"Wissen, wo wir herkommen": Wiesbaden trotz Siegesserie demütig

Der SV Wehen Wiesbaden marschiert weiter durch die Liga. Beim 3:0 gegen den TSV Havelse fuhren die Hessen den fünften Sieg im sechsten Spiel unter Trainer Jochen Seitz ein. Trotz Platz vier sind Aufstiegsambitionen aber kein Thema.

"Wir sind richtig happy"

Unaufhaltsam rollt Wiesbaden über jeden Kontrahenten hinweg. Gegen Havelse gab es den nächsten klaren Sieg für die Hessen. "Ich bin sehr zufrieden, weil wir einen Großteil der Partie bestimmt haben", resümierte Trainer Seitz nach dem Spiel bei "MagentaSport". Der Spielverlauf war aber nicht so eindeutig wie das Endergebnis. "Defensiv hatten wir in der ersten Halbzeit die eine oder andere Problematik noch, weil sie zu oft in unseren Sechzehner gekommen sind. Das haben wir dann angesprochen."

Obwohl es offensiv hervorragend lief, war es dem Trainer wichtig, auf die kurze Schwächephase zu verweisen. "Wir müssen mit unserer Struktur aggressiver gegen den Ball arbeiten. Wir verschieben zu sehr, sind zu passiv. Da müssen wir aktiver gegen den Ball gehen", kritisierte Seitz. Seine Mannschaft folgte seinen Anweisungen und machte den Dreier in der zweiten Hälfte perfekt. "Im Großen und Ganzen ein verdienter Sieg. Wir sind richtig happy", frohlockte der Trainer. Zur Belohnung gibt es nun ein paar freie Tage. "Wir haben sehr intensive Wochen hinter uns. Durch den Trainerwechsel war in der ersten Länderspielphase nicht so viel frei gewesen. Die Jungs haben extra Gas gegeben, dass sie jetzt ein paar Tage frei bekommen."

"Jeder hat Bock zu verteidigen"

Der 50-Jährige hat dem SVWW mit einer kompakten Grundordnung ein stabiles Gerüst verpasst. "Wir verteidigen im tiefen Verbund. Gegen uns ist es eklig zu spielen. Jeder hat Bock zu verteidigen. Alle geben hundert Prozent und aktuell funktioniert es super", erklärte Innenverteidiger Florian Hübner. Darüber hinaus sind die Hessen mit unterschiedlichen Torschützen flexibel aufgestellt. "Es ist super für die Teamchemie, wenn immer unterschiedliche Spieler treffen. Wir gönnen es uns. Wir haben immer den Blick für den freien Mann. Aktuell ist es echt super und macht riesig Spaß", schwärmte der Abwehrchef.

Durch den dritten Erfolg in Serie steht Wiesbaden nun auf Platz vier – sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. Eine gute Ausgangsposition, die für Hübner aber keine Rolle spielt. "Ich gucke gar nicht drauf. Ich weiß, wo wir herkommen. Vor sechs, sieben Wochen standen wir ganz unten. Jetzt sind wir maximal froh, dass wir so eine Serie haben und versuchen, das weiterzumachen." Von Aufstiegskampf will der Kapitän noch nicht sprechen. "Für mich ist das Thema bis zur Winterpause überhaupt nicht offen. Es ist eine schöne Momentaufnahme. Aber wir wissen, dass einiges noch zu tun ist und dann können wir uns im Winter nochmal unterhalten." Nach der Länderspielpause steht am 22. November das Verfolgerduell beim 1. FC Saarbrücken auf dem Programm.

   

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