7. Januar 2018 um 09:50 Uhr

Das sind die wertvollsten Neuzugänge – Platz 10 bis 1

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Im Sommer haben die 20 Vereine der 3. Liga im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Während etwa die Zweitliga-Absteiger eine ganze Reihe großer Namen verpflichteten, setzten andere Clubs auf aussortierte Akteure oder aufstrebende Talente aus der Regionalliga. Wer aber schlug in besonderem Maße ein? In zwei Teilen stellen wir 20 Spieler vor, die der Hinrunde ihres neuen Arbeitsgebers einen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt haben. Im zweiten Teil schauen wir auf die Plätze 10 bis 1:

Weiterlesen: Die Plätze 20-11

Kein Club traf während der Saison öfter ins Schwarze als der SC Paderborn (47 Mal) – und das lag daran, dass die Ostwestfalen auch schon vor der Spielzeit eine enorme Trefferquote verzeichneten, und zwar bei den Transfers. Dennis Srbeny kam aus der Regionalliga vom BFC Dynamo. Nicht der erste Goalgetter aus der nächsttieferen Spielklasse, der sein Glück in der 3. Liga versuchte. Doch während manch andere scheiterten, spielte sich Srbeny mit dem SCP in einen absoluten Rausch, glänzte mit acht Toren und elf Vorbereitungen allein in der Hinrunde. Die bei ihm übrigens, das steigert die Bedeutungen der astreinen Statistiken nochmals, durch Verletzungsprobleme aus nur 14 Spielen bestand. Sollte Paderborn zurück in die 2. Bundesliga marschieren, dann wäre das auch Srbenys Verdienst.

 

Ähnlich wie Paderborn hat auch das zweite absolute Spitzenteam dieser Saison, der 1. FC Magdeburg, sinnvolle Investitionen getätigt. Keiner aber drückte insbesondere der Startphase derart den Stempel auf wie Philip Türpitz, der vom Chemnitzer FC an die Elbe gewechselt war. Schon am zweiten Spieltag steuerte er zwei Tore und eine Vorlage zum 3:0 über Erfurt bei, auch an den folgenden Spieltagen war er fast immer an FCM-Treffern beteiligt. Eine kleine Überraschung, war Türpitz beim Chemnitzer FC in den Jahren zuvor doch teils nur Edelreservist gewesen. Seit Mitte Oktober zeigte die Leistungskurve etwas nach unten, in den letzten drei Partien des vergangenen Jahres fehlte Türpitz nach einem Ellbogenschlag dann rotgesperrt. Insgesamt stehen nach 16 Einsätzen sechs Tore und fünf Vorlagen auf dem Konto des 26-Jährigen.

 

193 Zentimeter und 88 Kilogramm stehen im Steckbrief von Oliver Hüsing – dem Hansa-Verteidiger, der von Mannschaft und Fans mittlerweile nur noch "Captain America" genannt wird. "Er ist ein Krieger“, sagt sein Trainer Pavel Dotchev über die Neuverpflichtung von Ferencvaros Budapest, die in allen 20 Ligaspielen der bisherigen Saison auf dem Feld stand und dabei keine einzige Minute verpasste. Zu nicht unbedeutenden Teilen liegt es an Hüsing, dass Hansa erst 19 Gegentreffer kassiert hat und sich damit auf Augenhöhe mit den besten Defensivreihen der 3. Liga befindet. Ganz nebenbei schweißte der Innenverteidiger auch noch vier Treffer mit dem Kopf ein – und jedes Mal gewann Rostock danach auch.

 

Dieser Janis Blaswich hat schon eine bemerkenswerte Vergangenheit. 2016 stieg er als Leihgabe von Borussia Mönchengladbach mit Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga auf – während seine ehemaligen Mitspieler wenige Monate darauf in rappelvollen Stadien spielten, musste er zurück zu Gladbachs Reserve und verletzte sich zu allem Überfluss so schwer an der Leiste, dass er das gesamte Spieljahr abhaken musste. Nun ist er zurück, und wie: In 17 Partien ging er durchschnittlich mit weniger als einem Gegentor vom Feld. Nach einer Leistenoperation Ende 2017 will er sein hohes Niveau nun komplett genesen nochmals steigern.

