Börsengang: Unterhaching hofft auf 7,7 Millionen Euro

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© imago images / Christian Schroedter

Vor gut einer Woche verkündete die SpVgg Unterhaching den Gang an die Börse. Nun äußerte sich Präsident Manfred Schwabl zu Hintergründen sowie neuen Perspektiven. Mit Mehreinnahmen von bis zu 7,7 Millionen Euro strebt die SpVgg dabei insbesondere ein konkretes Ziel an: den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Über die Börse in die 2. Liga?

Die Vorbilder sind rar. Zwar ging im Jahr 2000 mit Borussia Dortmund bereits ein weiterer deutscher Profiklub an die Börse, strukturell liegen jedoch Welten zwischen Drittligist Unterhaching und dem Vizemeister aus dem Ruhrgebiet. Ungeachtet jener Größenunterschiede soll der Schritt jedoch auch im Süden Münchens vor allem für eines sorgen: Zeitnahen sportlichen Erfolg. So werden bereits ab dem 15. Juli rund 950.000 Haching-Aktien zum Festpreis von jeweils 8,10 Euro zum Verkauf stehen. Bis zum 26. Juli hat dann jeder Interessierte Zeit, sich über eine Kauf-Order an der Münchener Börse mit entsprechenden Aktien-Paketen einzudecken.

Im besten Fall winken der SpVgg somit Einnahmen von 7,7 Millionen Euro. Die anstehende Aktienausgabe, so Haching-Boss Manfred Schwabl laut Vereinsmitteilung, sei wohlüberlegt und stelle die Basis für höhere Ziele dar. "Wir befassen uns seit weit über einem Jahr intensiv mit dem Thema Börsengang. Nach den Gesprächen der vergangenen Tage und Wochen bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass es der für uns richtige Weg ist." Besondere Risiken berge die Entscheidung hingegen nicht. Der Verein werde nach dem Börsengang mindestens 50 Prozent der Aktien halten und übe als alleiniger Gesellschafter der Haching-Verwaltungs-GmbH auch zukünftig die Geschäftsführung aus.

"Werden auch künftig bodenständig bleiben"

Der Schritt ist derweil nicht zuletzt als Reaktion auf die ungünstigen strukturellen Gegebenheiten in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zu werten. So steht der durchaus überschaubare Unterschied im sportlichen Leistungsniveau zwischen 3. Liga und 2. Bundesliga in keinem Verhältnis zu der enormen wirtschaftlichen Kluft zwischen den Ligen. Allein die TV-Gelder erhöhen sich mit einem Aufstieg nahezu um ein Zehnfaches.

Entsprechend macht man rund um den Hachinger Sportpark keinen Hehl um die Ziele für die nahe Zukunft. "In den vergangenen Jahren haben wir ein solides strukturelles und sportliches Fundament mit dem Nachwuchsleistungszentrum als Herz des Vereins geschaffen", erklärt Schwabl. "Jetzt soll uns eine breit gestreute Eigenkapitalfinanzierung die finanzielle Sicherheit geben, um den Aufstieg bis zur Saison 2021/22 offensiv anzugehen. Dabei werden wir auch künftig bodenständig bleiben, weiter stark auf die Jugend setzen und in die Infrastruktur investieren."

   
  • Sterneneisen

    Jetzt schon der letzte Strohhalm? Woher kommt eigentlich die Position, dass zahllose Investoren nur darauf zu warten scheinen bei Drittligisten einzusteigen? Man schaue nur nach Hamburg – nach der Ausgliederung blieb der große Ansturm aus – der einzige Investor, der größere Anteile kaufte, war Hr. Kühne, der sowieso bereits Großsponsor war. Mittlerweile hat er die Nase sogar voll.
    Dieser Ausgliederungs-Hype hat noch keinen Verein hervorgebracht, der in irgendeiner Hinsicht besser als vor diesem Schritt da stand. Stattdessen wurden Tür und Tor für den Einfluss von außen geöffnet.

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