Das ist das Restprogramm der Aufstiegskandidaten

Wer dachte, dass Dresden, Rostock und Ingolstadt den Aufstieg unter sich ausmachen würden, sieht sich getäuscht. Alle Topklubs straucheln, haben zuletzt nur einen Punkt aus zwei Spielen geholt. 1860 München eilt mit Sieben-Meilen-Schritten heran und beschert uns ein spannendes Finale. Wir analysieren das Restprogramm des Spitzenquartetts.

Ausgangslage: Das ist schon eine komische Situation, in die sich Dynamo Dresden da manövriert hat. Seit vielen Monaten dominieren die Sachsen schließlich die Liga, doch die 0:1-Niederlage bei 1860 München vor drei Wochen tut mittlerweile doppelt weh: Die SGD hat sich vom vergebenen Matchball für einen der ersten drei Plätze bislang nicht erholt und musste zuletzt gar Schlusslicht Unterhaching (0:2) alle Punkte überlassen – ein dickes Warnsignal. Parallel rückt Sechzig rasant näher, und die einst winzige Chance, selbst die Relegation zu verpassen, wird stetig größer. Von einst 13 Punkten Vorsprung auf Rang vier sind nur noch fünf Zähler übrig geblieben. Auch Rostock und Ingolstadt haben nur noch einen Punkt Rückstand – es waren mal sechs Zähler.

Restprogramm: Duisburg (H), Uerdingen (A), Halle (H), Verl (A), Viktoria Köln (H), Türkgücü (H), Wehen Wiesbaden (A)

Prognose: Gerade die letzten vier Aufgaben sehen auf dem Papier zu dankbar aus: Die meisten Gegner werden nur noch um die Goldene Ananas spielen. Dafür wird Duisburg nach drei sieg- und torlosen Spielen direkt zum Knackpunkt, hier muss der Negativlauf gestoppt werden. Gelingt das, sind 13 bis 16 Punkte realistisch. Dynamo bleibt ein Favorit, auch dank des guten Torverhältnisses und der besten Abwehr aller Klubs. Abzuwarten bleibt jedoch, wie Dynamo mit den Personalsorgen umgeht: Gleich zehn Spieler stehen für das kommende Spiel in Duisburg nicht zur Verfügung.

 

Ausgangslage: Bekommt Hansa doch noch die befürchtete Aufstiegsflatter? Beim 0:0 in Dresden zeigte die Kogge noch, auf Augenhöhe zu sein mit der ärgsten Konkurrenz und daher absolut berechtigt an der Spitze zu stehen. Gegen zugegeben starke Magdeburger konnte davon nicht die Rede sein, Jens Härtel erlebte beim Wiedersehen mit seinem alten Arbeitgeber eine kalte Dusche. Als Beruhigungspille taugt die weiter hervorragende Rückrundentabelle – Ausrutscher können jedem passieren. Mehr sollten es aber nicht werden.

Restprogramm: FC Bayern II (A), Wehen Wiesbaden (H), Meppen (A), Ingolstadt (H), Zwickau (H), Unterhaching (A), Lübeck (H)

Prognose: Sofort fällt das Duell mit dem Dritten Ingolstadt am viertletzten Spieltag ins Auge – gut möglich, dass hier eine Vorentscheidung fällt. Zuvor warten unangenehme Aufgaben gegen zwei Abstiegskandidaten, im Saisonfinale kann das nochmal blühen. Sicherlich würde es Hansa helfen, wenn Haching und Lübeck – was nicht auszuschließen ist – zum Zeitpunkt der Aufeinandertreffen schon abgestiegen sind. Hansa kann zwölf bis 16 Punkte holen. Der Ausgang der Partie gegen den FCI wird über die Platzierung entscheiden.

 

Ausgangslage: Die siebtbeste Offensive und die viertbeste Defensive genügen dem FC Ingolstadt derzeit für den Relegationsrang. Immerhin: Der 1. FC Nürnberg droht in diesem Jahr wohl nicht mehr als Gegner. Doch wären Sandhausen, Osnabrück oder Braunschweig so viel angenehmer? Was in der Saison sehr zuverlässig funktionierte – Siege mit einem Tor Vorsprung – klappte beim 2:2 gegen Bayern II nicht mehr, insgesamt zeigt der Trend mit nur einem Sieg aus vier Spielen eher nach unten. Und so viel können wir vorwegnehmen: Die letzten Aufgaben haben es in sich.

Restprogramm: Meppen (H), Lübeck (A), Zwickau (H), Rostock (A), Saarbrücken (H), Duisburg (A), 1860 München (H)

Prognose: Los geht es mit drei nominell machbaren Gegner, von denen zwei aber im Alles-oder-nichts-Modus um den Ligaverbleib angekommen sind. Dann geht es zum Zweiten nach Rostock, anderthalb Wochen später zu aufstrebenden Duisburgern und abschließend wartet womöglich der Showdown mit 1860, die ein uneinholbar besseres Torverhältnis besitzen. Also: Liegt der FCI dann maximal drei Punkte vor Sechzig, wartet ein absolutes Endspiel. Wir glauben, dass Ingolstadt elf bis 14 Punkte holt – und derzeit Gefahr läuft, noch abgefangen zu werden.

 

Ausgangslage: The trend is your friend, der Trend ist dein Freund. Auf wen könnte das besser zutreffen als auf 1860 München? Obgleich der TSV schon in der Hinrunde mit einigen ganz starken und dominanten Auftritten daherkam, die so in dieser Saison kaum ein anderer Klub wiederholen konnte, schien der Zug nach einem insgesamt schwachen Winter schon abgefahren. Jetzt das fulminante Comeback mit 13 Punkten aus fünf Spielen und einem Sascha Mölders, der alle anatomischen Gesetze widerlegt. Die Aufholjagd ist in vollem Gange, und wenn 1860 auf Ingolstadt in den kommenden sechs Wochen nur ein Pünktchen gutmacht, gibt es definitiv ein Endspiel – mindestens um Platz 3.

Restprogramm: Türkgücü (A), Viktoria Köln (H), Mannheim (A), Kaiserslautern (H), Wehen Wiesbaden (A), Bayern II (H), Ingolstadt (A)

Prognose: Am Samstag steht im Olympiastadion das Stadtduell mit Türkgücü an, es folgen zwei Teams aus dem unteren Mittelfeld. Dann Lautern, das am 35. Spieltag ziemlich sicher noch in großer Abstiegsnot sein wird. Gleiches gilt beim zweiten, viel emotionaleren Derby gegen die schwächelnden Bayern-Amateure. Dann das vermeintliche Endspiel. Sechzig trauen wir in jetziger Form 13 bis 17 Punkte zu. Einen direkten Aufstieg zu prognostizieren, wäre vermessen. Aber die Chance darauf ist deutlich gewachsen.

 

   

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