Bestätigt: SpVgg Unterhaching geht an die Börse

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Bislang war Borussia Dortmund der einzige deutsche Klub an der Börse – nun geht auch die SpVgg Unterhaching diesen Schritt. In drei Wochen soll bereits der erste Handelstag für die Aktien des Drittligisten sein, mit denen sich der Verein in drei Jahren in die 2. Bundesliga bringen will.

Acht Euro Einkaufswert

Elf Millionen Euro und ein wirtschaftlich gesunder Zweitligist sein – das sind die Ziele, die von der SpVgg Unterhaching mit dem Gang an die Börse angestrebt werden. Präsident Manfred Schwabl will nämlich genau diesen Weg gehen und das schon Anfang Juli: "Bei den Investorengesprächen in den vergangenen Wochen haben wir viel positives Feedback bekommen. Der Börsengang ist für Anleger und uns attraktiv. Wir erhalten die finanzielle Planbarkeit für die kommenden Jahre", wird er in einer Mitteilung zitiert. Notwendig wird der Schritt, weil die 3. Liga bekanntermaßen schwierig zu finanzieren ist, Unterhaching aber keine neuen Schulden aufnehmen will.

Im Gegenteil: Mit dem Gang an den Kapitalmarkt und den laufenden Einnahmen will Unterhaching den Etat für die nächsten drei Spielzeiten finanziell absichern und zudem schuldenfrei werden. Dafür startet am 15. Juli wohl schon der erste Handelstag mit den Aktien der Spielvereinigung, von denen rund 4,5 Millionen am Markt sein sollen. Bei einem Einkaufswert von acht Euro und nach Abzug aller Kosten sollen den Oberbayern dabei elf Millionen Euro in die Kassen fließen. "Wir können unsere Infrastruktur und den Kader gezielt weiterentwickeln und auf nachhaltigen Erfolg in der 2. Bundesliga vorbereiten. Ohne Schulden oder Abhängigkeit von einem Mäzen", bestätigt Schwabl.

Dortmund als Vergleich?

Aber wie realistisch ist das? In Deutschland gibt es nahezu keine Vergleichswerte – außer Borussia Dortmund. Der deutsche Vize-Meister ging zur Jahrtausendwende an die Börse, gewann seitdem drei Meisterschaften. In der Bewertung war der Klub aus Nordrhein-Westfalen aber damals schon knapp 900 Millionen Euro wert, Unterhachings Wert als kompletter Verein liegt nach der Einstufung eines Research-Unternehmens bei 40,21 Millionen Euro, wie die "Bild" berichtet. Auch deshalb ist die SpVgg-Aktie etwas günstiger, als die BVB-Aktie vor 19 Jahren war.

In einem ausführlichen Prospekt stellen die Hachinger ihre Aktie für potentielle Anleger vor – kaufen kann jeder. Die früheren Investments von Präsident Schwabl werden nach Angaben der Zeitung ebenfalls umgewandelt, der 53-Jährige wird dann 16,66 Prozent aller Aktien halten. Langjährige Partner der Spielvereinigung konnten bereits in einer Vorkaufsphase ebenfalls investieren, ein Großteil der verfügbaren Aktien ist damit schon vor dem ersten Tag wieder vom Markt – und Unterhaching damit möglicherweise einer gesunden, finanziellen Zukunft näher. Möglich wird der Gang an die Börse, weil die Profiabteilung Ende des vergangenen Jahres in eine GmbH & Co KGaA ausgegliedert worden war.

   
  • Nikita

    Unterhaching ist einer der fanlosesten Proficlubs Deutschlands und dürfte deshalb für Werbetreibende nicht interessant sein. Der Verein hat nicht einmal nennenswerte Einnahmen durch Eintrittsgelder. Von Fernseheinnahmen aus Bundesliga und Champions-League mal ganz zu schweigen. Auch lokal spielt er angesichts der Bedeutung von Bayern und 1860 keine große Rolle. Welche Gewinne sollen sich Geldanleger da versprechen? Man kann nicht einmal darauf hoffen, dass sich Fans aus purem Idealismus Vereinsanteile kaufen, denn es gibt ja kaum welche.

  • ironimus

    Ob diese Aktien ein Renner werden? Ich weiß nicht, ich weiß nicht ….

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