Bleibt Hartmann bei Dynamo? "Will kein Anhängsel sein"

Seit 2013 spielt Marco Hartmann für Dynamo Dresden und steht mit den Sachsen vor seinem zweiten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch in dieser Saison kam der 33-Jährige erst zu acht Einsätzen, aufgrund einer Knie-OP fällt er bis zum Saisonende aus. Im Interview mit dem Verein spricht er über die aktuelle Lage und seinen Wunsch für die kommende Saison.

Vertragsgespräche laufen

In der vergangenen Woche musste sich Marco Hartmann einer Knie-OP unterziehen, nachdem eine konservative Behandlung nicht den erwünschten Effekt gebracht hatte. "Im Moment kann ich mich wirklich nicht beschweren. Ich kann und soll das Bein zwar noch nicht beugen und strecken, aber ansonsten bin ich mit den Krücken schon wieder recht mobil", erklärt der Profi in einem Interview auf der Dynamo-Homepage. Die Saison ist für den Innenverteidiger nach dem Eingriff vorbei. "Es könnte in dieser Situation deutlich schlimmer sein. Ich hatte länger Zeit, mich damit gedanklich zu beschäftigen, weil im Februar schon so ein bisschen das Gefühl aufkam, dass es leider nicht so wie ursprünglich geplant funktionieren wird", schildert Hartmann seine Gefühlswelt.

Während klar ist, dass er in dieser Saison nicht mehr eingreifen wird, ist die nahe Zukunft ab dem Sommer noch nicht geklärt. Sein Vertrag bei den Schwarz-Gelben läuft aus. Aufgrund seiner Verletzungshistorie ist nicht sicher, dass der Verein mit ihm verlängern wird. "Wir sind gerade in Gesprächen. Aber es gibt noch nichts Konkretes zu vermelden. Im Moment ist alles noch schwer zu planen, gerade auch im Hinblick auf die Ligen-Zugehörigkeit, wie es eben oft im Fußball ist", so der Profi. Durch die Operation werde er "voraussichtlich drei Monate ausfallen".

Danach ist geplant, wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. In der Folge werden Kicker und Klub schauen, "wie die Perspektive des Vereins ist und inwiefern man mich als Spieler einbinden kann". Hartmann hätte "auf jeden Fall Bock drauf, aber es muss am Ende selbstverständlich auch für beide Seiten passen und Sinn machen. Ich will keiner sein, der eine Art Anhängsel ist, das man nicht loswird, sondern jemand, der wirklich gebraucht und aus diesem Grund mitgenommen wird". Gleichzeitig sagt er: "Wenn ich mich irgendwo wohlfühle, bin ich niemand der wegrennt, sondern lieber dableibt. Und hier habe ich mich ab dem ersten Tag wohlgefühlt. Deswegen werde ich auch im Sommer jetzt nicht wegrennen."

Abschied vor Fans "unfassbar cool"

Natürlich hadere er, dass ihn in seiner Karriere immer wieder Verletzungen zurückgeworfen haben: "Wenn ich jetzt etwas anderes behaupten würde, wäre ich wohl ein bisschen naiv. Leider hatte ich in den vergangenen Jahren viele Verletzungen und es ist nicht klar, wieso das so ist." Seit seinem Wechsel nach Dresden verging keine Saison, in der er nicht verletzungsbedingt pausieren musste. Anhand der Einsätze gemessen, hatte der gebürtige Leinefelder seine beste Saison im Jahr 2015/16, als er 30 Mal in der 3. Liga auflaufen konnte. Danach nahm die Zahl der Spiele immer weiter ab. "Ich habe schon häufiger versucht, darüber zu philosophieren, aber auch da kommst du nicht an den Punkt, an dem du sagst: ‚Genau so ist es.‘ Du tappst die ganze Zeit ein bisschen im Dunkeln. Auch bei dieser Verletzung ist es ganz schwer einzuschätzen, woher sie kommt und wieso das Ganze so passiert ist. Deswegen verdränge ich diese Frage meist und richte erst mal den Blick nach vorne."

Sein großer Wunsch ist es, seine Karriere im Sommer 2022 im Dynamo-Trikot und vor den Fans im heimischen Stadion beenden zu können. "Das wäre unfassbar cool und ist auch einer der Gründe, warum ich jetzt nicht auf diese Art und Weise aufhören will." Zudem fühle er sich noch immer in der Lage, "die dafür notwendigen Leistungen zu bringen. Es braucht sich auch keiner Sorgen aufgrund meines Körpers zu machen. Der ist nicht in einem Zustand, dass ich nach der Karriere direkt in den Rollstuhl müsste."

   
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