Analyse: Woran Anfang bei Dynamo Dresden gescheitert ist

Seit Samstagnachmittag ist Markus Anfang bei Dynamo Dresden nach einer Talfahrt seit der Winterpause mit nur zwölf Punkten aus 13 Spielen Geschichte. liga3-online.de analysiert, woran der 49-Jährige gescheitert ist.

Kopfproblem nicht gelöst bekommen

Dass es bei Dynamo seit der Winterpause nicht mehr läuft, ist vor allem an einem Kopfproblem festzumachen. Denn nachdem die Sachsen mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Rang 3 in die Winterpause gegangen waren, war sich die SGD offensichtlich schon zu sicher, was den Aufstieg angeht. Das ließ auch Kapitän Stefan Kutschke nach der Niederlage in Halle durchblicken: "Vielleicht haben wir uns im Winter schon zu gut gesehen. Vielleicht sind wir doch nicht so gut, wie wir gedacht haben."

Als es dann die ersten Negativerlebnisse gab – etwa die Last-Minute-Niederlage gegen den BVB, als Dynamo kurz vor dem 1:2 die Riesenchance auf den Führungstreffer vergeben hatte -, fand die SGD keinen Weg mehr, um dagegen anzusteuern – zumal der Druck gleichzeitig immer größer wurde. Anfang gelang es nicht, die Blockade in den Köpfen seiner Spieler zu lösen. Kniffe, wie eine frühere Anreise zum Auswärtsspiel nach Münster oder vor dem Heimspiel gegen Köln eine positive Energie zu beschwören, verpufften wirkungslos.

Taktisch nicht flexibel genug

Bereits zu Beginn des Jahres, vor allem aber in den Derbys gegen Aue (1:2) und Halle (0:1), wurde deutlich: Dynamo ist entschlüsselt worden. Bezeichnend dafür war, dass gegnerische Trainer oftmals von ihrem bevorzugten Spielsystem abwichen und auf Dreierkette in der Abwehr und ein kompaktes Mittelfeld umstellten. So war es etwa Aue gelungen, den spielfreudigen Dresdnern die Lust zu nehmen und ihre Angriffsbemühungen schon im Keim zu ersticken. Anfang hingen hielt – mit Ausnahme der Partie gegen Saarbrücken – an seinem 4-3-3 fest.

Zwar war die Mannschaft exakt für diese Formation zusammengestellt worden und hatte das Spielsystem des 49-Jährigen in der Rückrunde der vergangenen Saison und der Hinrunde der laufenden Serie auch perfekt verinnerlicht, jedoch hatte es Anfang verpasst, eine Alternative zu finden. Zudem setzte er trotz der Talfahrt meist auf dieselben Spieler. Ahmet Arslan etwa, den Anfang im Winter unbedingt haben wollte, kam in sechs seiner elf Spiele lediglich von der Bank. Auch Spieler wie Lucas Cueto und Manuel Schäffler durften selten von Beginn an ran.

Kein Plan B

Es fehlte schlicht an einem Plan B, gerade bei Rückständen. Untermauert wird das auch dadurch, dass Dresden nach einem 0:1 erst zweimal gewinnen konnte. Ein Spiel endete Unentschieden, gleich 13 Partien gingen verloren. In acht der letzten neun Spiele mit einem Rückstand war das der Fall. "Du gehst unglücklich in Rückstand, und dann ist der Stecker gezogen", sagte Tom Zimmerschied nach der Niederlage gegen Köln bei "MagentaSport". "Da merkt man, wie es in unseren Köpfen rattert, die Überzeugung fehlt."

Anfang setzte voll und ganz auf Dominanz. In der Hinrunde eilte die SGD dadurch von Sieg zu Sieg, doch wenn Dynamo – wie am Samstag gegen Köln – diese Dominanz nicht ausstrahlen konnte, fiel das Spielsystem wie ein Kartenhaus zusammen. Dabei hatten sich die Schwarz-Gelben ganz viel vorgenommen, wie der SGD-Coach nach der Partie betonte. "Aber irgendwie ist das bei den Jungs nicht so rübergekommen", musste Anfang feststellen. Nur zweieinhalb Stunden später war er Geschichte. Eine Entscheidung, die jedoch zu spät kommt.

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