Das Restprogramm der Abstiegskandidaten im Check

Ein Absteiger steht mit Türkgücü München bereits fest, die drei übrigen werden in den nächsten sieben Wochen ermittelt. Wir nehmen das Restprogramm der Abstiegskandidaten unter die Lupe und prognostizieren, wer in die Regionalliga muss und wer die Rettung schafft.

Restprogramm: SC Verl (A), Mannheim (H), TSV Havelse (A), Wiesbaden (H), Magdeburg (A), Saarbrücken (A), Würzburg (H)

Einschätzung: Zwickau gehört zu den Profiteuren des Türkgücü-Aus, verlor nur einen Punkt – dazu aber auch ein Heimspiel am 36. Spieltag, was den FSV eine gute fünfstellige Summe kosten wird. Sieben Spiele verbleiben, angefangen mit dem Auswärtsspiel in Verl. Dort zu gewinnen, dürfte angesichts von derzeit neun Punkten Vorsprung schon für den Ligaverbleib reichen. Auch danach sind mit Havelse und Würzburg noch machbare Aufgaben dabei. Die Rückrunde verlief nicht berauschend, doch in große Schwierigkeiten sollten Joe Enochs und die Zwickauer nicht mehr geraten.

Prognose: 7 bis 8 Punkte holen die Sachsen noch, das reicht problemlos für den Klassenerhalt. Zumal die Kellerkinder zuletzt ganz und gar nicht stabil genug wirkten, nun zu punkten wie Teams aus dem oberen Drittel.

 

Restprogramm: VfL Osnabrück (H), Freiburg II (H), MSV Duisburg (A), TSV Havelse (H), Dortmund II (A), Viktoria Köln (H), Würzburg (A), Wiesbaden (H)

Einschätzung: Am Grünen Tisch hat der FSV Zwickau die Hallenser überholt, Halle hat mehr Punkte aus den Türkgücü-Spielen verloren (vier). Dafür hat der HFC noch acht Spiele, darunter fast ausnahmslos machbare Heimpartien, und auch in der Fremde geht es gegen Konkurrenten, die in ihren Stadien keine besonders tolle Bilanz vorzuweisen haben. Das Duell mit Osnabrück ist bereits das letzte Aufeinandertreffen mit einem Spitzenteam, ein großer Vorteil für die Mitteldeutschen. Kurzum: Auf dem Papier könnte man es kaum besser haben.

Prognose: Trotz der Niederlage in Saarbrücken war die Formkurve zuletzt ansteigend, Halle hat sich gefangen. Aus acht Partien sollten 10 bis 12 Punkte zu schaffen sein, die 45-Punkte-Marke wird wohl knapp verfehlt – aber angesichts der nur noch 36 gewerteten Spiele wird für den Klassenerhalt ohnehin deutlich weniger benötigt werden.

 

Restprogramm: Kaiserslautern (A), Hallescher FC (H), Viktoria Berlin (A), 1860 München (H), Mannheim (A), Freiburg II (H), SC Verl (A)

Einschätzung: Es ist ein Auf und Ab mit diesen Duisburgern, die fast 60 Prozent ihrer Saisonspiele verloren haben und trotzdem ein solides Polster auf die Regionalliga-Plätze aufweisen. Damit das so bleibt, sollten die Partien gegen Halle, Berlin und Verl erfolgreich gestaltet werden. Gegen Lautern, 1860 und Mannheim dürfte dieser MSV, der von manchem Topteam in diesem Jahr schon eine Abreibung erhalten hat, an seine Grenzen stoßen. Wenn es ganz blöd läuft, gibt es in Verl – beziehungsweise Paderborn – am allerletzten Samstag der Saison noch ein direktes Duell, in dem die Zebras unter Druck stehen. Einfacher wäre es, die vorherigen Matchbälle zum Klassenerhalt zu verwandeln…

Prognose: Nichts in Lautern und Mannheim, schwierige Treffen mit Halle, Sechzig und Freiburg plus zwei direkte Duelle. 7 bis 9 Punkte werden es, der Klassenerhalt gelingt.

 

Restprogramm: Magdeburg (H), Dortmund II (A), MSV Duisburg (H), Würzburg (A), Saarbrücken (H), SV Meppen (H)

Einschätzung: Gewinnt Viktoria Berlin in diesem Jahr noch einmal auf Drittliga-Boden? Mittlerweile zählen wir elf sieglose Partien am Stück, ohne das Auswärtsspiel in München am 37. Spieltag hat die Mannschaft von Farat Toku noch sechs Anläufe. Das Programm ist ein bunter Querschnitt: Erst die Mammutaufgabe Magdeburg, später auch noch Saarbrücken im eigenen Stadion. Duisburg und Würzburg gehören zur Konkurrenz, an der Berlin vorbeiziehen muss. Dortmund II scheint nach Niederlagenserie ebenso besiegbar wie die im Jahr 2022 ähnlich schwachen Meppener ganz zum Schluss. Es gibt Hoffnung, aber dafür muss die eigene Leistung stimmen.

