"Bodenlose Leistung": VfL in der Krise – Fans stellen Spieler zur Rede

Nach drei Niederlagen in Serie ist die Stimmung beim VfL Osnabrück nahe des Nullpunkts. Aufgrund einer ganz schwachen ersten Hälfte verloren die Lila-Weißen mit 1:4 bei der SV Elversberg und mussten sich deutliche Worte von den mitgereisten Fans anhören, die das Team zum Teil im Innenraum zur Rede stellten.

"Dafür entschuldigen wir uns"

Der Blick in den Gästeblock genügte, um schnell herauszufinden, wie diese Partie ausgegangen war. Wild gestikulierend, schimpften die mitgereisten Anhänger der Lila-Weißen Richtung der Profis, die mit hängenden Köpfen und Schultern zu ihren Fans schlichen. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Einige Fans versuchten durch ein Tor im Block auf das Feld zu kommen, um so ihrem Frust noch besser freien Lauf lassen zu können. Mit vereinten Kräften konnten die Ordner dies zunächst verhindern. Letztlich schafften es doch Vertreter der Ultras auf den Rasen und richteten wutentbrannt deutliche Worte an die Spieler.

Was gesagt wurde, wollte Trainer Tobias Schweinsteiger auf Nachfrage bei "MagentaSport" nicht mitteilen. "Das werde ich Ihnen nicht erzählen. Wir haben die Fans enttäuscht, wir haben alle enttäuscht, die es mit unserem Verein halten. Das war heute eine bodenlose Leistung von uns. Bis auf ein, zwei Spieler ist keiner an seine Normalform herangekommen. Dafür entschuldigen wir uns. Die Fans machen das überragend. Alles was sie uns gesagt haben, trifft zu 100 Prozent zu", sagte der 40-Jährige. "Das war die schwächste Halbzeit, seit ich hier bin", betonte er auf der Pressekonferenz. "Ich habe die Mannschaft wahrscheinlich auch nicht gut genug darauf eingestellt, was uns hier erwartet."

"Von mir auch kein guter Tag"

Erik Engelhardt, der das zwischenzeitliche 1:2 erzielt hatte (63.), sprach im Vereins-TV davon, dass es von den Fans "zurecht" einen "guten Anschiss" gegeben habe. "Das war einfach schlecht. In der ersten Halbzeit war es gefühlt Arbeitsverweigerung. Wir hatten nach dem 1:2 noch kurz Hoffnung, haben aber am Ende verdient in der Höhe verloren." Auch Keeper Daniel Adamczyk sprach davon, die ersten Halbzeit sei "verschlafen" worden. "Das war richtig schlecht. Das müssen wir uns eingestehen. Mehr muss man da nicht sagen."

Und seine Vorderleute hatte es dem 20-Jährigen zu verdanken, dass es zur Pause "nur" 0:2 stand. Mehrfach verhinderte der junge Schlussmann weitere Einschläge und hielt sein Team so überhaupt noch im Spiel. Am Ende war aber auch er bei den Toren von Jannik Rochelt (2./68.), Luca Schnellbacher (40.) und Israel Suero Fernandez (90.+3) machtlos. "Das war extrem bitter für uns. Jetzt heißt es, Köpfe hoch und gegen Halle drei Punkte holen." Beim Duell gegen den HFC am 31. Oktober werden die Spieler dabei auf ihren Trainer verzichten müssen. Der hatte in der 80. Minute die rote Karte gesehen. Eine vorherige gelb-rote Karte gegen Sven Köhler habe er als "scheiß Entscheidung kommentiert. Das reicht für Rot. Es war von mir auch kein guter Tag", so der Coach ehrlich. Eine Beleidigung sei es "definitiv nicht" gewesen, was er zum Schiedsrichter gesagt habe. "Aber ich muss diese Entscheidung jetzt so akzeptieren.“ Akzeptieren müssen die Lila-Weißen auch, dass sie im Abstiegskampf angekommen sind und als 15. der Tabelle nur noch zwei Punkte vor der roten Zone liegen.

   
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