Bierofka kritisch und zufrieden: "Haben nur noch verwaltet"

Der Befreiungsschlag ist geglückt! Nachdem der TSV 1860 München auch das zweite Kellerduell gegen Carl Zeiss Jena gewonnen hat, rücken die Löwen wieder ins Mittelfeld der Liga. Das soll aber noch nicht alles gewesen sein, denn alle Akteure sind sich einig: es gibt Verbesserungspotential. Trainer Daniel Bierofka war sogar stellenweise verärgert.

"Sind zu passiv geworden"

"Nach einem eigenen Standard darfst du zu Hause nie in eine solche Situation kommen, dass du in Unterzahl verteidigen musst", schimpfte 1860-Trainer Daniel Bierofka, obwohl seine Mannschaft zuvor mit einem 3:1-Sieg gegen Carl Zeiss Jena vom Platz ging. Aber es sind die Details, die den Fußballlehrer fuchsig machten und die es zu verbessern gilt. Denn: "Da sind wir zu passiv geworden, haben nur noch verwaltet, den Gegner zum 2:1 eingeladen. Dadurch wurde es wieder brenzlig."

Am Ende machte Efkan Bekiroglu alles klar, zuvor war Löwen-Kapitän Felix Weber zweimal per Kopf erfolgreich gewesen. Bis auf stellenweise Ausnahmen attestierte deshalb auch Bierofka seiner Mannschaft eine gute Leistung, deren Erfolgsformel der Trainer decodierte: "Mit viel Tempo, gut über Außen gespielt und gefährliche Bälle in den Sechzehner gebracht. Durch zwei Standards haben wir die Tore erzielt. Aber wir hätten auch aus dem Spiel heraus treffen können."

Weber und Rieder im Fokus

Insbesondere mit der ersten Hälfte sei er "sehr zufrieden", in Duisburg (Samstag, 14 Uhr) wolle er die zweiten 45 Minuten besser machen. Dass ausgerechnet das Innenverteidiger-Duo letztlich der entscheidende Faktor gewesen sei, machte Bierofka deutlich: "Mit Felix arbeite ich schon sechs Jahre zusammen. Auf ihn kann ich mich immer verlassen", sagte der Coach über den Doppelpacker, während Neuzugang Tim Rieder mit Lob überschüttet wurde: "Mit ihm haben wir einen Glücksgriff gemacht. Man hat heute gesehen, was ihn auszeichnet: Seine Ruhe am Ball und Abgeklärtheit in der Spieleröffnung."

Künftig könne er sich Rieder aber auch auf der Doppelsechs vorstellen, das allerdings sei Zukunftsmusik. Der Neuzugang hatte nach seinem ersten Auftritt im Grünwalder Stadion nichts gegen weitere Einsätze einzuwenden: "Ich hatte schon mit den Augsburger Amateuren hier gespielt, aber noch nicht vor so einer Kulisse. Beim Einlaufen habe ich bereits Gänsehaut bekommen. Es war noch schöner, als ich erwartet habe." Und Doppelpacker Weber? Der war nach Abpfiff ganz bescheiden. "Bei Standards bin ich immer vorne. Meine Aufgabe ist es, den Körper hinzuhalten", erklärte der Kapitän in aller Einfachheit und mahnte: "Ich habe auch zwei, drei Fehlpässe gehabt, die nicht passieren dürfen."

Und weiterhin glaubt der Innenverteidiger, dass die Mannschaft zu noch mehr in der Lage sei – natürlich auch wieder sehr bescheiden: "Wir müssen auf dem Boden bleiben. Das waren jetzt zwei Siege, aber wir spielen noch längst nicht so, wie wir uns das vorstellen!"

   
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