Bescheidener Wintermeister SVE: "Das löst nichts in mir aus"

Es war nicht der gewohnt starke Offensiv-Fußball, den die SV Elversberg am Dienstagabend gezeigt hatte. Doch am Ende reichte es zum 1:0-Erfolg im Aufsteiger-Duell bei der SpVgg Bayreuth. Damit haben sich die Saarländer die Wintermeisterschaft gesichert. Die Ziele nach oben korrigieren möchte Trainer Horst Steffen aber noch nicht.

Erfolg war "nicht zu erwarten"

Mindestens sechs Punkte liegt die Truppe von Horst Steffen nach dem Spieltag vor dem zweiten Platz. Damit wird der Aufsteiger als Tabellenführer in die XXL-Winterpause gehen. Wer nun dachte, Steffen zeige vor lauter Freude das Kind im Manne, wurde enttäuscht. "Das löst nichts in mir aus", sagte er trocken bei "MagentaSport". Klar, der sportliche Wert des Titels "Wintermeister" hält sich auch in Grenzen. "Dass wir da stehen, wo wir stehen, macht mich sehr froh. Dass wir in diesem Zeitraum so viele Spiele gewinnen, war nicht zu erwarten", fügte der 53-Jährige an.

Sein Team verlor im ganzen Jahr 2022 kein Auswärtsspiel, holte in der Drittliga-Saison schon 38 Punkte in 16 Spielen und hat damit das größte Ziel schon fast erreicht: "Das Ziel Klassenerhalt kann ich keinem mehr verkaufen." Bei der Dominanz, die sein Team ausstrahlt, ist es einfach nicht mehr möglich, dass die SVE im kommenden Sommer absteigt. "Die Wahrscheinlichkeit ist zu hoch, dass wir den Klassenerhalt schaffen können", weiß auch der Fußballlehrer. Dennoch werde die Winterpause nicht genutzt, um neue, wesentlich höhere Ziele auszurufen. Viel mehr werden sich die Beteiligten der Saarländer über dieses wunderbare Jahr freuen, still genießen und ihre Rolle als Überraschungsmannschaft weiter auskosten.

"Hartes Stück Arbeit"

Denn das trotz des Selbstvertrauens die Spiele kein Selbstläufer werden, zeigte sich beim ersten Flutlichtspiel in Bayreuth seit 40 Jahren. Zwar reichte der Treffer von Nick Woltemade nach 19 Minuten zum Sieg. Doch einen ruhigen Abend erlebten die Gäste nicht. Dafür fehlte die offensive Gefahr: "Es war gut in dem Bereich, dass wir sehr stark gekämpft haben und uns von den Emotionen wenig haben irritieren lassen", lobte der Coach.

Stattdessen stand die Abwehr-Arbeit im Fokus. Aber: "Ich kann mich an wenig Situationen erinnern, die Bayreuth herausgespielt hat, wo wir die Gefahr hatten, das Spiel zu verlieren", so der Coach. Und fand das Haar in der Suppe: "Wir müssen gucken, dass wir den Deckel drauf machen. Dann haben die Verteidiger vielleicht auch ein bisschen mehr Ruhe." So sei es "ein hartes Stück Arbeit" gewesen, "hier gewinnen zu können".

Glück im Strafraum

Zumal die Gäste auch Glück hatten, dass es nach 23 Minuten keinen Handelfmeter gegen sie gab. Laurin von Piechowski hatte den Ball im Duell mit Bayreuths Alexander Nollenberger klar mit der Hand gespielt. "Es kann sein, dass es ein Elfmeter war. Der Schiedsrichter hat es nicht gepfiffen – gut für uns", sagte Steffen zu der strittigen Szene.

Seit sechs Spielen ist die SVE mittlerweile ungeschlagen, holte 16 Punkte. Am Samstag soll im letzten Heimspiel gegen den SC Freiburg II die Serie ausgebaut werden. Vielleicht reicht es dann schon zum Titel des Herbstmeisters. Ob der bei Horst Steffen mehr Gefühle hervorruft?

   
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