Prognose: Seriös können wir nur 4 bis 6, allerhöchstens 7 Punkte erwarten. Zu wenig Drittliga-Qualität war in dieser Rückserie bislang zu sehen, selbst die Unentschieden gehörten ja meist zur schmeichelhaften Natur. Das wird knapp mit dem Ligaverbleib.

 

Restprogramm:  FSV Zwickau (H), Freiburg II (H), VfL Osnabrück (A), Magdeburg (H), Saarbrücken (A), Wiesbaden (H), Dortmund II (A), Duisburg (H)

Restprogramm: Diese Verler stellen sich selbst jede Menge Beine, aber sie kämpfen. Erst zwei Siege in diesem Jahr sind dürftig, dass diese aber gegen Würzburg und Havelse eingefahren wurden, zeugt von Qualität im Abstiegskampf. Trainer Mitch Kniat sah zuletzt jenes 3:1 in Havelse, hat kommende Woche zuerst das Nachholspiel gegen Zwickau vor der Brust. Gutes Omen: Es geht zurück zur Ausweichstätte Paderborn – dort hat der SCV im Vorjahr manchen Favoriten geärgert. Von denen stehen übrigens noch einige auf dem Plan: Magdeburg, Saarbrücken und Osnabrück sind hier zu nennen. Insgesamt ein straffes Endprogramm, aber vier Heimspiele mit ordentlichen Siegchancen machen Mut.

Prognose: 8 bis 11 Punkte kann Verl in seinen acht Spielen – mehr als jeder Konkurrent – erreichen, wenn die Heimbilanz in der "neuen alten" Spielstätte stimmt. Besonders motivieren wird der Gedanke an echte Heimspiele in Verl ab der neuen Saison. Platz 16 ist angesichts von nur zwei Punkten Rückstand und zwei Partien weniger absolut drin.

 

Restprogramm: Kaiserslautern (H), Braunschweig (A), Viktoria Berlin (H), SV Meppen (A), Hallescher FC (H), FSV Zwickau (A)

Einschätzung: Erst einmal hat Würzburg nach der Niederlage gegen Köln drei Wochen frei, denn nach der Länderspielpause hätte Türkgücü auf dem Spielplan gestanden. Doppelt bitter, denn die drei Punkte vom Hinspielsieg wurden nun auch gestrichen. Stattdessen stehen Lautern und Braunschweig jetzt auf dem Plan – schwerer geht‘s kaum! Schließlich muss der FWK durch das Türkgücü-Aus zwei Punkte zusätzlich auf das rettende Ufer aufholen. Meppen, Halle und Zwickau sind wenigstens ein nettes Schlusstrio, für das es wohl um nichts mehr gehen wird.

Prognose: Unter Ralf Santelli ging es zuletzt zwar aufwärts (drei Siege aus sechs Spielen), doch vier Punkte Rückstand bei nur noch sechs Partien sind ein Brett – zumal der SC Verl zwei Partien weniger hat. Sollten die Ostwestfalen das Nachholspiel gegen Zwickau am Dienstag gewinnen und anschließend auch Freiburg II besiegen, würde der Rückstand auf acht Punkte anwachsen, ohne dass die Kickers eingreifen können. Spätestens dann wäre der Absturz in die Regionalliga nicht mehr zu verhindern.

 

Restprogramm: Braunschweig (A), FSV Zwickau (H), Hallescher FC (A), Freiburg II (H), 1860 München (A), VfL Osnabrück (H), Mannheim (A)

Einschätzung: Havelse können wir wohl kurz fassen, schließlich wirkte die Mannschaft in den vergangenen Wochen vermehrt so, als hätte sie sich selbst bereits aufgegeben. Wissend darum, dass die Qualität für höhere Ziele nicht gegeben war. Vier Aufstiegskandidaten, allein drei an den letzten Spieltagen, verkomplizieren die ohnehin überambitionierte Mission, deren Maximum schon nur noch bei 40 erreichbaren Punkten liegt. Damit könnte der Klassenerhalt tatsächlich gelingen, aber jeder Punktverlust macht das zweite Drittliga-Jahr noch unwahrscheinlicher. Verloren hat der TSV seine kleine Chance in den direkten Duellen.

Prognose: 4 bis 6 Punkte mögen noch dazukommen, dann geht das Kapitel Havelse als ein beachtliches, aber letztlich erfolgloses in die Drittliga-Historie ein.

   

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