiel. Eine Hereingabe von der linken Seite köpfte Hingerl präzise auf das lange Eck, doch Pünt war zur Stelle und lenkte den Ball zur Ecke (15.). Auch diese wurde gefährlich: Hobsch setzte sich ebenfalls per Kopf durch, konnte den Ball jedoch nicht richtig drücken (16.). Der Innenverteidiger kam auch bei der nächsten Gelegenheit zum Kopfball, doch erneut war Pünt zur Stelle (30.). Regensburg hatte inzwischen deutlich mehr vom Spiel, den Oberpfälzern fehlte es im letzten Drittel allerdings häufig an der nötigen Präzision.

Und wenn diese einmal vorhanden war, stand Pünt im Weg. So auch in der 41. Minute gegen Boujellab. Der Mittelfeldspieler setzte sich gegen mehrere Meppener durch und visierte von der Strafraumkante das aus seiner Sicht rechte untere Eck an. Wieder parierte Pünt. Kurz vor der Pause rettete schließlich der Pfosten für die Gastgeber: Eine Flanke landete im Fünfmeterraum bei Oliveira. Der wurde noch entscheidend gestört, sodass der Ball aus dem Getümmel heraus an den rechten Pfosten sprang. Anschließend konnte Pünt zugreifen (45.+2.).

Goldenstein aus dem Nichts

Zur zweiten Halbzeit nahm Hildmann eine Änderung vor: Philipp kam für Hingerl. Wie schon im ersten Durchgang startete Meppen mit einer Chance, diesmal aber ohne Torerfolg. Hermann griff nach einem weiten Einwurf daneben, Fedl brachte den Ball auf das leere Tor, doch Karbstein konnte in höchster Not das 0:2 verhindern (49.). Wie wichtig diese Aktion war, zeigte sich nur drei Minuten später: Boujellab wurde in die Tiefe geschickt und lief auf Pünt zu. Statt selbst abzuschließen, behielt der Mittelfeldspieler die Übersicht und legte auf den mitgelaufenen Hermes ab, der den Ball über die Linie drückte.

Die Partie wurde zunehmend zerfahrener und war immer stärker von Fouls geprägt. Ein wirklicher Spielfluss kam kaum noch auf – da musste eine Standardsituation herhalten. Ehlers brachte einen Freistoß in den Strafraum, Akono verlängerte auf Höhe des Strafraumecks per Kopf und Goldenstein versenkte den Ball aus kurzer Distanz per Direktabnahme (73.). Was für ein Händchen von Beniermann: Sowohl Akono als auch Goldenstein waren erst acht Minuten zuvor eingewechselt worden.

Das Tor gab den Meppenern wieder etwas Aufwind: Akono ging links im Sechzehner bis zur Grundlinie und versuchte es aus spitzem Winkel. Hermann riss jedoch den Arm hoch und parierte (77.). Die Hochphase hielt aber nur kurz. Der Jahn drückte wieder, wurde aber nicht mehr wirklich zwingend. Für Regensburg kam es noch dicker: Bauer ging an der Seitenauslinie mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Ehlers. Da der Verteidiger bereits verwarnt war, sah er für das Foul die Gelb-Rote Karte (90.+3.).

Für Meppen geht die Serie weiter. Zuletzt folgte auf ein Remis stets ein Sieg – auf das 0:0 in Düsseldorf folgte nun das 2:1 gegen Regensburg. Die Emsländer klettern auf Rang zehn, sodass der Blick zumindest vorübergehend doch nach oben geht. Für die Gäste sieht die tabellarische Lage deutlich weniger erfreulich aus: Der Jahn steht nach der zweiten Niederlage aus den letzten drei Partien weiterhin auf Platz 16. Sollte der SC Verl später gewinnen, könnte dieser die Oberpfälzer sogar auf einen Abstiegsplatz schicken. Für beide Teams geht es nach der Länderspielpause am 21. November weiter. Meppen gastiert bei Fortuna Köln (14 Uhr), zur selben Zeit empfängt Regensburg die Würzburger Kickers.

   

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