"Dann ist das unfassbar": MSV winkt Rekordkulisse gegen Hoffenheim II
Durch den 4:1-Sieg in Mannheim zog der MSV Duisburg am vergangenen Wochenende mit den auf Platz 3 stehenden Cottbusern gleich. Cheftrainer Dietmar Hirsch blies daher unlängst zur Attacke, sodass auch die TSG Hoffenheim II die Zebras nicht aufhalten soll. Zumal eine Rekordkulisse in dieser Saison winkt.
3.200 Tickets an Schulen und Kindergärten
Etwa 3.000 Tickets gingen im Duisburger Umfeld an Schulen und Kindergärten, um am Samstag (14 Uhr) auch die Südtribüne mit Fans zu füllen. "Die Kinder werden laut sein", versprach sich Cheftrainer Dietmar Hirsch einiges von den kleinen Zuschauern, aber auch die gesamte Atmosphäre wird in Duisburg wieder knistern. Mindestens 27.000 Zuschauer werden wartet, es könnten aber noch ein paar mehr werden. "Wenn wir auf 30.000 Leute kommen, dann ist das unfassbar", fand der 54-jährige Coach. Es wäre die größte Saisonkulisse für den MSV. Der bisherige Rekord datiert vom Duell gegen Alemannia Aachen, das Ende November 28.119 anlockte. Und damit müsste noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange erreicht sein, denn im spannenden Saisonfinale stehen dem MSV noch weitere Highlights im eigenen Stadion – sowie auch am Aachener Tivoli – noch bevor.
Nun ging es Hirsch aber erst einmal um Hoffenheim II. "Ihre taktische Ausrichtung wird sich nicht aufgrund der personellen Lage verändern", erklärte der MSV-Coach, dass er sich wenig Gedanken um etwaige Verstärkungen aus dem Bundesliga-Kader machte. "Wir wissen es auch einfach nicht. Das sind Dinge, die wir nicht beeinflussen können." Klar war, dass David Mokwa und Ayoube Amaimouni-Echghouyab, die im Hinspiel an drei Toren der Hoffenheimer beteiligt waren, dieses Mal keinen Einfluss nehmen werden. Beide Akteure spielen inzwischen höherklassig, was laut Hirsch durchaus ein "erheblicher Qualitätsverlust" für die U23 war.
Hahns Probleme führen zur Achillessehne
Trotzdem wird Hoffenheim II genug Spieler auf den Platz bringen, die sich langfristig für die Bundesliga empfehlen wollen. "Aber wir wollen auch Fußball spielen. Das hat man in den letzten Spielen gesehen, dass wir mehr Ballbesitz haben wollten", ordnete Hirsch ein. "Wir haben mehr Fokus auf das Spiel mit dem Ball gelegt. Das macht auch den Spielern mehr Spaß, aber ohne, dass wir die Defensive vernachlässigen." Gut für Hirsch also, dass auch niemand in der Trainingswoche das Lazarett füllte. Mit Simon Symalla und Dominik Becker stehen zwei Akteure stattdessen wieder vor einer Rückkehr.
Nur Kapitän Alexander Hahn fällt weiter aus. "Da geht es ein bisschen in Richtung Achillessehne", erklärte Hirsch, weshalb sich die Wadenprobleme des Innenverteidigers so sehr in die Länge ziehen. Mit Ben Schlicke fand Hirsch einen geeigneten Ersatzmann, der sich – ähnlich wie Niklas Jessen – mit fortlaufenden Einsatzzeiten steigerte. "Bei uns spielt nicht jung oder alt, sondern gut oder schlecht. Wenn sie gut sind, dann spielen sie unabhängig vom Alter."
Quervergleich zur Champions League
Und zum gut spielen zählte auch die Cleverness im Endspurt, denn aufgrund von drohenden Gelbsperren wollte Hirsch lieber keine unnötige Karten sehen. "In der Champions League spricht jeder nur über den Schiedsrichter. Aber das war doch dumm vom Spieler", zog Hirsch eine Szene aus dem Spiel zwischen Bayern München und Real Madrid als Vergleich heran. "Ich weiß nicht, ob es vernünftige oder gute gelbe Karten gibt. Aber bitte keine wegen Unsportlichkeiten wie Ball verschleppen oder Zeitspiel. Das wäre ein bisschen ärgerlich in der jetzigen Phase."