DFB bestätigt Neun-Punkte-Abzug für Rot-Weiß Erfurt

Nachdem der FC Rot-Weiß Erfurt vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet hat, bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemäß der Spielordnung nun den Abzug von neun Punkten für die Thüringer. Damit steht RWE praktisch als erster Absteiger in die Regionalliga fest, wenngleich das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

20 Punkte hinter dem rettenden Ufer

In der Tabelle verliert Rot-Weiß Erfurt fast die Hälfte seiner Zähler, fällt hinter Werder Bremen II wieder auf den letzten Tabellenplatz zurück und liegt nun 20 Punkte hinter dem rettenden Ufer. Bei nur noch sieben ausstehenden Spielen ist der Abstieg damit so gut wie besiegelt. Bereits am Sonntag könnte es endgültig soweit sein, wenn RWE in Halle nicht gewinnt. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht: Rot-Weiß Erfurt hat eine Einspruchsfrist von sieben Tagen, hat dem Urteil nach DFB-Angaben aber bereits grundsätzlich zugestimmt.

Selbst ohne den Punktabzug hätte RWE angesichts eines Rückstands von elf Punkten kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt gehabt. Da somit keine "Basis für eine positive Fortführungsprognose" vorhanden war, wie es Präsident Frank Nowag vor zwei Wochen formulierte, reichte Erfurt beim Amtsgericht Erfurt einen Insolvenzantrag ein, nimmt den Punktabzug als geringstes Übel freiwillig in Kauf und verabschiedet sich damit als letzter Dino aus der Liga. In der Regionalliga, wo der Thüringer Traditionsverein in der kommenden Saison erstmals in seiner über 50-jährigen Vereinsgeschichte vertreten sein wird, will sich RWE neu aufstellen und mittelfristig den Wiederaufstieg schaffen. In der anstehenden Spielzeit steigt der Meister der Nordost-Staffel sogar direkt auf.

Der Spielbetrieb ist inde nicht gefährdet, sodass alle Ergebnisse in der Wertung bleiben. Bereits Mitte Februar war den Thüringern aufgrund unvollständiger Nachweise im Rahmen der Nachlizenzierung ein Punkt abgezogen worden.

Chaos hinter den Kulissen

Unterdessen herrscht hinter den Kulissen Chaos, vor knapp zwei Wochen ist der komplette Aufsichtsrat geschlossen zurückgetreten. Zudem steht Präsident Frank Nowag für seinen Alleingang bei der Insolvenzanmeldung in der Kritik, der Ehrenrat fordert seine Ablösung. Zeitgleich wird an der Sanierung des insolventen Vereins gearbeitet – allerdings anders als zunächst geplant. Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass RWE nun doch ein klassisches Insolvenzverfahren durchlaufen wird. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Reinhardt berufen. Zunächst soll mit der Unterstützung des Gläubigerausschusses ein Insolvenzplan erstellt werden, über welchen die Entschuldung und Umstrukturierung des Vereins erfolgen soll. Insgesamt drückten RWE rund 8,1 Millionen Euro Schulden. Wie viel Geld die über 200 Gläubiger nun erhalten, ist noch offen. Parallel laufen auch die sportlichen Planungen für die Regionalliga.

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