Bei Fantreffen: KFC-Boss Ponomarev räumt Fehler ein

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Nach zahlreichen Negativschlagzeilen in der Berichterstattung zum KFC Uerdingen lud der Verein am Freitagabend zu einem Fantreffen ein. Auch Präsident und Investor Mikhail Ponomarev war vor Ort – und zeigte sich dabei selbstkritisch.

"Jeder macht Fehler, auch ich"

Rund 400 Anhänger waren der Einladung nach Angaben der "Rheinischen Post" gefolgt – und empfingen die Verantwortlichen um Ponomarev demnach mit viel Applaus und Standing Ovations. Ein deutliches Kontrastprogramm zu den vergangenen Tagen, als der KFC und nicht zuletzt auch Ponomarev selbst öffentlich unter Beschuss standen. "Ich kann die Attacken nicht nachvollziehen und möchte sie auch gar nicht kommentieren", wird der KFC-Boss in der Zeitung zitiert. "Wir müssen mit der Kampagne leben und unseren Weg weiter gehen." Dennoch räumte Ponomarev auch Fehler ein: "Jeder macht Fehler, auch ich".

Dabei kam er unter anderem auf die Kaderzusammenstellung, die schnellen Trainerverpflichtungen und nicht zuletzt auch auf seine zwischenzeitliche Aktivität bei Twitter zu sprechen: "Es war der Versuch, auf all die Anfeindungen, die gegen den KFC gerichtet waren, aber mich treffen sollten, zu reagieren. Das war nicht der richtige Weg, die falsche Plattform." Am vergangenen Samstag hatte Ponomarev seinen Account nach nur drei Tagen wieder gelöscht, nachdem es zuvor heftigen Gegenwind gegeben hatte. Kritik äußerte der KFC-Investor indes am Stadion in Duisburg sowie am Mannschaftsbus.

"Katastrophale" Trainingsmöglichkeiten

In der neuen Serie will der KFC wieder oben angreifen, nachdem die laufende Spielzeit insgesamt enttäuschend lief: "Wir haben in dieser Saison nicht ein Spiel gemacht, in dem wir dominant waren, in dem wir richtig überlegen waren. In der Hinrunde haben wir viele Punkte nur mit viel Glück geholt", wird Ponomarev in der "Westdeutschen Zeitung" zitiert. Vor allem die Niederlagen in Unterhaching und gegen Würzburg seien der Knackpunkt gewesen. "Danach konnten wir den Aufstieg abhaken." Stellung bezog der KFC-Boss auch zu den "katastrophalen" Trainingsmöglichkeiten: "Wir können keine zwei Einheiten an einem Tag im Stadion abhalten. Das geht so nicht mehr."

Mit Beginn der Saison 2020/21 soll wieder in der heimischen Grotenburg gespielt werden, die bis dahin saniert wird: "Ich werde noch die kommende Saison in der Fremde finanzieren, aber in der Saison 20/21 muss der KFC wieder in der Grotenburg spielen können", machte Ponomarev klar und erwartet "ein klares Bekenntnis seitens der Stadt." Wenn die Sanierung bis zum Sommer 2020 nicht fertig werde, müssten Kompensationsleistungen erfolgen", so KFC-Präsident. In der kommenden Saison werden die Krefelder ihre Heimspiele im Stadion von Bundesligist Fortuna Düsseldorf austragen.

Dörfler geht

Die juristischen Auseinandersetzungen mit Ex-Spielern und Trainer sieht Geschäftsführer Frank Strüver unterdessen gelassen: "Das ist bei einem Unternehmen, das so rasant gewachsen ist, normal." Es gebe freundliche Trennungen und solche, die nicht so schön sind. "Einige landen vor dem Arbeitsgericht – das ist in der Wirtschaft ein normaler Vorgang", so Strüver. Klar sei aber: "Berechtige Forderungen werden bezahlt." Zeitgleich räumte er ein: "Vielleicht hätten wir die eine oder andere Trennung sanfter vollziehen sollen. Aber wir handeln im Interesse des Vereins."

Derweil steht mit Johannes Dörfler ein weiterer Abgang fest. Laut Ponomarev verlässt der 22-Jährige den KFC Uerdingen im Saisonende. Dörfler war im Sommer 2016 aus der U23 des MSV Duisburg nach Krefeld gewechselt, gehörte in dieser Saison aber nicht zum Stammpersonal. Lediglich 22 Mal kam der gebürtige Düsseldorfer zum Einsatz, für einen Platz in der Startelf reichte es nur in drei Partien. Wohin es Dörfler nun zieht, ist noch nicht bekannt. Beim KFC ist er nach Christopher Schorch (1. FC Saarbrücken) und Maurice Litka (FC St. Pauli; Leih-Ende) der dritte Abgang.

   
  • Tobi

    Er versteht es nicht….
    Besser passt wohl Narziss Ponomarev will es nicht verstehen und wer tagaus tagein soviel Blödsinn von sich gibt wie der Uerdinger Herrscher, der sollte sich nun wahrhaft nicht wundern.
    Mal kritisch die eigene Person hinterfragen… wäre ein Ansatz.

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