Carl Zeiss Jena und die "Angst vor dem Gewinnen"

Mit dem 2:2-Unentschieden beim SC Preußen Münster schaffte der FC Carl Zeiss Jena die zweite Punkteteilung auswärts in Folge und ist mittlerweile seit vier Partien ungeschlagen. Doch aufgrund einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung herrschte beim Aufsteiger keine völlige Zufriedenheit.

Jena früh in Führung

Seit dem 1. August 2017, als der FCC mit 2:0 in Halle gewann, wartet das Team von Trainer Mark Zimmermann auf einen Auswärtssieg. In Münster schien es endlich wieder zu klappen: Nach einem missglückten Befreiungsschlag von Preußen-Torwart Maximilian Schulze Niehues landete der Ball bei Manfred Starke, der aus 25 Metern zur Führung traf. Die Gäste hatten die Partie in der Folge im Griff, belohnten sich nach einem sehenswert herausgespielten Treffer nach nur 25 Minuten mit dem 2:0. Dieses Mal traf Maximilian Wolfram nach Pass von Starke.

Aber die Westfalen sorgten bei Standards und Flanken immer wieder für Gefahr, nach einem Freistoß konnte Jena den Ball nicht klären, dieser landete vor den Füßen von Adriano Grimaldi, der nach einer halben Stunde den Anschluss besorgte. Es war der Weckruf für Münster, das im zweiten Durchgang besser wurde und die Thüringer vor große Probleme stellte. Der Ausgleich – wieder war es Grimaldi – in der Endphase der Partie war folgerichtig und verdient. Am Ende hätte Jena sogar fast noch den einen Punkt aus der Hand gegeben, doch Torwart Raphael Koczor und fehlende Präzision bei den Adlerträgern verhinderten den Rückstand.

Eckardt: "Haben das Fußballspielen eingestellt"

Manfred Starke erklärte nach der Partie: "Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir den Sieg verdient gehabt, aufgrund der zweiten dann Preußen. Es tut natürlich weh, wenn man eine 2:0-Führung hergibt. Ich verstehe nicht, warum wir in der zweiten Halbzeit unsere Überlegenheit verloren haben. Wir haben die Zweikämpfe in der Zentrale nicht mehr gewinnen können, die haben die Bälle nach vorne gehauen. Und mit Grimaldi haben sie einen klasse Spieler."

Auch Kapitän René Eckardt war mit dem Punkt nur zu Teilen zufrieden, wusste ihn aber aufgrund der schwachen zweiten 45 Minuten zu schätzen: "In der zweiten Halbzeit haben wir uns schwer getan, uns hat die Entlastung nach vorne gefehlt. Wir hatten viele Lücken zu schließen. Das ist uns hinten raus auf die Füße gefallen. Es hat die Kraft und der eigene Ballbesitz gefehlt." Zwar kam Münster besser ins Spiel, "aber wir haben in der zweiten Halbzeit das Fußballspielen eingestellt, haben den langen Ball gewählt, uns vorne auf die Jungs verlassen. Wenn du 2:0 führst, willst du auch gewinnen. Aber wenn man sieht, wie Münster gedrückt hat, nehmen wir den Punkt gerne mit, haben hier nicht verloren."

Erlbeck gibt sein Comeback

Trainer Mark Zimmermann machte indes auch ein Kopfproblem bei seinen Spielern aus. Da der letzte Sieg in einem fremden Stadion so lange her ist, "haben wir vielleicht auch auswärts die Angst vor dem Gewinnen, weil man daran denkt, etwas verlieren zu können, wenn man 2:0 führt." Dennoch fand er lobende Worte für die Mannschaft: "Wir wussten um die Heimstärke von Preußen Münster. Ich war in der ersten Halbzeit absolut begeistert von unserem Spiel, wie wir es gemacht haben, uns aus dem Druck zu befreien. Wir haben zwei super Tore geschossen. Über die 90 Minuten kann ich mit dem Punkt leben. Bis auf Brügmann hatten wir nur Regionalliga-Spieler aus dem letzten Jahr auf dem Platz und mussten Stammkräfte ersetzen."

Denn mit Timmy Thiele und Guillaume Cros fehlten zwei gesetzte Spieler, zudem mussten auch Kevin Pannewitz und Dominik Bock mit Grippe aussetzen. Jan Löhmannsröben fehlte wegen einer Suspendierung. Ihn ersetzte Niclas Erlbeck, der seit fast vier Monaten wieder auf dem Platz stand. Für den Mittelfeldspieler war es "geil und hat Spaß gemacht. Am Ende hat die Kraft gefehlt. Es ist klar, dass ich noch nicht in der Verfassung bin wie in den Aufstiegsspielen. Aber ich hatte keine Vorbereitung, bin erst seit zwei Wochen im Mannschaftstraining." Am Samstag geht es für Jena vor heimischer Kulisse gegen den 1. FC Magdeburg weiter.

 

   
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