"Chance, diese Zahl zu brechen": SVW will Derby-Fluch beenden

Vor ausverkauftem Haus und einer besonderen Atmosphäre will der SV Waldhof Mannheim am Freitagabend im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern eine lange Durststrecke beenden und erstmals seit 30 Jahren wieder gegen den Rivalen aus der Pfalz gewinnen. Trainer Rui Mota kündigt dafür einen mutigen Auftritt an.

"Sehr, sehr besonderes Spiel"

Es war der 23. November 1996, als der SV Waldhof durch die Tore von Andrzej Kobylanski und Alois Schwartz mit 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern gewinnen konnte. Bis heute ist es der letzte Sieg der Buwe gegen den FCK, aus den acht Partien seitdem gab es nur fünf Unentschieden. Auf die lange Durststrecke bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag angesprochen, betonte Trainer Rui Mota, dass er sich damit nur bedingt beschäftigt habe. Die Zahl sei zwar eine Tatsache, wichtiger sei jedoch die Gegenwart. "Jetzt haben wir die Chance, diese Zahl zu brechen", sagte Mota.

Der Portugiese sprach von einem "sehr, sehr besonderen Spiel", zumal die Buwe erstmals seit vier Jahren wieder im DFB-Pokal dabei sind. Entsprechend sei die Vorfreude im Umfeld seit längerer Zeit spürbar. Für ihn selbst stehe jedoch nicht die persönliche Geschichte im Mittelpunkt, sondern die Mannschaft. Sollte es am Ende einen Helden geben, dann sei das "unser Team als Ganzes". Die Bedeutung des Derbys sei der Mannschaft bewusst, betonte der 46-Jährige – und versprach einen engagierten Auftritt seiner Mannschaft. "Wir werden 100 Prozent Leidenschaft, 100 Prozent Ehrgeiz und 100 Prozent Engagement zeigen."

Zwar sei das Derby ein besonderes Spiel, grundsätzlich erwarte er jedoch in jeder Partie dieselbe Herangehensweise. Seit seinem Amtsantritt werde daran gearbeitet, jedes Spiel mit maximaler Motivation anzugehen. Der Trainer sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg. Das Team wachse immer enger zusammen und verbessere sich von Tag zu Tag. Gleichzeitig sei ihm wichtig, dass die Spieler mit Selbstvertrauen in die Partie gehen. "Vor uns liegt eine Mannschaft, die unbedingt gewinnen will. Aber wir wollen das genauso."

FCK genau analysiert

Intensiv beschäftigt hat sich der Waldhof-Coach auch mit dem Gegner. Man kenne die Spielweise der Lautrer sowohl mit als auch gegen den Ball sehr genau und habe die Stärken einzelner Spieler analysiert. Gleichzeitig glaubt Mota, Ansatzpunkte gefunden zu haben, um dem Zweitligisten Probleme zu bereiten. Nach seiner Einschätzung fühlt sich der FCK vor allem in Umschaltsituationen wohl. "Ihre Philosophie ist etwas mehr auf Konter ausgerichtet", erklärte der Portugiese. Deshalb habe sein Trainerteam genau herausgearbeitet, in welchen Bereichen sich Räume ergeben könnten.

Ein besonderes Augenmerk lag in der Trainingswoche auf der Arbeit gegen Standardsituationen. Die drei Gegentore nach ruhenden Bällen in Rostock seien intensiv analysiert worden. Dabei sei es wichtig gewesen, den Spielern genau aufzuzeigen, welche Abläufe verbessert werden müssen. Panik sieht Mota deswegen nicht. Seine Mannschaft arbeite erst seit wenigen Wochen in dieser Konstellation zusammen, weshalb nicht alle Abläufe bereits perfekt funktionieren könnten. Solche Spiele würden jedoch helfen, schneller zu wachsen. Er sei überzeugt, dass die Mannschaft aus den Fehlern die richtigen Lehren ziehen werde.

Nijhuis kehrt zurück

Personell kann Mota nahezu aus dem Vollen schöpfen. Torhüter Thijmen Nijhuis wird nach seiner Virusinfektion wieder zwischen den Pfosten stehen, weitere Änderungen im Kader gibt es nicht. Zudem sieht der Coach seine Mannschaft körperlich bestens vorbereitet und betonte, dass es "überhaupt kein physisches Problem" gebe. "Wir haben 120 Minuten volle Stärke in den Beinen", betonte Mota mit Blick über die reguläre Spielzeit hinaus.

Auch auf Schiedsrichter und Sicherheitskräfte dürfte ein anspruchsvoller Abend warten, zumal das Stadion mit 23.513 Zuschauern, darunter 3.414 FCK-Fans, ausverkauft ist. Mota rechnet mit einer intensiven und emotionalen Partie, hofft aber, dass der Fokus am Ende auf dem Sportlichen liegt. Für den Waldhof bietet sich jedenfalls die Chance, eine lange Negativserie gegen den Erzrivalen zu beenden.

   

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