Datenanalyse: Woran es beim SV Waldhof Mannheim noch hakt

Nach vier Platzierungen unter den Top-10 soll beim SV Waldhof Mannheim in dieser Saison der Aufstieg gelingen. Doch aktuell liegen die Buwe zwei Punkte hinter dem Relegationsrang und schon ganze sechs Zähler hinter Platz zwei. Die zwei größten Probleme: Die Offensive ist zu harmlos und die gegnerischen Teams vor dem Tor der Waldhöfer zu effizient.

Jeder zweite Schuss im Mannheimer Tor

Am vergangenen Samstag kassierte die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart beim VfL Osnabrück eine derbe Klatsche, wurde mit 0:5 nach Hause geschickt. Es war bereits das zweite Spiel nach insgesamt zehn Duellen, in dem die Waldhöfer böse unter die Räder kamen wurden. Mitte August setzte es ein 2:6 beim SV Meppen. Kein Wunder also, dass der SVW mit schon 18 Gegentoren die drittschwächste Defensive der Liga stellt.

Was beim Blick auf die Statistik jedoch etwas verwundert. Denn die Mannschaft kassiert laut "wyscout" pro 90 Minuten lediglich 10,27 Schüsse auf das eigene Tor. Nur bei zwei Teams ist das noch seltener der Fall. Was bedeutet, dass in Osnabrück jeder zweite Schuss ins Tor ging, in Meppen sogar 60 Prozent. Eine fabelhafte Quote für den Gegner. Zum Leidwesen der ambitionierten Mannheimer.

Zu wenige und ungenaue Abschlüsse

Diese Abgebrühtheit geht den Kurpfälzern selber jedoch ab. Denn die Neidhart-Truppe schießt nur 10,93 Mal auf das gegnerische Tor, was im Ligavergleich Platz zwölf bedeutet. Davon kommen auch nur 33,6 Prozent auf das Ziel. Auch diese Statistik bedeutet mit Rang elf nur Mittelmaß im Vergleich mit der Konkurrenz. "Wir erspielen uns Chancen müssen allerdings an unserer Chancenverwertung arbeiten und mehr Tore schießen. Der eine oder andere Spieler hat deutliches Steigerungspotential", so Präsident Bernd Beetz in der "Bild"-Zeitung. Aus den 52,6 Prozent Ballbesitz (Platz sechs) wird also eindeutig zu wenig gemacht. Nur 13 Tore stehen zu Buche.

Dass die vier besten Torschützen allesamt erst zwei Mal getroffen haben, ergibt sich aus den durchschnittlich nur 14,14 Ballberührungen im gegnerischen Strafraum. Nur sechs Mannschaften können noch weniger nachweisen. Und ein Stürmer, der nicht am Ball ist, kann nun einmal nicht treffen. Dabei werden mit rund 382 Pässen die sechsmeisten der Liga gespielt, der Weg in die Offensive also gesucht. Auch die Quote von 80,3 Prozent erfolgreicher Versuche liest sich vernünftig. Der Ertrag bleibt dennoch aus. Was auch an rund 112 Ballverlusten (Rang zehn) liegt.

Derby wird zum "Lackmus-Test"

Das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken wird nun "zum Lackmus-Test – also zum Gradmesser und Prüfstein", sagt Beetz. "Wir wollen gewinnen und unsere Heimserie fortsetzen. Aktuell drehen wir mit den sportlichen Verantwortlichen jeden Stein um." Sportchef Tim Schork und Trainer Christian Neidhart – beiden hatte Beetz am Montag das Vertrauen ausgesprochen -, sind nun gefordert. "Das Team hat das Leistungsvermögen, aber es muss sich noch weiter finden."

 
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