Behrens im Interview: "… dann wäre es ein perfekter Saisonstart"

Mit langem Anflug zur Nummer 1 im Tor der Adlerträger: Von Trainer Thomas Wörle zu Saisonbeginn als Stammtorhüter nominiert, hat sich die Geduld von Morten Behrens beim SC Preußen Münster ausgezahlt. Im Interview mit liga3-online.de spricht Behrens über seine Berufung zur Nummer eins, neue Hierarchien im Team und das DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC.

Nummer 1? "Kam eigentlich nicht überraschend"

liga3-online.de: Herr Behrens, wo erwischen wir Sie gerade zum Interview?

Morten Behrens: Wir hatten heute Morgen schon Training, und jetzt bin ich zu Hause.

Sie sind die neue Nummer eins bei Preußen Münster. Bei Ihrer Verpflichtung trugen sie noch das Trikot mit der 26. Was für ein Gefühl war es, beim Testspiel-Hit gegen den FC Southampton mit der eins aufzulaufen?

Das war natürlich cool, es war ein super Rahmen, weil die neue Tribüne eröffnet wurde, da war es also ganz gut, gerade in diesem Spiel mit der eins aufzulaufen.

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga und der Saison-Vorbereitung hat Sie Trainer Thomas Wörle erstmals zur Nummer eins gemacht. Ein großer Vertrauensvorschuss für Sie!

Es ist für einen Torwart generell wichtig, dass er Vertrauen genießt. Thomas Wörle ist als Trainer neu da und es ist wichtig für ihn, den Torwart als Ansprechpartner zu haben, wir reden viel aber auch außerhalb des Platzes.

Haben Sie mit der Nominierung als Nummer eins gerechnet oder kam es überraschend für Sie?

Das kam eigentlich nicht überraschend, der Verein hat mit mir darüber früh gesprochen, von daher waren die Positionen schon recht früh klar.

Hatten Sie nach dem bisherigen Reservistendasein – immerhin sind Sie seit 2024 bei Preußen – Bedenken diese Rolle zu übernehmen?

Nein, Bedenken hatte ich überhaupt keine. Ich kenne die 3. Liga schon aus meiner Zeit in Magdeburg, ich habe mich richtig gefreut auf die Saison, da überwog eher die Vorfreude als der Zweifel.

 

"Die Leute haben wieder Bock auf Preußen"

Sie gelten als großer Teamplayer und haben im Januar 2026 Ihren Vertrag bei den Preußen bis 2028 verlängert – damals noch mit unklarer Perspektive. Wie richtig war diese Entscheidung im Rückblick?

Damals war es noch in der 2. Liga, natürlich damals mit der Hoffnung, dass wir in der 2. Liga verbleiben. Das ist leider ein bisschen anders gekommen. Aber generell sehe ich, wie sich der Verein entwickelt. Da tut sich gerade richtig was: Mit dem Umbau des Stadions, mit den neuen Trainingsbedingungen. Von daher bin ich froh, dass man mir diese Perspektiven von Anfang an aufgezeigt hat und ich sehr früh mit Preußen verlängern konnte.

Bei der Vertragsverlängerung betonten Sie, dass Sie sich in Münster sehr wohl fühlen, dass "der Verein eine Herzensangelegenheit ist". Was genau macht Preußen für Sie aus?

Du hast von Anfang an gemerkt, dass der Verein etwas Besonderes ist. Diese beiden Aufstiege (2023 in die 3. Liga und 2024 in die 2. Bundesliga; d. Red.) haben was mit dem Verein und mit den Fans gemacht. Die Leute in der Stadt haben wieder Bock auf Fußball und auf Preußen, das spürt man. Münster ist eine richtig coole Stadt, da macht es einfach auch Spaß, zu leben.

Unter Trainer Thomas Wörle muss sich in der neuen Saison "eine neue Hierarchie bilden", wie es im kicker-Sonderheft zur Bundesliga über Preußen Münster hieß. Welche Spieler sind hierbei besonders gefordert?

Es gibt einige! Die erfahrenen Spieler, die zum großen Teil den Mannschaftsrat bilden, mit Niko Koulis und Joshua Mees, den beiden Kapitänen. Ich zähle mich auch zu diesem Kreis. Aber auch jeder junge Spieler ist eingeladen, jeder hat die Chance, Verantwortung zu übernehmen.

Sie haben mit dem SCP einen soliden Saisonstart hingelegt, vier Punkte aus den Spielen gegen Wehen Wiesbaden und den FC Ingolstadt. Nun geht es am Wochenende im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC. Wird Preußen erstmals seit 2021/2022 wieder über die erste Runde hinauskommen?

(lacht) Das ist natürlich unser Ziel! Mit den ersten beiden Saisonspielen in der Liga und im westfälischen Landespokal, wo wir auch weitergekommen sind (3:0 bei der SpVgg Vreden; d. Red.), hatten wir einen guten Start, diesen wollen wir gegen Karlsruhe veredeln, dann wäre es ein perfekter Saisonstart.

Was tippen Sie, wie geht’s aus gegen den KSC?

Wir können uns schon was ausrechnen. Karlsruhe ist auch sehr gut in die Saison gekommen (vier Punkte aus zwei Zweitliga-Spielen, d. Red.), sie sind griffig unterwegs, aber wir haben ein Heimspiel, haben die Fans im Rücken und von daher haben wir auch eine gute Chance, weiterzukommen.

 

   

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