DFB-Pokal: Drittligisten, ihr habt die erste Runde gerockt! 

Die erste Runde im Pokal ist vorbei – und Kaiserslautern und Duisburg noch dabei. Viel wichtiger aber: Die 3. Liga, vertreten durch die Hälfte ihrer Klubs, hat exzellente Werbung für sich gemacht. Was haben wir für tolle Spiele gesehen! liga3-online.de sagt Danke. Für beste Unterhaltung, höchste Dramatik und zahlreiche Partien, die Lust auf den Fußball-Herbst machen.

Weiterentwicklung zum Vorjahr

Schon der Blick auf die Ergebnisse zeigt die Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Da kassierte der spätere Aufsteiger aus Karlsruhe noch sechs Tore von Hannover 96, auch Lautern kam gegen 1899 Hoffenheim mächtig unter die Räder und holte ein halbes Dutzend Bälle aus dem Netz. Und dieses Jahr? Kein Drittligist wurde abgeschossen. Nicht einmal der BVB, ein heißer Titelkandidat, vermochte dem KFC Uerdingen mehr als zwei Tore einzuschenken. Und das war schon die deutlichste Niederlage, die ein Klub unserer Liga einstecken musste. Heißt: Diese Liga ist konkurrenzfähig! Und das, obgleich nach finanzieller Zugkraft riesige und weiter größer werdende Lücken zwischen den Spielklassen klaffen.

Von Freitag bis Montag aber war all das Makulatur. Dann nämlich schmissen sich unsere Drittligisten, von Ingolstadt bis Chemnitz, von Magdeburg bis Mannheim, in die Zweikämpfe, als wenn es um Leben und Tod ginge. Und zwangen jedem ihrer Kontrahenten eine Partie auf, die dieser sich anders vorgestellt hatte.

Spektakel pur

Auf dem Rasen lieferten die vermeintlich klar unterlegenen Spieler einen Kampf auf Augenhöhe – etwa der FCM, der Freiburg ins Wanken brachte. Die fantastisch aufspielenden Würzburger Kickers, die die TSG Hoffenheim nicht nur mächtig schwitzen ließen, sondern in extrem interessante 90 Minuten, eine heiße Verlängerung und ein aus FWK-Sicht letztlich bitteres Elfmeterschießen zwangen.

Der Hallesche FC, der dem VfL Wolfsburg  drei Tore einschenkte und erst bei schwindenden Kräften in der Verlängerung die Segel streichen musste. Der Chemnitzer FC, der den Hamburger SV trotz aller vereinsinternen Probleme ebenfalls ins Elfmeterschießen zwang. Und, wie könnten wir sie außen vorlassen, Waldhof Mannheim. Was für ein Spektakel war das bitte! Eintracht Frankfurt wusste zunächst kaum, wie ihnen geschah, um am Ende doch noch die Blamage abzuwenden.

Diese Pokalrunde hat nur ein Manko

3:5, 3:5, 4:5 – auf dem Papier ist zu spüren, wie viel Gegenwehr die 3. Liga den Favoriten geboten hat. Nicht minder erwähnenswert sind die Leistungen von Hansa Rostock und dem FC Ingolstadt, die sich Zweitliga-Topfavoriten mit nur einem Tor Differenz beugen mussten.

Das einzige Manko dieser so kurzweiligen und aus Sicht unserer Spielklasse faszinierend gut verlaufenen Pokalrunde: Sechs bis sieben Vertreter hätten das Weiterkommen verdient gehabt, mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem MSV Duisburg stehen jedoch "nur" zwei Drittligisten in der zweiten Runde. Lieber FCK, lieber MSV, macht etwas daraus! Ihr könnt noch weitere fantastische Schlagzeilen für diese manchmal zu Unrecht unterbewertete Liga im Pokalwettbewerb schreiben.

   
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