 

Dass Fortuna Köln einen phänomenalen Saisonstart erwischte, durfte sich zu großen Teilen Daniel Keita-Ruel auf die Brust schreiben. Der Stürmer, der mehrere Jahre in Haft verbrachte und sich über die SG Wattenscheid 09 auf Drittliga-Niveau zurückgekämpft hat, erzielte acht Tore für die Domstädter, darunter mehrere traumhafte Schüsse in den Winkel. Drei Vorlagen runden die bemerkenswerten Statistiken des 28-Jährigen ab, der sich damit auch in den Fokus zahlungskräftigerer Vereine gespielt haben dürfte. Es wird spannend zu sehen, ob Keita-Ruel über den Sommer hinaus den Fortunen treu bleibt…

 

Was für eine kuriose Hinrunde bei den Sportfreunden Lotte, insgesamt vier Trainer inklusive. So wurde Stürmer Hamadi Al Ghaddioui vom Vor-Vor-Vorgänger des jetzigen Coaches Andreas Golombek zum Trainingsauftakt begrüßt, nun haben sich die beiden ehemaligen Verler an neuer Wirkungsstätte wiedergefunden. Und Al Ghaddioui, den einige Anhänger wegen seiner eher klassischen Offensiv-Veranlagungen – kaltschnäuzig, enorm robust, aber technisch etwas limitiert – schon abgeschrieben hatten, zeigte es seinen Kritikern, netzte siebenmal in der Hinrunde. Künftig läuft er für Zweitligist Jahn Regensburg auf.

 

Burghausen, Nürnberg, Stuttgart und nun Karlsruhe – Benjamin Uphoff hat mit seinen 24 Jahren schon viel von Süddeutschland gesehen. Nachdem er sich bei den höherklassigen Stationen nicht durchsetzen konnte, wählte er den Sprung zu Absteiger Karlsruhe. Er wird ihn bislang nicht bereut haben: Nachdem er das Duell gegen Routinier Dirk Orlishausen für sich entschieden hatte, stand er in allen 19 bisherigen Saisonspielen auf dem Feld und hielt seinen Kasten zehn Mal sauber. Insgesamt kassierte er nur 17 Gegentore, das letzte Mal musste er am 21. Oktober hinter sich greifen und ist seitdem sechs Mal unbezwungen. Gut möglich also, dass Uphoff im Drittliga-Jahr 2018 neue Rekorde aufstellen wird…

 

Preußen Münster, Schalke 04 II, BVB II, Eintracht Rheine, Waldhof Mannheim, SC Wiedenbrück – Massih Wassey war in seiner Karriere nie mehr als ein Regionalligaspieler mit achtbaren Scorerwerten. Bis er an seinem 29. Geburtstag die vielleicht beste Entscheidung seines Lebens traf und einen Vertrag beim SC Paderborn unterschrieb. Dort erwies er sich als ordnende Hand im zentralen Mittelfeld und Standardwaffe zugleich: Ob Freistöße, Ecken oder Elfmeter, Wasseys linker „Zauberfuß“ ließ das Leder in Liga und DFB-Pokal schon insgesamt neunmal im Netz zappeln. Vielleicht kann sich der westfälische Kanadier mit diesen Leistungen auf seine alten Tage tatsächlich noch in die 2. Bundesliga befördern.

 

Von Dynamo zu Hansa – Marcel Hilßner wechselte von einem ostdeutschen Fußball-Aushängeschild zum nächsten. Und er ist nach Startproblemen angekommen, hat in 15 Spielen an acht Toren aktiv mitgewirkt. Noch lange erinnern wird er sich, das steht außer Frage, an das spektakuläre 5:3 gegen Fortuna Köln, als ihm drei Treffer und ein Assist gelangen. Aber auch beim 3:1 über den Chemnitzer FC erwischte er, dieses Mal völlig ohne Torbeteiligung, ein bockstarkes Spiel. Mit seinen 22 Jahren ist zudem davon auszugehen, dass er sich in der Rückrunde noch steigern kann – und Hansa Rostock möglicherweise noch viel Freude am in Bremen ausgebildeten variablen Offensivspieler haben wird.

 

Relativ still und leise hat der 1. FC Magdeburg seine Transferphilosophie hin zu jungen, unverbrauchten Spielern vollzogen und damit bisher ins Schwarze getroffen. Ein Beispiel ist Björn Rother, der von Werder Bremen II verpflichtet worden war und in 19 von 20 Spielen in der Startelf stand – eine Partie verpasste er relativ früh aufgrund einer Gelb-Sperre. Seine Leistungen sind wie die der gesamten FCM-Elf mehr als solide, besonders die Konstanz ist auch Rothers Trumpf. Und das ist für einen 21-Jährigen eine mehr als respektable Auszeichnung. Dass er an zwei Auswärtssiegen mit einem Treffer respektive einer Vorlage direkt beteiligt war, ist das Sahnehäubchen auf der gelungenen Hinrunde.

 

 

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